Fruchtnektar macht Saures und Süßes genießbar
Wer schon einmal versucht hat, schwarze Johannisbeeren aus dem eigenen Garten oder Bananen zu Saft zu verarbeiten, wird schnell an seine Grenzen gestoßen sein. Denn nicht alle Obstarten eignen sich zur Herstellung eines 100prozentigen Fruchtsaftes. Sie sind entweder viel zu sauer wie Johannisbeeren, Sauerkirschen und Pflaumen, oder enthalten zu viel Fruchtfleisch bzw. sind sogar zu aromatisch. Das gilt zum Beispiel für Bananen,
Mangos oder Aprikosen. Mit Zucker oder Süßstoff und Wasser werden diese Obstarten in „Fruchtnektar“ verwandelt. Auch dieser Begriff ist gesetzlich eindeutig definiert. Finden Verbraucher auf der Getränkeverpackung die Bezeichnung Fruchtnektar, wissen sie also, dass der Fruchtgehalt auf jeden Fall unter demjenigen von Fruchtsaft liegt. Wie hoch er im Einzelfall ist, wird für alle Fruchtarten detailliert in der Fruchtsaftverordnung geregelt. Es genügt ein kurzer Blick auf das Etikett, das den genauen Anteil verrät.
Eher Obst als Getränk?
Denkt man bei einem Glas Fruchtsaft eher an ein Getränk oder eher an ein Stück Obst? Die meisten Menschen werden auf diese Frage mit „Getränk“ antworten. Schließlich wird der Fruchtsaft in einer Getränkeverpackung angeboten und findet sich nicht im Obst- sondern im Getränkeregal. Außerdem beißt man nicht hinein sondern trinkt ihn schlichtweg aus dem Glas. Dennoch stellen Ernährungsexperten und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
(DGE) Fruchtsaft auf die gleiche Ebene wie Obst und Gemüse, rechnen ihn also zu den pflanzlichen Lebensmitteln und nicht zu den Getränken.
Was auf den ersten Blick als Wortklauberei oder Spitzfindigkeit anmutet, hat eine logische wissenschaftliche Begründung und wichtige Bedeutung für die Praxis: Wie Stückobst enthält auch das flüssige Obst sehr viele Nährstoffe, allen voran Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Man bezeichnet dies auch als hohe Nährstoffdichte. Damit nutzt der regelmäßige Genuss von Fruchtsaft genauso wie der Verzehr von frischem Obst der Gesundheit und dem Wohlbefinden. Vor allem, wenn es um die Vorbeugung von Herz-
Kreislauf-Erkrankungen durch mehr Obst und Gemüse auf dem Speiseplan geht. Hier gilt die Formel: Viel hilft viel! Diese Erkenntnis wird durch immer mehr Studien der letzten Jahre unterstützt. Als logische Konsequenz findet sich Fruchtsaft auch in den Empfehlungen der in Deutschland und in der EU unterstützen Kampagne „5-am-Tag“ wieder. Darin werden pro Tag zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse empfohlen. Von den zwei Obst- oder drei Gemüseportionen kann eine bequem durch ein Glas Fruchtsaft oder ein Glas Gemüsesaft von 180 bis 200 Milliliter ersetzt werden.
Fruchtsaftschorle als gesunder Durstlöscher
Im Winter ist es ebenso wichtig, täglich die ausreichende Flüssigkeitsmenge zu trinken wie im Sommer. Bei Heizungsluft drinnen und Minustemeraturen draußen sollte das Trinken nie vernachlässigt werden. Der Durstlöscher Nr. 1 ist Wasser. Wer es mit Geschmack will bevorzugt eine Mischung aus Fruchtsaft und Wasser. Für alle, die nicht selbst mischen wollen, steht im Handel ein umfangreiches Angebot an Fruchtsaftschorlen zur Verfügung.
Im Durchschnitt enthalten sie 60 Prozent Fruchtsaft. Der Verbraucher bevorzugt diesen durchschnittlichen Fruchtsaftgehalt, weil Frucht und Frische so eine ausgewogene Mischung ergeben. „Leitsätze für Erfrischungsgetränke“ und „Fruchtsaftverordnung“ schreiben für Fruchtsaftschorle bzw. Fruchtschorle vor, dass nur Fruchtsaft, Wasser und Kohlensäure enthalten sein darf. Der Fruchtsaftgehalt muss den von Nektaren entsprechen.
Das sind beispielsweise bei
• Apfel, Ananas, Birne, Pfirsich, Zitrusfrüchte wie Orange oder Grapefruit ein Anteil von 50 Prozent Fruchtsaft
• Sauerkirsche oder Heidelbeere ein Anteil von 40 Prozent Fruchtsaft
• Johannisbeere oder Sanddorn ein Anteil von 25 Prozent Fruchtsaft