Jeder der einen Garten sein eigen nennt, kennt den Giersch oder Geißfuß, ein unermüdlich wachsendes Wiesenkraut. Überall dort, wo man ihn nicht sehen möchte, lässt er sich nieder und ist nur äußerst schwer zu vertreiben. Nun kann der Gärtner aus der Not eine Tugend machen, und das im Staudenbeet oft unerwünschte Kraut einfach als Gemüse oder Kräuterstrauß ansehen. Denn der Giersch ist eine der besten Wildgemüsepflanzen, die neben Provitamin A auch Vitamin C, Mineralsalze, ätherische Öle und pflanzliche Eiweiße enthält. Junge zarte Gierschblätter eignen sich bestens als Salatbeigabe, für Brotaufstriche, Suppen, Kräutersoßen und als Aromageber für Getränke. Ältere Blätter und Stiele sind ziemlich hart und erfordern eine beträchtliche Kauleistung. Früher waren Gierschblätter der Hauptbestandteil der am Gründonnerstag gegessenen Neunkräutersuppe.
Schon unsere Vorfahren sammelten Wildpflanzen um sie zu verzehren, denn das Blattgrün vieler Pflanzen schmeckt hervorragend, die Wurzeln ergeben vielfach pikante Gemüse und die Blüten sind neben bunter Dekoration noch köstliche Leckerbissen. Zudem besitzen viele Wildpflanzen heilende, lindernde, vorbeugende oder ausgleichende Wirkung. Wenigstens seit der Antike interessieren sich die Menschen für Pflanzen am Wegesrand. Neu ist, dass sich auch Hobby- und Sterneköche immer häufiger in Wäldern und auf Wiesen umsehen und Ausschau halten nach essbaren Wildpflanzen, die den besonderen Geschmack versprechen.