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Weinlese in Baden

Weinlese in Waldulm in Baden.

Winzer mit Qualität und Menge sehr zufrieden


Inzwischen ist die Weinlese 2011 in Baden praktisch abschlossen und erlaubt einen allgemeinen Überblick. Bis auf einige späte Spezialsorten und ausgewählte Partien für edelsüße Weine ist alles im Keller. „Die vier Wochen Altweibersommer im September brachten den Schub von gut auf sehr gut“, bringt es Frank Männle auf den Punkt, der als Qualitätsmanager die Mitglieder der Winzergenossenschaft Waldulm sowie der Oberkircher Winzer berät, und erläutert näher: „Nach anfänglichen zwei bis dreimaligem Vorlesen und ein wenig Sortierarbeit hatten wir dann nur noch Bilderbuchtrauben.“ So gab es die keine Eile, und die Winzer konnten je den optimalen Reifezeitpunkt abwarten. Auch die Menge lag allgemein über dem Durchschnitt, auf jeden Fall deutlich höher als der mengenmäßig schwache vorangegangene Herbst, abgesehen von einigen örtlichen Hagelschäden.

Zur „inneren“ Qualität des Jahrgangs erläutert Kellermeister Andreas Philipp vom Winzerkeller Auggener Schäf im badischen Markgräflerland: „Wir haben schöne Aromen und gute Extraktwerte, die Voraussetzung für rundum schöne Weine. Dies verdanken wir insbesondere den kühlen Nächten des guten Septemberwetters während der Reifung. Kühle und trockene Nächte nämlich lassen nicht nur die Trauben gesund bleiben, sondern fördern auch die Bildung feiner Aromen auf Grund der dadurch langsameren und längeren Reifungsphase. In den kühlen Nächten speichern die Trauben diese Aromen ab.“

Typisch für den Jahrgang 2010 ist eine allgemein sehr milde Säure. Sie liegt deutlich unter den knackigen 2010ern, wie Kellermeister Florian Zeller von der Winzergenossenschaft Wolfenweiler berichtet. „Der Grund ist die allgemein frühe Vegetation in diesem Jahr. Die Trauben kamen bereits im August in die Reifephase, als es noch sehr warm war, was zu mehr Säureabbau als sonst führte“, erklärt der für „Waldulm“ und „Oberkirch“ zuständige Qualitätsmanager Männle.

Auch mit den Öchslegraden waren die Winzer sehr zufrieden. „Die Grauburgunder lagen alle über 90°, im Laufe des schönen Herbstes sogar bis 110°“, lässt sich Rüdiger Bös vom Weingut Bös in Malsch im Kraichgau vernehmen, was auch von anderen Regionen sowie vom Spätburgunder berichtet wird. „Vom Spätburgunder haben wir sogar eine Beerenauslese mit 146° Öchsle eingebracht“, schildert Thomas Männle vom Durbacher Weingut Andreas Männle und erklärt für den Riesling: „Der Altweibersommer kam insbesondere dieser spätreifenden Sorte zu Gute. Wir lagen vielfach im Spätlesebereich bei 94° Öchsle.“ Michael Weber vom Wein- und Sektgut Weber aus Ettenheim im Breisgau fasst zusammen: „Es wird ein schöner harmonischer Jahrgang insbesondere mit fruchtigen Weißweinen, nicht zu schwer. Extrakte, Fruchtsäure, Aromen und Alkoholgehalt, alles passt bestens zusammen. Man kann sich freuen.“ Selbst Edelsüßes ist zu erwarten, Bös hat zum Beispiel noch Trauben für Eiswein hängen.
Text und Bild: Dieter Simon – ds-press



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