 - Peter und Martina Linxweiler betreiben Öko-Weinbau mit hervorragenden Ergebnissen.
Peter und Martina Linxweiler praktizieren seit mehr als 20 Jahren konsequenten Öko-Weinbau im Alsenztal, das dem Weinbaugebiet Nahe, geografisch aber dem Nordpfälzer Bergland zugehört. Von 14 Hektar Rebfläche, oft mit einer Hangneigung bis zu 60 Prozent, werden charaktervolle und bodenbetonte Weine bereitet, die manchmal nicht den gängigen Modetrends entsprechen. Die Hahnmühle liegt direkt an der Alsenz, einem Fluss der Richtung Nahe fließt, und war im 13. Jahrhundert eine vom Wasser angetriebene Getreidemühle. Heute lässt sich die Kraft der Alsenz für die hauseigene Stromerzeugung nutzen. Seit mehr als 100 Jahren ist die Hahnmühle ein Familienbesitz, zuerst als Agrarbetrieb, der sich erst später auf den Weinbau konzentrierte.
 - Das romantisch gelegene Weingut war zu historischen Zeiten eine Bannmühle.
Eine Besonderheit der Hahnmühle heute sind Weine aus dem so genannten Mischsatz. Der Mischsatz oder Gemischter Satz hat eine lange Tradition. Bis ins 17. Jahrhundert war die Bepflanzung eines Weinbergs mit verschiedenen Rebsorten die übliche Form der Weinbergsgestaltung Noch im letzten Jahrhundert wurde in rheinischen und pfälzischen Anbaugebieten kaum eine Rebsorte für sich alleine angepflanzt. Die verschiedensten Rebsorten mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten und verschiedenen Säuregraden wuchsen im Weinberg beieinander und wurden zusammen geerntet, gepresst, gekeltert und vergoren. Im Alsenztal , und genauer auf dem Weingut Hahnmühle, wurde der Mischsatz sogar bis in die 60er Jahre dieses Jahrhunderts angebaut. Der Gemischte Satz galt als eine Art „Versicherung“ gegen schwankende Qualitäten und unberechenbare Wetterkapriolen. Er diente also der Lebens- und Einkommenssicherung und ist nicht zu vergleichen mit einer Cuveé. Aus vergangener Zeit stammt die Regel: Eine Rebsorte ist wie eine Geige, mehrere Rebsorten sind wie ein Orchester. Heute herrscht allerorten der reine Satz vor, doch Slow Food Österreich, die Non-Profit-Organisation zur Bewahrung regionaler Besonderheiten, stufte den Wiener Gemischten Satz als wertvolles und bewahrenswertes Produkt ein.
 - Das Ernteteam der Hahnmühle mit Hofhund.
Seit etwa 10 Jahren erlebt der Gemischte Satz in Österreich eine so genannte Renaissance. In Deutschland wollte und konnte Peter Linxweiler vom Weingut Hahnmühle im Alsenztal beweisen, dass der als hochwertig angesehene Mischsatz aus Riesling und Traminer seinem Ansehen gerecht werden kann. Einen früher auch im Alsenztal und somit auch auf dem Weingut Hahnmühle gepflegten Mischsatz aus Riesling und Traminer aus dem Jahr 1960! verkostete er und die „herzerfrischende kernige und langlebige Art“ dieses Weins brachte Peter Linxweiler auf die Idee, es mal wieder mit Mischsatz zu versuchen. Cöllner Rosenberg, ein Riesling-Traminer Mischsatz trocken des Jahrgangs 2009 aus dem gleichnamigen Schiefersteilhang hinter dem Haus duftet ausdrucksstark nach Rosen und raffinierter Würze. Rieslingsäure verleiht ihm Struktur, Lebendigkeit, Schmelz und Harmonie. Riesling-Traminer Gemischter Satz Oberndorfer Beutelstein feinherb 2009 setzt auf die Notwendigkeit der Harmonisierung von Gegensätzen. Süße verlangt Säure, so wie die fernöstliche Küche. Richtig kalt serviert ein toller Sommerwein, oder ein Begleiter zu kross gebratener Ente mit Orangensoße, knusprigen Hähnchennuggets mit Duftreis und karamellisierten Aprikosenhälften.
 - Aus diesen Weinbergen kommen konsequent gute Weine.
Um die traditionelle Besonderheit zu unterstreichen, erhielt er ein Etikett mit Jugendstilornamentik aus den 20er Jahren des Weinguts, vom Pfälzer Heimatdichter Paul Münch 1919 speziell für die Hahnmühle geschaffen. Der Ritter steht für die Burgherren zu Stolzenberg und dessen Verbindung zur mittelalterlichen Bannmühle Der 2009 Sylvaner Gäseritsch trocken hat Aromen vollreifer Birnen und feinfruchtigen Hollunders. Angenehm weich und cremig mag man kaum aufhören, diesen zarten Wein mit sanften Aromen zu probieren. Ein aussagefähiger Silvaner. Riesling Sandstein 2009 vom Südhang Oberndorfer Beutelstein auf verwittertem Sandstein gewachsen, drückt sich selbstbewusst durch viele frische Fruchtaromen und stabiles Säuregerüst aus. Feinduftend und goldig zeigt er wunderbar eigenständigen Stil. Riesling Alisencia 2009, vom Tonschiefer des Alsenzer Elkersberg, der Spitzenlage des Weingutes, duftet eindringlich nach reifen Aprikosen. Er kann sich ganz und gar auf seine rassige, säureverspielte Art stützen. Dieser Riesling entfaltet Dynamik und hinterlässt einen nobel kraftvollen Eindruck.
 - Die Zeit für einen Spaziergang bleibt selten im Weinjahr.
Die Silbermedaille „best of riesling 2010“ erhielt Riesling Spätlese Steckweiler Mittelberg 2009 zu Recht. Dieser edelsüße Wein schafft mühelos den Dialog zwischen oppulenten Fruchtaromen und durchsetzungsstarker Säure. Ein schlanker und diskret eigensinniger Wein von viel Harmonie, feiner Frische und Beharrlichkeit. Die feine und doch fest strukturierte Webart der Weine beweist, dass Peter und Martina Linxweiler von der Hahnmühle, übrigens sind beide gelernte Winzer, konsequent an hoher Qualität arbeiten. Diese Weine aus Weinbergen einer sonnenverwöhnten Landschaft abseits der Weinstraße gehören eindeutig an die Spitze der „Best of Bio-Wein“. Herzhaft, kernig und elegant zugleich möchte man gern mehr probieren und die Aromensprache entschlüsseln. Für Neugierige und zur Information: Weingut Hahnmühle, Peter und Martina Linxweiler, 67822 Mannweiler-Cölln. Internet: http://www.weingut-hahnmuehle.de oder E-Mail: info@weingut-hahnmuehle.de
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