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Castell: Ältestes Silvaner-Weingut

Die Weinberge des Castell'schen Domänenamtes in Franken.

Der ungewöhnliche Name Kugelspiel stammt aus einer Zeit, als in den angrenzenden Wäldern noch mit Büchse und Kugeln gejagt wurde. Man erzählt sich, dass das Echo des Büchsenknalls in den Hängen des Weinbergs ein Spiel mit dem Schall der Kugeln trieb. Heute knallen die Büchsen nicht mehr im Wald, aber er umgrenzt noch immer die 16 Hektar große Hanglage, und seine Nähe und sein Wetterschutz ermöglicht den Anbau von Reben.
Silvaner 2009 trocken Casteller Kugelspiel erzählt auf dem ästhetisch gestalteten Etikett in klarer Typografie von den ungewöhnlichen Klangerlebnissen im Weinberg. Feinfruchtig harmonisch kommt der Wein daher. Der mit Blasensandstein durchsetzte lehmige Ton würzt den anregend vielschichtigen Wein mit Noten von Apfel, Quitte, Stachelbeere und ein wenig Heu.
Aber nicht eine der sieben Weinlagen, sondern eine Rebsorte spielt seit mehr als 350 Jahren eine Hauptrolle auf der Bühne des Fürstlich Castell`schen Domänenamtes. Ein Amtmann der Vorfahren des heutigen Inhabers Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell baute 25 Setzlinge dieser für die Region idealen Rebe erstmals 1659 unterhalb des Schlossberges an und im Laufe der Zeit wuchs aus dieser kleinen Pflanzung ein Symbol für Frankenwein heran. Einschließlich der Belohnung durch frischen bis außergewöhnlichen Wein. Daher die Benennung als erstes Silvanerweingut Deutschlands.

Der Silvanerweg durch die Castell'sche Domäne.

Damals nannte man den heutigen Silvaner „Österreicher“, widerstand er doch Winterfrösten und später Frühjahrskälte und reifte zügig zu guten Erträgen heran. Mit dem Aufkommen der sortenreinen Pflanzungen im 19. Jahrhundert wurde der Silvaner immer häufiger bevorzugt und das Zusammenspiel von Boden und Klima erbringt authentische und wiedererkennbare Weine, nicht selten „Große Weine“. Ein Qualitätsversprechen gibt jede Castell`sche Flasche mit dem Familienwappen ab, denn auf dem Schloss ist man überzeugt, dass dem Silvaner die Zukunft gehört.
Silvaner 2008 „GG“ Casteller Schlossberg im Bocksbeutel ist ein zartherb-cremig konzentrierter Genuss von Quitte, Ananas und Wiesenwürze. Zum Entree locken Melonen und reife Birnen die Nase, würzig-salzige Erdaromen des Schlossbergs, des höchsten Punkts des Dorfes, spenden Harmonie zur fülligen Säure und versprechen langlebige Eleganz mit Traumfaktor.
Der Ort Castell am westlichen Rand des Steigerwaldes in Unterfranken im Lankreis Kitzingen ist eng mit der Fürstenfamilie verwoben, die hier ihren Stammsitz hat und seit 1205 den Grafentitel führt. Das barocke Schloss und die weithin sichtbare St. Johanniskirche zeugen von dieser besonderen Geschichte. Aus rot-grau geädertem Alabaster, auch Frankenmarmor genannt, ist der Kanzelaltar der früheren Grafschaftskirche gefertigt. Und genau diese Alabasteradern durchziehen als Ausläufer den Kirchberg. Der tiefgründige Boden mit hohen Kalkanteilen aus anstehendem Gipskeuper spendet daraus dem bereiteten Wein seine Mineralität.

Weinbau seit 800 Jahren rund um das Schloss.

Weißburgunder 2009 Casteller Kirchberg trocken stellt sich fruchtig-säurig vor. Klar erobert Birne die Nase, Vanille stellt das Gleichgewicht zur kräftigen Statur souverän her. Die besondere vom Dorf umschlossene Lage des Kirchbergs und die westliche Ausrichtung schützen die Reben vor häufigen Westwinden und halten die Sonnenwärme bis in die Abendstunden. Im Frühjahr erschafft das besondere Mikroklima durch zahlreich gelbblühende Weinbergstulpen eine ganz eigene idyllische Stimmung.
Auf dem einst lichten Hügel vor dem Dorf, Hohnart, wurde 1832 erstmals sortenrein Riesling angebaut. Steiniger Boden speichert Wärme, die dem spätreifenden Riesling wohl bekommt.
Riesling trocken 2009 Casteller Hohnart trinkt sich spritzig frisch mit eindringlichen Zitrus- und Ananasaromen. Ein Hauch güne Minze unterstützt das Spiel von Säure und Süße und das Verlangen nach einem weiteren Glas.
Silvaner Kabinett 2009 trocken Casteller Hohnart mundet würzig und reif. Zartherb mit dezentem Aromenspiel ist er einfach richtig lecker. Ein jung zu trinkender Franken-Silvaner eben.
Silvaner 2009 trocken Schloss Castell setzt rasch zarte Kräuterakzente, begleitet von Herbstäpfeln und leichter Pfefferschärfe. Etwas zu hurtig nimmt er Abschied, begleitet von einer flüchtigen Holzprägung.
Die Lagen Schlossberg und Hohnart sind seit 1266 dokumentiert.
Domäne ist ein glanzvolles Wort für staatliche Herrschaft über ein hervorragendes Gut, vornehmlich ein Weingut. In Bourgogne ist Domäne das allgemein gebräuchliche Wort für Weingut. Heute bilden sieben Weinbergslagen mit70 Hektar das Fürstlich Castell`sche Domänenamt. Neben dem Weinbau, den die fürstliche Familie seit 800 Jahren betreibt und der emotionaler Schwerpunkt sowie repräsentative Visitenkarte ist, gehören Landwirtschaft, Waldbesitz und eine Bank zum Haus Castell. Weinbau gilt der Familie Castell als eine Aufgabe mit Tradition und Zukunft in einer Kulturlandschaft, deren Schönheit es zu bewahren gilt. Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell lädt auf sein Schloss, um die Menschen hinter den Weinen kenn zu lernen und die Heimat der herausragenden Weine. Infos: http://www.castell.de E-Mail: weingut@castell.de Fürstlich Castell`sches Domänenamt, Schlossplatz 5, 97355 Castell

(Kopie 1)

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