Biologische Vielfalt im Weinberg ist durch die Verbrachung in Gefahr
Über Jahrhunderte hinweg wurden die Flächen zwischen den Rebstöcken mit der Hacke aufgelockert und dabei gleichzeitig die Gräser entfernt. Dies ermöglichte einer ganzen Reihe von Pflanzen die Besiedlung der Weinberge. Besondere Anbautechniken wie die Terrassierung und die Anlage von Trockensteinmauern geben vielen Tieren einen wichtigen Lebensraum. Doch die einstige Vielfalt und damit auch ein unersetzliches Natur- und Kulturerbe der Weinberge ist gefährdet, weil diese Bewirtschaftungsformen sehr aufwändig und damit teuer sind. Vielerorts sehen sich die Winzer gezwungen, Weinbergsflächen von der Nutzung aufzugeben. Die Verbrachung von wirtschaftlich nicht mehr genutzten Weinbergen ist allerdings der biologischen Vielfalt abträglich.
Schutz? und Nutzinteressen zum Wohle der biologischen Vielfalt vereinbaren
Um die biologische Vielfalt im Weinberg zu erhalten, müssen Nischen gefunden werden, in denen die traditionelle Fauna und Flora überleben oder wieder angesiedelt werden kann. Der damit verbundene Mehraufwand muss sich entweder wirtschaftlich lohnen oder von der Gesellschaft finanziell ausgeglichen werden. Die Winzerinnen und Winzer Deutschlandsentwickeln dazu vielfältige Konzepte, um die Bewirtschaftung in Steillagen weiterhin zu erhalten. – Deshalb gilt: Nur wenn Schutz- und Nutzinteressen in Einklang gebracht werden – und bestenfalls auch verbrachte Flächen wieder dem Weinbau zugeführt werden – kann der große biologische Reichtum in Weinbergen dauerhaft erhalten werden.