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Zeller-Abtsberg:

Der Zeller Abtsberg in der Morgensonne.

750 Jahre Weinbau

Auf Antrag dreier Orte des so genannten „Zeller Stabes“ gründete sich im Jahr 1820 die Gemeinde Zell-Weierbach, heute ein Stadtteil von Offenburg. Fast genau 100 Jahre später, nämlich 1923, gingen 48 Winzer von den Hängen des Schwarzwaldes ein Bündnis ein und schlossen sich zu einer der ältesten Genossenschaften Badens zusammen: Zeller Abtsberg.
Heute sind es fast 300 Winzer, die Mitglied sind und auf 80 Hektar Urgesteinsverwitterungsböden mit Granit und Gneis, durchzogen von Buntsandstein, Trauben anbauen und bis zu 2,1 Millionen Liter (so hoch ist die Lagerkapazität) Wein in der Genossenschaft keltern lassen.
Jochen Basler als Geschäftsführer und Christian Idelhauser als Kellermeister präferieren Spätburgunder, gefolgt von Müller Thurgau, Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay und Gewürztraminer.

In den Kellern der Winzergenossenschaft reifen Weine von selten gewordenen Trauben.

Räuschling und Vigonier

Eine Sonderstellung nehmen Räuschling und Viognier ein. Gut 140 Jahre alt sind die Räuschling-Reben, die in einer versteckten Ecke der Weinberge stehen. Der Anbau dieser Rebe war längst untersagt worden, man fragt sich warum. Der Räuschling oder die Zürichrebe, wie er auch genannt wurde, ist eine alte Rebsorte, die im Mittelalter noch weit verbreitet war und vor allem in Süddeutschland, dem Elsass und der Schweiz angebaut wurde. Viele weitere Synonyme sind gebräuchlich. Heute finden wir die Räuschling-Reben in Deutschland nur noch am Zeller Abtsberg. Zum Glück waren die Rebstöcke den Flurbereinigungsbemühungen früherer Jahre entkommen. Heute sind diese Raritäten als Versuchsanbau deklariert und der Wein darf als Landwein verkauft werden. Sortenerhalt ist wieder gefragt und Kenner suchen solch seltene Weine mit eigenem Profil. Der Wein präsentiert sich hellgelb mit verhaltenen Noten von Backäpfeln mit Zitronat und Anklängen von Honig. Fein mineralische Säure macht ihn zum idealen Begleiter von Fisch oder Kalbsbraten. Der Name Räuschling hat übrigens nichts mit Berauschen zu tun, er bezieht sich auf das Rauschen des robusten Weinlaubes im Wind. Die geringe Flaschenmenge ist immer schnell ausverkauft.

An den Hängen des Abtsberges wächst auf Versuchsflächen der Vigonier.

Eine andere Spezialität der WG Zeller Abtsberg ist der Viognier. Der Viognier ist eine Weißweintraube, die selbst aus dem Rhônetal, ihrer Heimatregion, wegen nachlassenden Interesses fast verschwand. Jochen Basler suchte wegen der Klimaerwärmung eine Traube, die viel Hitze verträgt und auf Granit gut gedeiht. Es sollte eine Sorte in Richtung Riesling sein. Und da die Sorte Viognier sich als recht eigenständig erwies, wurden an den Hängen des Abtsberges 2004 erstmals Viognier-Reben auf Versuchsflächen gepflanzt. Die tiefgelben und als ertragssicher geltenden Trauben bringen einen frischen, satttönigen Wein mit Apfel-Aprikosenaroma, Banane und Muskat. Sein strammer Alkoholgehalt ruft schon nach deftigen Gerichten wie Pfeffersteak mit Herbstgemüse, Kürbissuppe oder in der Pfanne gebratenem Fisch oder pikanten Asia-Gerichten. Inzwischen ist die Rebe in Kalifornien, Australien und Neuseeland verbreitet. In den Vereinigten Staaten hat der Wein fast Kultstatus. Die Nachfrage ist hoch und genauso der Preis. Hier in Deutschland wird diese etwas andere Rebe besonders von der Spitzengastronomie gesucht. Massenproduktion steht nicht zu befürchten, auch wenn die Versuchsanbaufläche inzwischen verdreifacht wurde.

Blick von den Weinbergen in die Rheinebene.

Ein Wein aus der Burgunderfamilie, die gedeiht hier in der Ortenau besonders gut, ist die Chardonnay Spätlese 2008 trocken. Der Ausbau im 225 Liter Fass verleiht ihm dezent fruchtiges Aroma mit Holz und Vanillenoten. Weich und voll zugleich harmoniert der körperreiche Wein wunderbar mit im Ofen gegartem Fisch, Orangen- oder Schalottensauce sowie Fenchelgemüse, Chicorée oder Schinken und Käse.
Mehr als 750 Jahre Weinbautradition am Abtsberg stehen für kontinuierliche Weinqualität. Grauburgunder 2009 Kabinett trocken erhielt die Goldmedaille vom Badischen Weinbauverband. Gehaltvoll und dennoch frisch fruchtig mit erdigen Noten und Walnuss passt dieser Wein aus separat gelesenen Beeren zu Pfannenfisch mit Speck, Knusperhuhn mit Rosmarin oder Rinderbraten mit Wurzelgemüse. Eine Cuvée aus Chardonnay und Weißburgunder ist der Weiße Abt. Feine Fruchtaromen von grünem Apfel und Quitte dominieren die Walnuss. Sonnenverwöhnte Weine sind lecker zu Fisch und hellem Fleisch, evtl. mit Mangosauce, oder zu Salat von Spargel, Rucola oder Chicorée.

Geschäftsführer Jochen Basler kann stolz sein auf die Erzeugnisse seiner Genossenschaft.

Spätburgunder Kabinett 2008 ist ein klarer, fruchtig weicher Wein in Rubinrot. Ein leicht rauchiger Ton umschließt dunkle Beeren.
Zeller Rother 2006 Spätburgunder Rotwein, Spätlese trocken ist auf 1900 Flaschen limitiert und einzeln nummeriert. Die Etiketten sind Repliken der historischen Ausstattung aus dem Jahr 1834. Ein Wein aus dem Eichenfass mit 14 % Alkohol, der sich wegen seiner repräsentativen Aufmachung als Präsent zu Weihnachten anbietet. Zeller Abtsbsberg Winzer eG stellte eine homogene Kollektion vor, die Spaß bereitete. Info unter: http://www.zeller-abtsberg.de Mail-Adresse: info@zeller-abtsberg.de Im realen Leben zu finden in der Schulstraße 5, 77654 Offenburg/Zell-Weierbach Tel.: +49(0)781 9191830



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