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Wein aus Wien: Gemischter Satz

Richard Zahel vor seinen Edelstahltanks, in denen der Gemischte Satz reift.
Bild: Zahel

Gemischter Satz. Meist kommt der österreichische Wein spritzig, frisch und mit angenehmer Säure daher. Qualitätsorientierte Weinbauern präsentierten in den letzten Jahren durchaus beachtliche Tropfen. Der Weinbau hat in Österreich seit Römerzeiten Tradition und nach wechselvoller Geschichte stimmen öffentliche Meinung und Flascheninhalt wieder weitgehend überein.
Eine Besonderheit ist der Gemischte Satz, der bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts traditionell und vor allem in der Wiener Gegend angebaut und ausgeschenkt wurde. Beim Gemischten Satz wachsen verschiedene Rebsorten mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten und andersartigen Säuregraden im Weinberg beieinander. Die Trauben werden zusammen geerntet, gepresst, gekeltert und vergoren. Der Gemischte Satz gilt als eine Art „Versicherung“ gegen schwankende Qualitäten und unberechenbare Wetterkapriolen.

Berühmter Weinberg über Wie: Der Nussberg.
Bild: Zahel

Aus vergangener Zeit stammt die Regel: Eine Rebsorte ist wie eine Geige, mehrere Rebsorten sind wie ein Orchester. Man mag solche Einstellung ablehnen und für unvereinbar mit reellem Weinbau halten, herrscht doch allerorten der reine Satz vor, so stufte Slow Food, die Non-Profit-Organisation zur Bewahrung der Besonderheiten einer Region, den Gemischten Satz als „Präsidia“ ein, das heißt als wertvolles Produkt.
Seit rund 10 Jahren nun erlebt der Gemischte Satz eine so genannte Renaissance. Richard Zahel, ein Winzer aus dem Umland der österreichischen Hauptstadt, bezeichnet sich selbst als den „Erfinder des Wiener Gemischten Satzes“, er führte als Erster die Bezeichnung im Etikett und verwendet ein eigenes, wiedererkennbares Logo, nämlich „WGS“.

Zahel entwickelte sein eigens Loge für den Wien und den Gemischten Satz.
Bild: Zahel

Richard Zahel kann sich keinen Platz auf der Welt vorstellen, wo er lieber Winzer wäre, als in Wien und er möchte das Wesen des Weines forttragen, begleiten und unterstützen, wie eine Mutter ihr Kind. Die Weine von Weinbau Zahel stammen aus Oberlaa, Sievering und vom bekannten Nussberg, in drei unterschiedlichen Stilistiken wird ausgebaut, der erste Gemischte Satz Sekt aus Weiß- und Grauburgunder, Chardonnay und Traminer entsteht nach zweimaliger Fermentation in der der Flasche. Das Terroir Mauer ist für Muscateller. Chardonnay und Sauvignon blanc tauglich. Mindestens drei Rebsorten werden im Weinberg gemischt gepflanzt, alle an einem Tag geerntet, verarbeitet und anschließend in Stahltanks ausgebaut.

Gemischter Satz, die Wiener Spezialität, auf Flaschen.
Bild: Zahel

In seiner Heimat gilt der Winzer Zahel schon seit langem was. Nun will er in die Neue Welt aufbrechen. Nachdem der Güne Veltliner den amerikanischen Weinmarkt unruhig machte, geht nun der nächste Österreicher übers Wasser, der „Wiener Gemischte Satz“.Und Richard Zahel geht mit. Zahlreiche Zahel-Weine werden in Gourmettempeln ausgeschenkt, „Try Zahel“ fordert ein namhafter Autor der N.Y.Times seine Adressaten auf. Zahel Weine scheinen den Geschmack der Zeit zu treffen. Wiener Gemischter Satz 2009 vom Nussberg ist als Grüner Veltliner, Riesling. Chardonnay als klassisch frischer Sommerwein zu empfehlen. Der WGS vom Nussberg 2009 aus Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay ist mineralisch, fruchtig und duftig. Seine lebendige Eleganz bestimmt ihn zum vielseitigen Speisenbegleiter, der Sekt prickelt trinkanimierend. Zahel Goes West mit „WGS“ heißt dann ja wohl, dass er auch vorbeischaut. Warum also in so weite Ferne schweifen? Infos: http://www.zahel.at oder Weinbau Zahel, Maurer Hauptplatz 9, 1230 Wien, Tel. +43(0)1 889 13 18 oder http://www.havel-petz.at



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