Fünf perfekte Beispiele für Badenwein und Schokolade
Hier fünf Beispiele einer Traumpaarung, wie wir gefunden hatten: Die schön eingebundenen Tannine, eine deutliche Schokoladen- und Kirschnote des 2008 Laufener Altenberg Spätburgunder trocken Barrique, „Edition No 5“, die beste Linie der Winzergenossenschaft Laufen im südlichen Baden (1), kombinieren sich großartig mit zartbitterer Schokolade.
Ein sehr interessanter Wein zu Schokolade ist der im Barrique gereifte 2007 Auggener Schäf Spätburgunder trocken vom Winzerkeller Auggener Schäf (2). Die breit gefächerte Aromatik lässt viel Spielraum für einen schokoladigen Partner. Fruchtnoten wie Cassis, Pflaumen, Kirschen aber auch zartbittere Noten nach Wachholder, Leder und ein Hauch von süßem Pfeifentabak verleihen ihm neben saftiger Frische eine Harmonie und Reife, wozu eine Zartbitterschokolade, mit Orangenzesten, Kirsch oder Chili ausgezeichnet passt.
Sehr gefallen hat auch der 2008 Malscher Rotsteig Lemberger trocken, im großen Holzfass gereift, vom Weingut Bös aus Malsch im badischen Kraichgau (3). Dieser süffige, samtige, mit einer dezenten Süße versehene Wein und Noten von Vogelbeere, Sauerkirsche, Johannisbeeren sowie Bitterschokolade, einer Spur süßer Lakritze und einer hintergründigen Schärfe bereits im Duft, ist der ideale Geschmackspartner zu Trauben-Nuss-Rum-Schokolade, welche die Fruchtaromen des Weines noch provokativer zur Geltung bringt.
Ein Erlebnis zu weißer Schokolade, auch solcher mit Nuss oder Kokos, war der 2007 Grauburgunder trocken im Barrique gereift von der Oberkircher Winzergenossenschaft (4). Der Geschmack des Weines nach Vanille, Honig, Ananas, Nuss und Mandel, ja Kokos, und sein vollmundiger, weicher und warmer Körper versehen mit zartem Schmelz ergänzen sich mit der weißen Schokolade nahezu perfekt.
Wahrlich festlich mutet die edelsüße 2007 Durbacher Bienengarten Spätburgunder Beerenauslese an, im Barrique ausgebaut, vom Weingut Andreas Männle in Durbach (5). Ein Wein, der unlängst auf der „Concurso Vino del Mundo Español“ den ersten Platz belegte. Hier explodieren die Aromen von Kirschen, Cassis, Zimt, Lebkuchen, Wachholder, Nelken und Schokolade geradezu. Zart eingebunden die Barriquenote! Dieser Wein, wenn man ihn nicht genüsslich pur trinken möchte, verlangt geradezu nach herrlicher Vollmilchschokolade, Dominosteinen oder Nougatpralinen. Ein Gourmeterlebnis erster Klasse.
Auch von Spitzengastronomen, die sich mit dem, was am besten schmeckt, wahrlich auskennen, bestätigen die großartige Kombination von Schokolade und Wein, wenn alles stimmt. Ronny Weber, Sommelier des Hotel-Restaurants „Wilder Ritter“ in Durbach, mit „Michelin-Stern“: „Vom Grundsatz her gilt, nur beste Schokolade zu hochwertigen Weinen und keine Billigprodukte. Komplexe deutsche Rotweine mit einer dezenten Restsüße und schönen Frucht passen zum Beispiel zu einer Schokolade mit hohem Kakaoanteil genauso gut wie edelsüße Weißweine zur weißen Schokolade“. Oder Sommelier Christophe Chipaux im bekannten „Sonnenhof“ in Lautenbach: „Wenn Schokolade und Wein , dann bevorzuge ich hochwertige Rotweine möglichst im Barrique zu Schokolade mit einem Kakaoanteil von 42-90 %. Wenn möglich sollten die Weine etwas älter sein. Besonders gute Erfahrungen zu Schokolade mache ich zur Zeit mit 2005er Spätburgundern“.
Text und Bilder: Dieter Simon