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Erlesenes vom Rande des Vulkans

Werner Michlits und seine Frau Angela bauen Wein im Beton-Ei aus.

Wein ist die Summe aus irdischem und kosmischem Rhythmus.
Meinklang ist ein Weingut am östlichen Ufer des Neusiedlersees in einer weiten Steppen- und Weidelandschaft am Nationalpark, dessen gewaltiger Schilfgürtel mit der Weite der Puszta und dem Horizont zu verschmelzen scheint. Meinklang ist aber auch ein vielseitiger Bauernhof mit Topaz-Apfelgärten und Getreidefeldern, auf denen Emmer, Einkorn und Dinkel wachsen. Meinklang ist insgesamt ein Land- und Weinwirtschaftskonvolut, ein von der Familie Michlits geführter Gemischtbetrieb, wie er in früheren Zeiten allerorten anzutreffen war. Jedes Familienmitglied ist als Spezialist für eine Sparte des Gesamtbetriebs verantwortlich. Besonders an „Meinklang“ ist die Inspiration durch Rudolf Steiner, der die Biodynamie als weise Grundlage zum Gedeihen der Landwirtschaft sah. Der Name Meinklang ist Bekenntnis und Programm, das sich aus dem „M“ für Michlits und dem „Einklang“ für Harmonie mit der Natur und eigener Handschrift zusammensetzt.

Biodynamischer Weinbau führt zu einzigartigen Weinen.

Für die Familie Michlits ist die Biodynamie mehr als Weglassen von Chemie, ist die biodynamische Landwirtschaft die einzige Art, der Umwelt als einzigartigem und lebendigem Lebensraum mehr zurückzugeben, als zu entnehmen. Durch aktive, ausschließlich natürliche Unterstützung entsteht ein lebendiger Boden, auf dem vitale und robuste Pflanzen charaktervolle und eigenständige Früchte hervorbringen. So wird der Weingarten der Familie Michlits zum Biotop. Zwischen den Reben wachsen Wicken, Rot- und Steinklee sowie Wild- und Heilkräuter, die ihrerseits Nützlingen und positiven Bodenorganismen Lebensraum bieten. Die Weine vom Weingut Meinklang sind außergewöhnlicher Ausdruck der Natur und ganzheitliches Ergebnis aus Boden, Klima und Pflege. Zweigelt, eine Kreuzung aus Blaufränkisch und St. Laurent, ist mit 12 Prozent der Weinbaufläche die meist angebaute Rotweinsorte Österreichs, der Hauptanteil wächst rund um den Neusiedlersee.
Meinklang Zweigelt 2009 aus dem Burgenland zählt zu den herrlich kirschfruchtig-würzigen Weinen. Rubinrot unterlegt er dunkle Beerenaromatik mit einem Hauch Vanille.
Meinklang Weißburgunder 2009 inspiriert durch trocken nervige Süffigkeit. Von leicht grünlicher Farbe serviert er pikante Würze und einen verhaltenen Bittermandelton. Er begleitet ideal-fruchtig fast jede Speise.
Noch erheblich mehr Fruchtfülle und Cremigkeit soll der Graupert ins Glas bringen. Die Besonderheit dieses Weins, den wir nicht verkostet haben, ist das uneingeschränkte Wachstum der Reben und Trauben. Graupert steht für das Gelingen des biodynamischen Kreislaufs, für ungehindertes Wachstum ohne Rebschnitt. Für kleine, manchmal nur erbsengroße Trauben voller Frucht, deren Handlese sich mühsam gestaltet. Das Verhältnis von Saft zu Schale ergibt intensiven Fruchtgeschmack. Graupert heißt burgenländisch wild, ungekämmt. Natürlich eben.

Weinberge vor dem erloschenen Somloer Vulkanhügel.

Seit einigen Jahren gehört eine stattliche Rinderherde mit zum Michlits-Team. 300 Angus-Rinder weiden friedlich auf den Grünflächen am südlichsten Zipfel des Seewinkels. Die Rinder sind zentrales Element im bio-dynamischen Naturkreislauf. Unterstützt von den ganzjährig unter freiem Himmel lebenden Magaliza-Schweinen, Pferden und Schafen liefern sie den Dünger für die Weinberge. Die Bedeutung der Rindviecher unterstreicht ihr Bild auf den Weinetiketten.
„Bio-dynamisch gepflegte Weinreben haben ein signifikant besseres Wurzelwachstum“ (Zitat einer Studie der australischen Universität Adelaide). Der vitale und gesunde Boden der Meinklang-Weingärten scheint optimale Basis reinfruchtigen Rotweingenusses.
Meinklang St. Laurent 2009 leuchtet kirschrot mit bläulichen Reflexen im Glas. Eine aromatische Harmonie geht von leicht pfeffrigem Bukett aus, dessen Fruchtkomposition aus Wald- und Johannisbeeren von spannender Säure und frisch-schmelziger Struktur gestaltet werden. Im Geschmack kraftvoll zögert dieser Rotwein durch etwas ungestüme Tannine den dezent von Fruchtsüße geprägten Abschied ausgiebig hinaus.

Urgestein und kleine Weinberge an den Somloer Vulkanhügeln.

Als die Ostgrenzen fielen, entschloss sich die Familie Michlits Landwirtschaft und Weinbau auf heute ungarischem Gebiet zu betreiben.
Aus der steinigen Landschaft des erloschenen Somloer Vulkanhügels mit Säulenkronen in der ungarischen Puszta stammen die Trauben Hárslevelü (Der Lindenblättrige)und Juhfark (Der Lämmerschweif) für die beiden Weine H9 und J9. Die deutschen Namen entstanden wegen der Blattformen und manchmal wird sogar vermutet, dass die Trauben beider Sorten gar identisch seien. Hárslevelü ist neben Furmint die Trägertraube des Tokajers.
Meinklang H 9 2009 (Hárslevelü) wächst auf vulkanischem Basalt mit Löss und Sandauflage und verströmt Duft von Lindenblüten, Wiesenkräutern und Kamille. Hellgelb-grünlich changiert der leichte, aber enorm fruchtige und harmonische Weiße. Ein femininer Wein, meinen Werner Michlits Junior und seine Frau Angela. Allen Respekt für die Korrespondenz zwischen Bukett und Quitten-Geschmack. Ein Wein der runden Elemente von nuanciert feinsinnigem Habitus mit zurückhaltender Bodencharakteristik.
Meinklang J 9 2009 (Juhfark) tritt kerniger und grün-golden schimmernd auf. Markige Säure spielt mit Quitte und süßer gelber Pflaume. Blütenhonig verleiht den letzten Schmelz und kontrastiert die Salzigkeit des Bodens. Gut vorstellbar, dass dies der „Wein des Thronfolgers“ war. Es heißt, dass auf Befehl Maria Theresias die jungen Habsburger Prinzen – zur zuverlässigen Zeugung männlicher Nachkommen- in ihrer Hochzeitsnacht ein Glas Wein vom Somloer Vulkanberg zu trinken bekamen. Der Wein wächst auf 370 Metern Seehöhe in kühlem Wind und auf sonnendurchfluteten zierlichen Terrassen. In Pamhagen wird der Wein im modernen Hightech-Weinkeller gekeltert und abgefüllt.

Auf dem Demeter-Weingut Meinklang gibt es zwischen den Reben blühende Natur.

Ungarisches scheint verpönt. Deshalb untersagt das österreichische Weingesetz in seiner unergründlichen Weisheit alle Informationen auf dem Etikett über Herkunft und Sorte dieser Weine. Wenn Sie mehr erfahren möchten, dann gibt Weingut Michlits gerne Auskunft.


Wein im Zeichen des Mondes


Die Landschaft um Pamhagen ist extrem flaches Land, scheinbar ein guter Ort für Ideen. Denn wo sonst käme man darauf, Wein in einem Ei aus Beton auszubauen? Oder soll man besser sagen auszubrüten? Auf der Suche nach purer Vinifikation und vollkommen unbeeinflusstem Sortencharakter erregte Meinklang mit dem reinsortigen St. Laurent „Konkret“ richtig Aufsehen. Beton heißt auf englisch Concret, konkret bedeutet in der deutschen Sprache unbestreitbar, genau, wahrhaftig, anschaulich, wahrnehmbar oder deutlich.
Meinklang Konkret Sankt Laurent 2008 lagert 12 Monate im ovalen Behälter. Die Proportionen des Eis erlauben dem Wein ungehindertes Zirkulieren und extrem feine Luftporen in Vielzahl die Anreicherung mit Sauerstoff. Intensiv kirschrot bis granatfarbig fließt er ins Glas. Brombeermarmelade, Waldbeeren und Gewürznelken prägen sein zunächst zurückhaltendes Bukett. Ein angenehm weicher Auftakt von dunklen Beeren und Schokolade mit frischer, lebendiger Säure und vollem Körper zeugt von Kunstverstand. Ein herrlich vielschichtiger, äußerst aromatischer Wein in energischem Stil. Sanfte Tannine halten sich bis zum langen, leicht bitteren Abschied im Hintergrund. Einfach toll und perfekt zu kräftigen Speisen wie Wild, Lamm oder Gans mit Preiselbeeren. Manchmal, wenn der Zeitpunkt genau der richtige ist, wird nach dem Mondkalender abgefüllt.
Viele Informationen zum Natur-Projekt „Meinklang“, Familie Michlits, Hauptstraße 86, 7152 Pamhagen/Österreich und besonders zum Weingut unter: http://www.meinklag.at und office@meinklang.at



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