Das Weingut von Eva Fricke
Gigantische Rieslinge von einem „Mädchen“. Man muss schon ganz gehörig willensstark und sich seiner Sache sicher sein, um als Neustarter die Weinszene so zu verblüffen. Einen Weingutszwerg und Rieslingreben im Alter von 14. bzw. 43 Jahren auf kargen Schieferböden bewirtschaftet Eva Fricke und präsentiert Weine von wuchtiger Überzeugungskraft aus dem Westen des Rheingau. „Reben brauchen eine gewisse Unterversorgung, viel Licht, Luft, dünnes Laub und eine Menge Aufmerksamkeit. Es geht darum, die Balance für jeden Weinberg zu finden“. Und sie scheint sie gefunden zu haben, denn im erst dritten Jahr keltert sie rassige, mineralische Maxima. Dem Lorchhäuser Seligmacher, tendenziell eher der feinherbe Typ, scheint nach Meinung von Eva Fricke der Restzucker gut „zu stehen“. Lagenweine baut die aus Norddeutschland stammende junge Frau in einer trockenen und einer feinherben Variante aus. Sie behält sich die Freiheit vor, jedes Jahr zu wechseln und auf Prädikate ganz zu verzichten. Einzig die Lage steht im Vordergrund.