Nach Nordheim gelangt man über drei Straßenbrücken, eine Feldwegbrücke oder mit der Fähre. Die Weininsel mit Nordheim darauf ist eine künstliche Insel von Altmainbogen und Main-Kanal umflossen und eine Besonderheit sind die Floßfahrten. Hier im Maindreieck, in und um Würzburg herum, ist das Klima, im Gegensatz zur sonst eher kontinentalen Witterung im übrigen Franken, warm und trocken. Hier gedeihen Obst, Gemüse, Spargel und Wein prächtig. Der Heilige Kilian hat`s gerichtet. Wir sind im Zentrum des fränkischen Weinbaus.
Im Mittelalter war Franken als Weingebiet etwa zehn Mal so groß wie heute. Auf etwa 6000 Hektar ist die Anbaufläche seit damals geschrumpft, aktuell wachsen die Rebstöcke vornehmlich an nach West oder Süd ausgerichteten Hängen. Geschrumpft dagegen ist nicht der Ruf des Frankenweins, den Kenner früher wie jetzt zu schätzen wussten und immer noch wissen. So wurde Goethe verdrießlich, wenn ihm sein „Stein“ fehlte. Mit „Stein“ war Wein einer alten Würzburger Lage gemeint. Wahrscheinlich wuchs dort Silvaner, denn Franken, und vornehmlich das Maindreieck, ist Silvanerland, obwohl meist Müller-Thurgau angebaut wird.
Der Bocksbeutel, diese bauchige, flache, grüne Flasche in Form einer Pilger- oder Feldflasche dient seit etwa 250 Jahren als typisches Behältnis und wurde so etwas wie ein Markenzeichen für kernigen deutschen Wein, für Frankenwein. Obwohl Enklaven in Baden und Portugal Ausnahmen bilden.
Eine zeitgemäße Interpretation klassischer Rebsorten in traditioneller Flasche liefert die Weinmarke Franconia von der DIVINO Nordheim eG. Die Nordheimer Winzer bewirtschaften von bröckeligen Tongesteinen durchzogen Muschelkalkboden am südwestlichen, auslaufenden Bogen der Mainschleife, eben auf der Weininsel.