 - Caroline Diel mit Vater Armin: Eine perfekte Verbindung.
Was soll man da schreiben? Großartig! Dass der Weinjahrgang 2009 generell ein außerordentliches Potential aufweist, wurde hinreichend veröffentlicht. Dass Weine von der Nahe heute zu den Innovationen aus Deutschland zählen, ist bekannt und dass das Traditionsweingut Diel auf Burg Layen seit etwa 200 Jahren an seiner weinigen Geschichte schreibt und seit Jahren Feinstes auf Flaschen zieht, entspricht den Lobeshymnen, die alljährlich angestimmt werden. Armin Diel ist fast „schillernd“ in Sachen Wein zu nennen, er ist erfolgreicher, wenn auch, wie er selbst verschmitzt anmerkt, „ungelernter“ Winzer, Publizist und Journalist obendrein. Er moderiert Gastro-Sendungen, schreibt Bücher und begleitet kulinarisch interessierte Weinreisende. VDP-Mitgliedschaft ist da schon fast Pflicht, aber sicher auch Berufung. Der im Jahre 1910 gegründete Verein der Prädikatswinzer versteht sich als Garant für Güte und Reinheit gegen Beliebigkeit und Einförmigkeit des deutschen Weins. Authentizität ist heute das Zauberwort, es geht um regionale Verankerung im internationalen Konzert.
 - Die Diels meistern die ,,Lage".
Kleinste Steillage: Pittermännchen
Viel Sonnenschein, regen- und frostarmes Klima sowie der engräumige Wechsel von vermuteten 180 geologischen Varianten an der Nahe lassen in jedem Falle auf Weinvielfalt schließen. Jeder Rebstock nutzt die Kraft aus dem Erdinnern zum Aufbau unzähliger Aromen. Eigenständige kleine Lagen und stilistisches Gespür im Keller unterstreichen die Charakteristik der Weine, je nach dem, ob Würze oder das gewisse Etwas dezent unterstrichen werden sollen. In unmittelbarer Nähe der Burg Layen befinden sich beste Steillagen mit Böden aus Lehm, von verwittertem Schiefer durchzogenen, kiesig-lehmigem Sand, Urgestein, grauem Schiefer und Quarzit. Der hohe Eisenanteil vom „Burgberg“ verleiht den Weinen einen sehr mineralischen Ausdruck. Konsequent stellten Armin und Monika Diel das Rebsortiment auf Riesling und Burgundersorten um, „Schlossberg“ und „Goldloch“ stehen für verlockend fruchtige und kraftvolle Rieslinge. Die kleinste Steillage des Gutes, das „Pittermännchen“, lässt sich mit Wertigkeit von Wein übersetzen und verdankt seinen originellen Namen einer Silbermünze des 16. Jahrhunderts.
 - Caroline Diel beweist Tiefensensibilität.
Hommage an die Zukunft
Seit einiger Zeit ist es die junge Generation, der feingliedrige Authentizität im Keller gelingt. Tochter Caroline arbeitet nach Studium und Praktika im Team mit Kellermeister C.J. Friedrich und natürlich Armin Diel zusammen. Sohn Victor kümmert sich um den Verkauf. Geschwister mit eigener Marke, denn beide gaben ihre Namen einem Wein. Eine Hommage an die Zukunft. Ein Pinto Noir ist nach Caroline benannt, ein komplexer Wein aus der Traubensorte, die am liebsten in ihrer Heimat wächst und von der Önologin „eine Zicke“ genannt wird. Caroline ist ein Mensch mit „Bauchgefühl“. Um die Qualität der Früchte zu erspüren, zerkaut sie Traubenstiele, legt den Rappenanteil der Maische jedes Jahr neu fest und steigt schon selbst mal ins Holzfass zu dem Beerenbrei.
 - Sie besitzt Intuition für Wein.
Erinnerungen an festliches Treiben
Bevor Pinot Noir „Caroline“ 2008 in Flaschen gefüllt wurde, reifte der Rote 21 Monate im Eichenfass seiner würzig-beerigen Intensität mit Anklängen von Cassis, Brombeere, (Trocken)pflaume und Nussschokolade entgegen. Wuchtige Eleganz und feines Säurespiel erinnern an festliches Treiben. „Caroline“ ist schon etwas Besonderes, streng limitiert gelangt der Blaue Spätburgunder in den Handel. Und die Cuvée „Victor“ 2009 schließt sich da perfekt an. Auch er ist nur begrenzt verfügbar. Eine kleine Menge Chardonnay, Weißburgunder und überwiegend (80%) Grauburgunder kitzeln die Nase mit angenehmer Säure, dann darf man die Essenz aus Honig, Melone, Grapefruit und einem Hauch Steinobst kosten. „Dorsheim Pittermännchen GG“, Riesling Großes Gewächs Nahe 2009 ist fein strukturiert mit dezenter Frucht von Aprikose und Pfirsich, von Zitrusaromen begleitet und auf Kräuter gebettet. Eine Rarität. Pittermännchen Riesling Kabinett 2009 ist Amüsement pur im Kreis von Grapefruit, Orangenblüten, Pfirsich und roten Beeren.
 - Im Weinberg geht die diesjährige Lese dem Ende entgegen.
Riesling Spätlese 2009 „Dorsheim Goldloch“ ist von enormer Eleganz. Hochdelikate, luftig schmeichelnde Aromen von sonnenverwöhnten Aprikosen und Pfirsichen grüßen grüne Beeren. Persische Dichter besangen die Aprikose als Samen der Sonne und Lao Tse, der chinesische Philosoph wurde unter einem Aprikosenbaum geboren. Zarte Fruchtsüße steht im Kontext zu distanzierter Säure. Wir bedauern den langen Abschied und wünschen ein erneutes Treffen. Ideal bei Ententerrine mit Orangen- oder Aprikosenchutney, gebratener Forelle mit Gemüse von gelber Paprika oder karamellisierter Tarte Tatin mit Vanillesahne.
 - Nach getaner Arbeit Mittagsschmaus auf dem Schloß.
Die neue gehobene Mittelklasse von dem 22 ha großen Schlossgut Diel an der Nahe ist „Dorsheim Riesling 2009". Ein leicht erfrischend klarer Aprikosen-Apfel-Shake, im Gleichgewicht mit einem kleinen Nadelwald. Ein Entree in die Welt des großen Weins. Unsere besondere Empfehlung: die Facetten der Nahe einfach selber schmecken und der Anziehungskraft der Dielschen Weine vom prächtigen Alltagswein bis zum Großen Gewächs erliegen. Ausgesprochen ausführliche Info über das Weingut, seine Geschichte, die Lagen und Weine unter:
http://www.schlossgut-diel.com
Christa Polenz
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