Fast exclusiv wird in Chile seit 1851 die Rebsorte Carménère angebaut. Die Rebsorte Carménère, hin und wieder auch Grande Vidure genannt, zählt zu den roten, ursprünglich aus Frankreich stammenden und in Bordeaux-Weinen häufig als Beimengung gebräuchlichen, Rebsorten. Bis die Reblaus ihren Vernichtungsfeldzug begann und sie fast vernichtete. Beim Neuanfang des Weinbaus in Europa gaben die französischen Winzer anderen Sorten den Vorrang. Ein paar Rebensetzlinge schafften den Weg nach Übersee und diese alte Rebsorte hatte nie wieder etwas von der schädlichen Laus im Weinberg zu befürchten.
Bis vor kurzem war Wein aus Carménère eher eine regionale Besonderheit, mittlerweile wird der Wein dieser spät reifenden Traube ernst genommen, denn er ergibt kräftige, dunkle Rotweine, die meist reinsortig ausgebaut werden und tannin-arm sind. Carmenère Varietals 2008 von Cono Sur ist so etwas wie der Basis Wein eines jungen Weingutes, das jährlich rund 300 000 Flaschen Wein nach Deutschland liefert und der Üppiges zum kleinen Preis bietet. Leicht trinkbar ist er ein unkomplizierter Wein für jede Gelegnheit, als Reserva ein Muskelprotz für sinnlichen Genuss.