Harry's Bar und Café Florian
Das älteste Cafe Venedigs, das Florian, Ende 1720 eröffnet, direkt an der Piazza San Marco im Bogengang, die wegen der vielen Touristen meist auf Tauben verzichten muss, kann mit Salonmusik und vielen prominenten Besuchern trumpfen, das Lavena, gleich um die Ecke, war das Stammcafé Richard Wagners. Und ganz nahe dem Dogenpalast, im Rücken den Uhrenturm und den Campanile, liegt die Bar-Legende Venedigs leicht zu übersehen hinter einer schmalen und unauffälligen Tür: Harry`s Bar. Hier wurde erstmalig der Bellini gemixt und aus rohen hauchzarten Rinderfilet-Scheiben das Original Carpaccio di Cipriani zubereitet. Heute findet man Carpaccio auf beinahe allen italienischen Speisenkarten, aber eben nicht das Original.
Das erste jüdische Ghetto Europas liegt in Venedigs Stadtteil Cannaregio und begründete eine unrühmliche Geschichte. Im Jahr 1516 verfügte der Senat, dass von nun an abgesondert von den anderen Bewohnern der Stadt, hinter abends zu verschließenden Toren und durch christliche Wächter bewacht, alle Juden in einem abgesonderten Teil der Stadt zu leben hatten. Heute verströmt das Viertel eine gewisse Schwermut. Es mag das Wissen um Geschehenes sein. Klein ist heute die jüdische Gemeinde, nur die zwei alten Synagogen zeugen von ehemaliger Vielzahl der Bewohner. Das jüdische Museum zieht Besucher aus aller Welt an und wer koscheres Essen nach alter Tradition mit italienischem Einfluss kosten möchte, kann das rund um tun. Das Gam Gam serviert Falafel und Co., edel wird im Balthazar Feinschmeckerküche gepflegt.