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Genussreise: Venedig und seine Rezepte

Die Schlagader Venedigs, der Canal Grande. Auf ihm und den anderen Wasserstraßen werden alle Waren transportiert.
Bild: koestlichkeiten.de

Venedig erstmalig bei Nacht vom Wassertaxi aus zu sehen, erscheint wie eine rasante Fahrt durch Bühnenkulissen eines Stückes über Seefahrt und Handelsmacht. Kuppeldächer, Kirchenfassaden und Säulengänge imposanter Stadtvillen machen staunen, man sieht die venezianische Aristokratie förmlich Hof halten. Der Glanz vergangener Tage, der Glanz der Erlauchtesten, la Serenissima, wie Venedig in ihrer Blütezeit genannt wurde, strahlt am hellsten bei Nacht. Denn dann sind die Schäden der Zeit, des Wassers und der Luft nicht deutlich zu erkennen.

Zentrum der Macht und des Reichtums: San Marco und der Dogenpalast.
Bild: koestlichkeiten.de

Tausend Jahre lang war Venedig Stadt und Staat und eines der politisch und wirtschaftlich bedeutendsten Machtzentren Europas. Beispiellos entwickelte sich die Baukultur, hier begann man in Stein zu bauen, verschwenderisch verzierte Fassaden, Skulpturen, Säulen und Balkone aus Marmor, ja, sogar Gold, dienten der Machtdemonstration ihrer in üppigem Wohlstand lebenden Erbauer.

Die historische Fischhalle in der Nähe der Rialtobrücke.
Bikld: koestlichkeiten.de

Reich wurde die Stadt durch Handel mit Gewürzen, aber auch Weizen und Salz zwischen dem östlichen Mittelmeer und Westeuropa. Die reichen Kaufleute standen im Lebensstil dem Adel in nichts nach. Venedig ist eine der romantischten und schönsten Städte der Welt und Venedig lebt immer noch, allen düsteren Prognosen zum Trotz. Vielleicht liegt es an der Grundhaltung der Venezianer, sich treiben zu lassen. Nichts zwingen wollen, sondern sehen, was das Leben so bringt. Auch die Küche Venedigs ist von dieser Haltung geprägt, man nimmt das, was vorhanden ist und lässt viel Olivenöl und Phantasie einfließen.

Süße Canollis und herzhafte Panini haben gemeinsam Platz in venezianischen Auslagen.
Bild: koestlichkeiten.de

Die venezianische Küche war auch nie eine Arme-Leute-Küche. Der originale Geschmack ist von großer Raffinesse und Pracht geprägt, eher einfache Zutaten wie Sardellen oder Stockfisch werden durch exotische Gewürze oder ungewöhnliche Zusammenstellungen aufgewertet. Die vier Grundelemente Bohnen, Reis, Polenta und Baccala bestimmen die venezianische Küche.

Nächster Teil folgt!

Christa Polenz

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