 - Trüffel aus dem Périgord: Absoluter Genuss für Feinschmecker.
,,Die Knolle machte die Runde, und jeder schnupperte ehrfürchtig daran. Anschließend schabte Bruno sie in die warme Suppe, wo sich ihr Duft voll entfalten konnte.“ Bruno ist Chef de police in einem Nest im Périgord im Südwesten Frankreichs. Autor Martin Walker stellt den Périgord-Trüffel in den Mittelpunkt kriminellen Geschehens, das Bruno – sein Protagonist – aufzuklären hat. Pilze und kriminelle Geschäfte? Beim Trüffel ist die Versuchung groß, den pro Kilogramm geben Feinschmecker schon mal rund 1000 € (!) aus. Gleichermaßen empfehlenswert für den Gourmet sind sowohl der Roman ,,Schwarze Diamanten“ mit Bruno als Hauptfigur, als auch grundsätzliches Trüffel-Wissen. Bei der spannenden Lektüre um die ,,Schwarzen Diamanten“, die Périgord-Trüffel, halten sich Spannung und das Gefühl, man müsse sich den ,,Bart lecken“ die Waage.
Brunos Freund und Jagdgenosse wird in der Geschichte ermordet und das Essen, das zum Gedächtnis an den Ermordeten zelebriert wird, erweist sich als ein Traum, den jeder, der gern isst, gerne träumt. Wir lesen mit Genuss: ,,Roland hackte Knoblauch und Petersilie für die pommes sarladaises, und einer seiner Söhne löffelte Entenfett in zwei große Pfannen, um die blanchierten Kartoffeln darin anzubraten, wofür sein Bruder zuständig war. Bruno rieb noch ein bisschen Muskat in die köchelnde Suppe, schmeckte ab und salzte nach, ehe er die von Stéphane mitgebrachte Sahne unterrührte. Joe streifte sich einen Handschuh über, nahm den langen Spieß vom Grill und verteilte die Tauben auf zwölf Teller. Dann schüttete er die Reduktion aus Rotwein und Brühe, die auf dem neuen Herd eingedickt worden war, über das von ihm vorbereitete Kohlgemüse mit Speck.“
Die wohlschmeckendsten ihrer Art
Im dritten Roman verliert der Autor ein wenig von der hausbackenen Stimmung, die den ersten beiden Bruno-Romanen anklebte. Der dritte um die Périgord-Trüffel huldigt mehr der Spannung, wenn auch Bruno – die Titelfigur – öfter mal die ,,Hausjacke“ abstreifen könnte. Wer schon mal Trüffel in seiner Küche verarbeitet hat, wird fasziniert von dem Duft bleiben, den dieser Pilz verbreitet. Périgord-Trüffel gehören zu den berühmtesten und wohlschmeckendsten ihrer Art. Er gehört zur Gattung der Schlauchpilze und gedeiht nur mit einem Wirtsbaum und das sind Eiche und Haselnussträucher. Über sein Pilzgeflecht nimmt der Trüffel Spurenelemente auf und gibt diese an die Eiche weiter. Beim Anblick mancher Trüffeleiche muss man sich ernsthaft fragen, ob diese Symbiose wirklich für den Baum von Vorteil ist. Die Trüffelknolle, auf die es die Feinschmecker abgesehen haben, ist sozusagen die Frucht des Geflechts. Der Périgord-Trüffel heißt wissenschaftlich korrekt Tuber melanosporum. Die Trüffelknolle bildet sich in den Monaten April bis Juni. Während der Reifung verändert sich die Farbe der Schale von rotbraun bis zu mattschwarz. Das Innere ist zuerst weiß, dann grau und zur Ernte anthrazitfarben. Geerntet wird in den Monaten Dezember bis Februar. Die Menschen aus dem Périgord suchen den seltenen und teuren Pilz nicht mit dem Trüffelschwein, sondern mit dem Trüffelhund. Auch in der spannenden Kriminalgeschichte kann man die Trüffelsuche mit dem Hund nachlesen, Autor Martin Walker hat gut recherchiert. Wer ebenfalls Trüffel suchen hilft, sind die Trüffelfliegen. Dieses Insekt verfügt über einen feinen Geruchssinn. Sie lässt sich zur Eiablage über der Erde genau dort nieder, wo in der Erde sich die Trüffelknolle befindet. Die schlüpfenden Maden haben nur einen kurzen Weg zum Trüffel, zum Leidwesen der Trüffelbauern. Schwarze Diamanten ISBN 978-3-257-06782-8 22.90 €
Und hier gleich zwei weitere Buchempfehlungen aus dem Diogenes-Verlag:
Sehnsucht
Die Sehnsucht nach dem Leben auf dem Lande ist schon von den Römern überliefert, obwohl oder gerade weil sie echte Großstädter waren. Zur Sehnsucht auf dem Lande gehört immer auch der Zwiespalt. Es gibt Menschen, die lieben die Natur, den freien Blick auf Bäume, Wiesen und Felder. Andere lieben den einfachen Menschenschlag, den wiederum andere schlichtweg zum ,,ko . . .“ finden. Adalbert Stifter war ein echter Land- und Waldfreak, während Bernhard Schlink schon eher zu den zwiespältigen Menschen gehört, die das Land lieben. Ein nettes, ein amüsantes Lesebuch für Zeitgenossen, die auf dem Land leben und für die, die davon träumen, auf dem Land leben zu wollen. Beides hat seine glückseligen Momente, beides hat aber auch seine Tücken.
Landleben ISBN 978-3-257-24083-2 10.90 €
Zwei für Gerechtigkeit
Ein österreichischer Schriftsteller wird auf dem Weg nach Berlin ermordet. Zwei Mordkommissionen ermitteln in dem Fall, die Berliner und die Wiener. In Berlin begibt sich Thomas Bernhardt auf die Suche und in Wien Anna Habel. Große kulinarische Eigenheiten besitzen die beiden nicht, dafür aber Temperament und Spürsinn. Zwischen Berlin und Wien entwickelt sich eine rasante Jagd nach dem Mörder, in deren Verlauf die Sympathie für die beiden Ermittler wächst und man sich als Leser insgeheim auf einen neuen Fall freut.
Auf der Strecke ISBN 978-3-257-24068-9 10.90 €
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