Eigentlich ist die Tomate eine aromatische Frucht, ein Nachtschattengewächs, und steht in enger Verwandtschaft zu Kartoffel, Tollkirsche, Alraune, Engelstrompete und Tabak. In der Küche wird sie jedoch wie Gemüse behandelt und ist ein Multitalent. Die Österreicher nennen sie Paradeiser, bei uns hieß sie Gold- oder Liebesapfel.
Ein wenig geriet die Tomate durch geschmacklose Treibhausproduktion in Verruf, Neuzüchtungen mit Duft, Geschmack und niedrigem Wassergehalt in vielen Formen und Größen veredelt, bewegen selbst Skeptiker zu einer Neubewertung. Im Durchschnitt isst jeder Deutsche 20 kg pro Jahr von dieser süß-sauren und erfrischenden Kalorienverweigerin. 100g Tomate enthalten etwa 20 Kilokalorien, ca. 90 % Wasser und zugleich eine Fülle an Vitaminen und Mineralien, drunter viel Kalium, Magnesium und Phosphor sowie die Vitamine C und A. Je nach Reifegrad enthält sie mehr oder weniger toxisches Solanin, das aber mit zunehmender Röte verschwindet oder nur noch im Bereich des Stielansatzes zu finden ist und den man deshalb großzügig entfernen soll. Dagegen trumpft der Pflanzenfarbstoff Lycopin mit seiner ihm nachgesagten Vorbeugekraft gegen Krebs auf. Lycopin ist vom Körper im erhitzten Zustand besser aufzunehmen und zu verwerten als im Rohzustand, ein wenig Fett verbessert die Aufnahme zusätzlich.
Nun hat der edel-Verlag nebst Autorin und Fotograf der Tomate ein Denkmal gesetzt. In „Das Tomatenbuch – Verführerische Rezepte“ dreht sich alles um die Hauptdarstellerin und ist 160 Seiten lang eine verführerische Hommage an die Tomate. Vom Tomatenbrot mit Lavendelbutter bis zu Tomaten-Orangen-Couscous reichen die etwa 80 Rezepte, nebst Kochanleitungen und Neuvorstellungen.