Kulinarische Wanderung durch die Kirchheller Heide
Spargel, so frisch mit einer dezenten Süße unter dem Gaumen dahinschmelzend, wo könnte man den erstanden haben? In Bottrop im Ruhrgebiet, im Schlagschatten der Fördergerüste des Steinkohlenbergbaues. Auf Anhieb käme man nicht darauf, dass der Bottroper Ortsteil Kirchhellen an der NRW-Spargelstraße liegt. Die Spargelfelder sind Teil einer urwüchsigen Heide- und Moorlandschaft, in der neben der Köstlichkeit Spargel so seltene Tiere wie Nachtigall, Pirol, Kreuzotter, Schwarzspecht, Eisvogel, Graugans und Fischreiher leben. Auf kleinen ausgetretenen Sandwegen, manchmal nur auf Wildwechseln, laufen wir durch lichte Birken-Eichen-Mischwälder, in die sich hier und da mächtige Kiefern mischen. Der Wald wird lichter, wo sich zum Teil recht große Gewässer in abgegrabenen Sandkuhlen auftun, oder sich unwegsame Moore und Moortümpel als Hindernisse erweisen. Mitten im Land der Großstädte und riesigen Industriekomplexe versteckt sich so etwas wie ,,Idylle“, ja ,,Wildnis“ könnte man sagen. Wildnis zwar aus zweiter Hand, aber in ihrer Urwüchsigkeit kaum zu denken in einem industriellen Ballungsraum.
In die Kirchheller Heide nördlich von Bottrop, am Rande der weiten Haardt, wagte der Regionalverband Ruhr die unmittelbare Nähe von Naturschutz und Publikumsverkehr. Breite Wander- und Radwege durchziehen wertvolle Biotope. Ein Experiment, das zu glücken scheint. Zwar teilen sich den 54 ha großen Heidesee Angler mit dem Wassergetier, obwohl das Angeln verboten ist. Schaden nimmt der See offensichtlich nicht. Leider sind die Müllspuren in der Uferregion nach sonnigen Wochenenden nicht zu übersehen.