Das Weingut Heidi Schröck aus Rust
Als Heidi Schröck 1983 den Betrieb der Eltern in Rust am Westufer des Neusiedler Sees übernahm, war sie noch eine von ganz wenigen Frauen, die den Schritt in die von Männern dominierte Weinszene wagte. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es zwar Großtanten, die das Familiengut leiteten, aber das geschah nur wegen des Männermangels. Von ihnen stammen noch alte, damals gepflanzte Rebstöcke. Heute scheint der Geschlechterwandel in vollem Gange, denn immer mehr Frauen machen Wein und zwar richtig guten. Genau wie Heidi Schröck, die findet, dass Weinbäuerin zu sein, der schönste Beruf auf der Welt ist. „Beim Weintrinken kommen Menschen zusammen und freuen sich, dass sie es gut miteinander haben.“ Und die Frau mit dem gewinnenden Lachen aus einer wunderschönen Landschaft wagte einen weiteren eigenständigen Schritt. Sie kaprizierte sich auf Burgenländer Süßwein, der im Bereich Neusiedlersee-Hügelland nachweislich schon seit 1617 erzeugt wird. Seither hat sich Grundlegendes bei der Weinbereitung geändert. Österreichs Weingesetze sind extrem streng und keine Flasche darf ohne staatliche Banderole in den Handel gelangen. Obwohl Mitte der 1980er Jahre viele Kleinbetriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten oder gar ganz aufgeben mussten, ist Österreichischer Wein heute allgemein wieder begehrt und auch in seiner Vielfalt sehr gelungen.