Das muss ein Schneider sein! | 
|  Weingut von toskanischem Flair mit Kult-Rotwein auf dem Tisch. Bild: Schneider
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Weine von klarem Charakter
Da kommt ein Portugieser daher und gebärdet sich so eindringlich wie ein Franzose, obwohl allgemein bekannt ist, dass die Portugieser Rebe eher nichtssagende Weine hervorbringt. Na, wenn das kein Schneider ist. Der da Ende der 90er für Furore sorgte, war ein nordpfälzer Jungwinzer, der aus alten, vergessenen Rebstöcken auf einem Kies-Terrassenschotterboden einen göttlichen Wein bereitete und ihn lapidar „Rotwein“ nannte. Heute heißt der Göttertrunk „Rotwein Einzelstück“ und nur gesunde, hochreife Trauben gelangen durch Handlese für sieben Wochen mit der Maische in Holz-Gärbottiche. Nach der Lagerung im Holzfass, geschönt wird hier nichts, fließt intensives Holunder- und Schwarzbeerenaroma tiefrot ins Glas.
Stuart Pigott, der Experte in Sachen Weinreise Pfalz, nennt diesen Wein stämmig und energiegeladen wie den Winzer selbst, aber auch ruhig und nachdenklich, eben einmalig.  | 
|  Markus Schneider keltert in der Pfalz Weine und begeistert Genussmenschen wie Kritiker. Bild: Schneider
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Seit der erste Schneider-Wein Kritiker wie Genussmenschen begeisterte, sind einige Jahre vergangen und Schneider-Wein ist nach wie vor Jahr für Jahr aufsehenerregend. Mein erster „Schneider“ war der Rotwein Black Print, eine Cuvée von zweierlei Bodenprägung, nämlich kiesigem Sand und Kalkstein und aus Trauben der Sorten St. Laurent, Merlot, Cabernet Savignon, Syrah und einem Quäntchen Cabernet Mitos sowie Cabernet Dorsa. Die beiden letzten sind Neuzüchtungen mit guter Winterhärte und für den Ausbau im Barrique bestens geeignet, zudem unterstreichen sie die Farbe. Der Black Print schloss sofort Freundschaft mit mir, er umarmte mich warmherzig mit viel Wucht und Herz.  | 
|  Es erinnert in seiner Eleganz an die großen Weinlandschaften des Südens, das Schneider-Gut in Ellerstadt. Bild: Schneider
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Kraft, Stärke und Unbekümmertheit
Markus Schneider überrascht immer wieder mit seinen Weinen. Der „Chardonnay Bubeneck Ellerstadt“ wächst zwar auf kargem Boden, aber im Glas ist davon wenig zu spüren. Eher üppig blumig mit Noten von hellen Früchten schmilzt er auf der Zunge, starke Barrique-Noten trüben ein wenig die sonstige Eleganz.
Pointen setzt Markus Schneider mit den Namen seiner Weine. Er verzichtet fast immer auf Lagen- oder Qualitätsbezeichnungen, dafür ziert ein Bobby-Car einen „Roten“ mit Namen „Tohuwabohu“. Dieser Wein ist eine Hommage an den Sohn Nicolaus, doch was in aller Welt, hat so ein Knirps mit Wein zu tun? Mit einem rubinroten Cabernet Savignon mit 14 % vol. Alkohol und viel Aroma von dunklen Früchten, wie Johannisbeeren, Heidelbeeren oder Kirschen.
Wüst und leer ist das Glas hier in keinem Fall, eher üppig gefüllt mit Kraft, Stärke und Unbekümmertheit. Da gehört schon eine kräftige Mahlzeit wie Rinderschmorbraten oder Pfälzer Saumagen dazu. Und aus der Pfalz entführt uns der Winzer direkt auf die uns abgewandte Seite der Erde. In der Heimat des Sauvignon Blanc und der Sprache der polynesischen Ureinwohner Neuseelands, also auf maorisch lautet die Übersetzung des Namens Schneider Kaitui. Und so heißt dann auch ein sortenreiner und goldiger Sauvignon Blanc „Kaitui“. Einen Korb voller reifer Zitrusfrüchte gießt man sich mit dem „Kaitui“ ins Glas, genial unterstützt eine feine Süße die dominante Säure. Markus Schneider ist schon lange aus dem Schneider, weil ihm immer wieder solche ungeheuer guten Weine gelingen.  | 
|  Barrique-Fässer für den charakterstarken Rotwein. Bild: Schneider
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Hat alles, was ein ,,Großer" braucht
Markus Schneiders Stärke auf dem Gebiet des Rotweins ist absolute Klasse. Hat der „Steinsatz“ aus den Trauben von Merlot, Cabernet Franc, St. Laurent und Cabernet Cubin, einer spät reifenden und fruchtbetonten Sorte, die im Geschmack dem Cabernet Sauvignon ähnelt und mit ihrem Tanninreichtum bestens für Fassausbau geeignet ist, doch alles, was ein „Großer“ braucht. Stuart Pigott schwärmt in seinem genialen Weinführer: „ …Weine mit viel Saft und Kraft, die kein aufgesetztes Lächeln einstudiert haben. Der „Steinsatz“ treibt das ganze Spiel noch höher, ist aber keinesfalls übermächtig oder mit Holzaromen aufgedonnert, trotz seiner muskulösen Körper- und Eichenschminke.“  | 
|  Reben aufbinden für den neuen Wein. Bild: Schneider
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Markus Schneider keltert Weine mit Wiederekennungswert. Und bezahlbar sind die Ellerstädter Weine allemal. Ich bin fast geneigt zu glauben, Markus Schneider habe den deutschen Wein neu erfunden. Info: www.weingutschneider.de E-Mail: weingut.schneider@t-online.de. Tel. 06237 7288. Wir empfehlen für eine Weinreise in die Pfalz ,,Stuart Pigotts Weinreisen – Pfalz“, unter www.fischerverlage.de.
Christa Polenz
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