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Fruchtige Weiß- und Rosée-Weine im Trend

Der Trend für den kommenden Sommer: Weiß- und Rosée-Weine.
Bild: Dieter Simon

Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des deutschen Weininstituts ermittelte, ist der gesamte Umsatz von Wein 2009 in Deutschland im Lebensmittelhandel, Discount und Fachhandel sowie bei den Winzer erneut um 1,2 % gestiegen. Schon 2008 gaben die Verbraucher 2,2 % mehr für Wein aus, 2007 + 1,2 %,  jeweils bezogen auf das Vorjahr. Die Krise konnte dem Weinverbrauch also nichts anhaben. Auch im ersten Quartal 2010 blieb die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel weitgehend stabil. Im Gegensatz dazu verzeichnet Bier ja schon seit Jahren Rückgänge.

Deutsche Weine bleiben mit einem Marktanteil von 54 % weiterhin deutliche Marktführer. An zweiter und dritter Stelle liegen Frankreich und Italien mit einem Anteil von je um 13 %, gefolgt von Spanien mit 6 %. Der Trend zum Rotwein scheint sich nicht fortzusetzen. Dessen Marktanteil lag 2009 zwar immer noch bei knapp 55 %, war aber leicht gesunken. Der Weißweinanteil betrug über 35 %, der von Roseeweinen fast 10 %. Bei deutschen Herkünften erweisen sich Weißweine mit einem Anteil von fast 46 % als merklich beliebter. Diese Angaben beziehen sich jeweils auf den Lebensmitteleinzelhandel. Nach wie vor werden deutsche Weine übrigens am liebsten beim Winzer oder Erzeuger direkt gekauft. Der wertmäßige Anteil der dort bezogenen Weine lag 2009 bei 40 %.
Interessanter als die nackten Zahlen sind jedoch die geschmacklichen Vorlieben und Trends. Bei deutschen Rotweinen findet vor allem Spätburgunder immer mehr Beachtung und beweist seine Konkurrenzfähigkeit durch viele internationale Auszeichnungen. Jedoch nimmt die Rebfläche für Rotwein in letzter Zeit nicht mehr zu, wohingegen die Flächen für Riesling, Weiß- und Grauburgunder deutlich zugelegt haben. Die Stärke der weißen Burgundersorten liegt in ihrer verträglichen Säure und ihrer ausgezeichneten Eignung als Menüweine. Ebenfalls im Trend, speziell in den Sommermonaten, liegen leichte, fruchtige Weiß- und Roséeweine sowie Weißweincuvées mit einem Alkoholgehalt von 10 bis 12 Volumenprozent.

Was trockene Weine angeht, so ist ganz trocken out. Verstärkt gefragt werden Weine, die zwar im trockenen Bereich liegen, deren Frucht aber durch eine leicht angedeutete Restsüße positiv unterstützt wird. Auch Cuvées erfreuen sich stärkerer Beliebtheit. Schließlich kann der Erzeuger durch einen Verschnitt gezielter auf den Geschmack seiner Kunden eingehen. Nach wie vor rasant entwickelt sich der Markt für Bioweine. Öko ist in. So präsentierten sich auf der letzten Weinmesse "ProWein" in Düsseldorf doppelt so viele Anbieter von Bio-Weinen als im Vorjahr.

Kellermeister Martin Schmidt vom Weingut Friedrich Kiefer in Baden bestätigt den Trend.
Bild: Dieter Simon

Eine Recherche beim Weingut Friedrich Kiefer in Eichstetten ergab, dass die klassischen Burgundersorten nach wie vor sehr beliebt sind. Zuwächse wären auch bei Roséweinen, bei Cuvees und bei weiß gekelterten Spätburgunderweinen zu verzeichnen; vor allem bei jüngeren Weintrinkern. „Allgemein geht der Trend hin zu leichten Weißweinen mit dezenter Frucht“, so Inhaber Martin Schmidt. Bei der Oberkircher Winzergenossenschaft wollte man von einem deutlichen Trend nicht sprechen, jedoch spürt man auch dort, dass der Verbraucher im Sommer eher zu leichten, frischen und spritzigen Weißweinen greift. Im Winter würden dann wieder kräftigere Rotweine bevorzugt. Ernst Nickel, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Wolfenweiler im badischen Markgräflerland: „Die hohen Erwartungen in Blanc de Noirs (durch schonendes Pressen zu Weißwein gekelterte Rotweintrauben) haben sich nicht in dem Maße erfüllt wie gedacht, jedoch erlebt der Rosée seit 2009 einen neuen Boom. „Roséeweine gewinnen immer mehr Liebhaber, ein Trend, der sich wohl noch fortsetzen dürfte.“

Ernst Nickel, von der Winzergenossenschaft Wolfenweiler bestätigt ebenfalls den Rosée-Wein-Trend.
Bild: Dieter Simon


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