Aus dem Kochbuch des ,,Apicius"
Das fertige Garum war, nach Ausfilterung der festen Bestandteile, eine stark aromatische dünnflüssige Substanz. Geschamck und Farbe bestimmten die Qualitätsstufe des Garum. Die Römer industrialisierten die Herstellung, produzierten Garum also in Fabriken, vor allem bei Pompeji und Herculaneum, aber auch im heutigen Portugal oder in Südfrankreich. So konnten sie überall auf der Welt auf ihr ,,Lebenselexier" zurückgreifen.
WEr heute wie die Römer kochen will, der kann statt Garum einfach Sardellenpaste verwenden. Wenn er es beschaffen kann, nutzt er das vietnamesische Gewürz Núoc Mâm, das auf die exakt gleiche Weise hergestellt wird, wie das römische Garum.
Aus dem berühmten Kochbuch des Feinschmeckers ,,Apicius", entstanden zur Zeit des Kaisers Augustus, empfehlen wir zur Nachahmung das Rezept einer ,,Vorspeise von Aprikosen",
Gustum de prunis Armeniacis
Zutaten: 600 g frische Aprikosen, 1/4 TL getrocknete Minze, 1 EL Honig, 1/4 l Süßwein (z. B. Tokayer), 1/4 Liter Weißwein, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 EL Olivenöl, 1/2 EL Speisestärke.
Die Aprikosen waschen, entsteinen und in einen weiten Topf geben. Minze, Honig, Tokayer und die Hälfte des Weins zufügen. Mit Pfeffer bestreuen und mit Öl begießen. Bei mäßiger Temperatur je nach Reife der Früchte etwa 10 Min köcheln lassen. Die Speisestärke mit dem restlichen Wein verrühren, hinzufügen, kurz aufkochen lassen und servieren. Nach Belieben mit wenig Pfeffer bestreuen.
Sie können sicher sein, eine Delikatesse aus der Zeit des Christkindes genossen zu haben.
Harald Polenz
(das ,,Special" wird fortgesetzt)