,,Und mischt wieder sein Werk . . ."
Hören wir, wie der Bauer weiter vorgeht:
Salz nun streuet er drauf, und vom Salze gehärteten Käse
Tut er hinzu, legt oben darauf die erwähnten Kräuter . . .
Dann zerstampft der das Ganze, es wird vom Safte durchdrungen . . .
Da nun träufelt er auf vom Öl, dem Palladischen, Tropfen,
Gießt auch sparsam dazu den kraftvoll wirkenden Essig
Und mischt wieder sein Werk, und wieder stößt er die Mischung.
Dann erst geht er im Innern des Mörsers mit zweien der Finger
Rings im Kreis und ballt das Getrennte zur Kugel;
Jetzt ist fertig die Schöpfung, nach Art und Namen Moretum.
Pallas war der Beiname der jungfräulichen Götting Athene und heißt ,,Mädchen". Der Ölbaum war der heilige Baum der Athene, die in Rom Minerva gleichgesetzt war, aus diesem Grund war und ist das Olivenöl etwas ganz besonderes.
Die Idylle bringt uns zu den bäuerlichen Ursprüngen der römischen Küche. Wir kennen das: Was den Menschen der Vergangenheit als ,,einfache" Kost erschien, erscheint uns als Delikatesse.
Moretum-Rezept:
300 g Hartkäse (Pecorino), andere empfehlen Weichkäse, zum Beispiel Feta-Schafskäse; 1/2 TL Salz, 4 Knoblauchzehen, 1 Zweig Weinraute, 1 TL Koriander, 1 Handvoll Sellerieblätter, 1-2 Stiele Dill, 4 EL Olivenöl, 1 EL milder Essig.
Eigentlich verwendete die Römer kein Salz, sondern nahmen zum Salzen das schon in der ersten Folge vorgestellte Garum. Wir nehmen Sardellenpaste oder einfach Salz. Knoblauchzehen häuten und mit Salz in einem Mörser zerreiben, Koriander zugeben und weiter reiben. Der Einfachheit halber kann auch fertig gemahlener Koriander benutzt werden, dann aber etwas sparsamer. Nacheinander Dill, Weinraute, Sellerieblätter, Essig, Öl und Käse zugeben, gründlich zerkleinern und mischen.
Dazu reicht man Fladenbrot.