Die Colonia Claudia Ara Aggrippinensium, das heutige Köln zur Römerzeit, war Hauptstadt der Provinz Germania inferior. Die Ureinwohner der Gegend hatten während des Gallischen Krieges erstmals schmerzhafte Begegnung mit der schlagkräftigen Armee des Imperiums gehabt. Man sollte meinen, die zweite Begegnung, die mit der Küche der Römer, sollte sie entschädigt haben. Denn nicht nur die Ländereien und Siedlungen wurden okkupiert, sondern auch der Herd. Statt Met gab es fortan Wein, statt Getreidebrei Brot und die gesellschaftlich hoch stehenden Schichten der römischen Provinz am Rhein ließen es sich mit exotischen Köstlichkeiten gut gehen, mit Feigen und Datteln, sie würzten ihre Speisen gar mit mit Liquamen, der Römer Lieblingswürze, die sie aus Mittelitalien einführten. Neben der speziellen Verwaltung kamen mit den Soldaten diverse Obstsorten an den Niederrhein.
Zuerst wohl in den Legionslagern, den Kasernen der Römer, später dann aber auch in den Städten, die wiederum durch Landsitze, römische Bauernhöfe, des Umlandes versorgt wurden, machten sich die Römer an den Tischen der ,,Barbaren“ breit. Und diese nahmen die römischen Essgewohnheiten gerne an. In den Kloaken der Kasernen, in der römerzeitlichen Stadtbebauung und den Landsitzen wiesen Archäologen die Reste dieser Spezereien nach, entweder durch glückliche Umstände vollständig erhalten, oder im Form von Samen, Kernen oder Pflanzenresten. Archäobotanik nennt sich dieser Zweig der ausgrabenden Wissenschaft.
Im Buch ,,Grenzenlose Gaumenfreuden – Römische Küche in einer germanischen Provinz“ schildern die beiden Autorinnen, selbst ausgewiesene Fachleute ihrer Disziplin, recht vergnügsam über den Blick in die römische Küche in der Provinz.
Info
Grenzenlose Gaumenfreuden – Römische Küche in
einer germanischen Provinz
29,90 €
Philipp von Zabern
ISBN 97838053-4241-4