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Die ,,Neuen" der Rheingauer Weinszene

Trotz miesen Wetters gab es beachtliche Weine aus dem Rheingau.
Bild: Rheingauer Weinszene

Die Rheingauer Winzer durchlebten im vergangenen Jahr ein Wechselbad der Gefühle. Kühle Temperaturen während der Rebblüte schränkten Hoffnungen auf ein gutes Jahr ein. Geringe Erntemengen waren zu erwarten, vielleicht aber trotzdem hinnehmbar, werden die Trauben doch meistenorts selektiv gelesen. Aber anhaltend niedrige Celsiusgrade und feuchtes Wetter während des Sommers leisteten Fäulnis Vorschub und ließen eher Sorgen und Befürchtungen, denn Trauben reifen. Und wenn die zwar wenigen, aber sehr heißen Sonnentage des Herbstes nicht gewesen wären, dann, ja dann wäre das Weinjahr 2010 ein wirklich karges und saures geworden. So aber konnten die Trauben während einiger sehr sonniger und trockener Tage zur Monatswende September/Oktober 2010 dann doch noch kräftig an Reife zulegen. So ist das Jahr 2010 für die Winzer ein nicht sehr erträgliches Jahr geworden und ein Jahr erhöhter Säurewerte obendrein. Im Rheingau, diesem „Rieslingwunderland“, in dem in den letzten 20 Jahren etwa die Hälfte der Winzer ihr Gewerbe aufgab, ist die mengenmäßig kleinste Ernte seit 1980 eingefahren worden. Im zehnjährigen Durchschnitt werden etwa 80 Hektoliter je Hektar Fläche geerntet. Im Jahr 2010 waren es dagegen noch nicht einmal 50 Hektoliter je Hektar. Nun ist das Können der Erzeuger gefragt, nun kommt es darauf an, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Die Rheingauer-Weinszene, ein auf deutsche Weine aus dem Rheingau spezialisierter online-Weinhandel, stellt aus dem Jahr 2010 unterschiedliche Verkostungspakete zusammen. Unterschiedlichster Rheingau-Geschmack für Diejenigen, die sich selbst ein Urteil bilden und zu den Ersten gehören möchten, die den neuen Jahrgang kennenlernen. Sechs Weine des Jahrgangs 2010, allesamt trocken ausgebaut und natürlich mit Schwerpunkt auf Riesling, können zu Winzerpreisen geordert werden. Hier unsere Verkostungsnotizen zu fünf verschiedenen Weinen von fünf verschiedenen Weingütern.
Ein Terroirwein mit einem Etikett wie eine Erdformationsskizze ist der Riesling trocken 2010 „Terroir Hessen“ aus der steilen Einzellage Schlossberg vom Weingut Laquai in Lorch, im Westen des Rheingaus. Die Brüder Gundolf und Gilbert Laquai erweitern das elterliche Weingut seit 20 Jahren stetig und bewirtschaften heute 16 Hektar sonnenbeschiene Rebflächen in Lorch und Rauenthal. Ein 3 Hektar großer Weinberg im Lorcher Kapellenberg ist als erster Weinhang Hessens in Querterrassierung angelegt. Das schont die Umwelt, nutzt und erhält Boden und erspart Arbeitsstunden. In diesem Jahr ist mit der ersten Ernte zu rechnen. Besonderes Augenmerk widmen die Brüder Laquai den Böden, auf denen die Reben wachsen. Unter dem Namen „Terroir-Projekt-Hessen“ wird mit der Forschungsanstalt in Geisenheim am Beispiel des Rieslings die Entwicklung der Weinsensorik durch unterschiedliche Bodentypen untersucht.

Rieslinge aus dem Rheingau gehören zum Besten, was deutsche Weinberge zu bieten haben.
Bild: Rheingauer Weinszene

Laquai-Riesling 2010 „Terroir Hessen“ stellt sich grüntönig klar und reinfruchtig mit feinwürzigen Noten des tiefgründigen Schieferverwitterungsbodens und Duft von Apfel, Zitrus sowie einer kleinen Aprikose vor. Saftig und offen mit spritzig-spitziger Säure besteht er mit lebhafter Leichtigkeit jede Alltagsanforderung. Er passt perfekt zum Sommer und zu Fisch.
Wein- und Sektgut Barth Weißer Burgunder 2010 mag es fröhlich und unbeschwert leicht mit floralem Duft sowie saftigen süßsauren Äpfeln und frisch-fruchtigen Birnenaromen. Ein erfrischend schmelziger Wein mit sehr jugendlichem und weichem Schlussakkord. (Ein Porträt vom Wein- und Sektgut Barth finden Sie unter http://www.koestlichkeiten.de/weingut-barth-christine.html
Von Weingut Nikolai in Erbach, einem Familienbetrieb der fünften und sechsten Generation, das etwa 85 Prozent seiner Anbauflächen mit Riesling bestockt, stammt der im Edelstahltank ausgebaute „Placidus“. Vater und Sohn Heinz und Frank Nikolai sind für die Trauben in Feld und Keller verantwortlich. Schonender Umgang mit den Früchten soll bestes Aroma gewährleisten.
Heinz Nikolai „Placidus“ Riesling trocken 2010 fließt hell gelbgrünlich ins Glas und lockt mit Apfel-, Pfirsich- und Zitrusaromen der sanft-verhaltenen Art. Dem Geschmack nach ist dieser Wein ein Riesling, doch fehlt die so typische und geschätzte Säure fast gänzlich. Placidus bedeutet im lateinischen sanft, weich, gefällig und so ist dieser etwas atypische Riesling auch. „Placidus“ ist ein schmeichelndes, etwas schwachnerviges Allroundtalent für Weintrinker, denen ein typischer Riesling zu knackig ist.

Der Oestricher Kran ist ein Wahrzeichen des Rheingaus.
Bild. Deutsches Weininstitut

Holger Daniel setzt ganz auf Einfachheit für die besten Dinge im Leben. Für ihn beginnt Wein mit der Idee und Rheingau mit Innovation. Ganz bewusst verzichtet Holger Daniel auf Prädikate, baut auf Vertrauen in den eigenen Geschmack. Ein klares Etikett in modernem Design ziert drei Qualitäten.- die Basics, die Premiumlinie und in besonders guten Jahren den Maxximum. Auch Sekt bereitet das Weingut Daniel inmitten von Geisenheim und liefert bis ins Schloss Bellevue. Maxximum Riesling trocken gilt als einer der 5 besten Rheingau-Rieslinge. Holger Daniel bewirtschaftet das 7 Hektar große Taditionsweingut seit dem Jahr 2002 in der 4. Generation mit seiner Frau Susanne und investierte in neue Technik und eine durchdachte sowie erfolgreiche Verkaufsstrategie.
Daniel Sauvignon Blanc 2010 „Rheinhessen“ duftet schwach nach Zitrusaromen und ein wenig nach trockener Wiese. Trocken ausgebaut, mit typischen Noten von Stachelbeere und Cassis kommt er im unkomplizierten Alltagsbereich harmonisch über die Runden. Grüner Apfel, Passionsfrucht und leichte Bitternis von Grapefruit kennzeichnen den Sauvignon Blanc als jungen und fröhlichen Tropfen.

Weingärten bei Rüdesheim im Rheingau.
Bild: Deutsches Weininstitut

Weingut Josef Spreitzer blickt in Oestrich auf Weinbautradition bis ins Jahr 1641 zurück. Die Brüder Bernd und Andreas bewirtschaften das 17 Hektar große VDP-Weingut, bauen die Weine im Edelstahltank aus und lagern die Weine in einem alten Gewölbekeller aus dem Jahr 1743. Im letzten Jahr, also im Jahr 2010, wurde wegen der garstigen Witterung die Traubenzone entblättert, wie in keinem Jahr zuvor. Zwischen lichtem Blattwerk trocknen Trauben schneller ab und die Gefahr von Fäulnis wird reduziert. Nur gesunde Trauben wurden recht spät, ab 11.Oktober gelesen. Das Lenchen ist eine Einzellage auf Lehm-Ton-Löss-Untergrund und von vielen Wasseradern durchzogen.
Spreitzer Oestricher Lenchen Riesling 2010 Kabinett trocken gefällt durch fruchtig-frischen Duft und klassisch munteres Fruchtspiel sowie animierende Säure. Ein leichtfüßiger Wein, duftig, zartfruchtig und dennoch nachhaltig eindrücklich. Ein junger Riesling mit pikanter Zitronigkeit wie er sein soll.
Das breite Sortiment an Weiß-, Rot-, Roséweinen und Winzersekten sowie Probier- und Themenpaketen, lernen Sie kennen unter:

http://www.rheingauer-weinszene.de

Die Auswahl der Weine erfolgt mit fachmännischer Beratung von Experten auf der Basis umfangreicher Blindverkostungen.



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