Erdbeeren, sie gelten als die Frühlingsboten schlechthin. Was liegt daher näher, als sie für einen schönen Frühlingsabend mit einem flotten, fruchtigen Tropfen zu vermählen? Wer meint, mit Sekt oder Secco würden sie nicht schmecken, der irrt. Im Gegenteil, es ist ein Genuss! Dass in „Pretty Women“ Richard Gere Julia Roberts mit Erdbeeren in Champagner umwirbt, ist kein Zufall. Schon seit Jahrtausenden gelten diese roten Früchte als erotisch. Ob dies nur am Aussehen liegt oder auch an den Inhaltsstoffen, ist zwar nicht geklärt, doch nicht verboten ist, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen.
Jeder kennt die berühmte Erdbeerbowle. Aber Erdbeeren bieten noch viel mehr Möglichkeiten, mit Wein oder Sekt zu korrespondieren. Besonders gut eignen sich Rosésekte der Variante trocken, denn dies bedeutet bei Sekt leicht süß. Echt trocken, wie bei Wein, heißt bei Sekt ja brut oder gar extrabrut.
Eine wunderbare Kombination – man möchte gar nicht mehr aufhören – sind Erdbeeren in Weingelee mit einem schönen Rosésekt oder Secco. Mit dem Gelee muss man allerdings einen Tag zuvor beginnen. Für zwei Personen werden benötigt: 350 g Erdbeeren, 250 ml Roséwein, 90 g Zucker, 5 Blatt Gelatine, Chili, Vanille, Pfeffer – jeweils gemahlen. Den Wein mit dem Zucker (je nach dem, ob der Wein trocken ist oder nicht, etwas mehr oder weniger Zucker) erwärmen, bis sich der Zucker gelöst hat. Nicht kochen! Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken und im Wein auflösen. Die Erdbeeren waschen, kleiner schneiden, in zwei bis drei Suppentassen verteilen, je eine Priese Chili, Pfeffer und Vanille zugeben, den Wein darüber gießen und alles bis zum nächsten Tag kalt stellen und fest werden lassen. Zum Stürzen die Suppentassen kurz in heißes Wasser stellen (nicht zu lange, sonst wird die Gelatine flüssig) und je auf einen Teller stürzen.
Sehr dazu gefallen hat der 2008 Oberkircher Pinot rosé Sekt Baden trocken, ein Winzersekt der Oberkircher Winzergenossenschaft, der im Bukett Noten zeigt von Erdbeeren, Jasmintee, Heublumen, mit edlem Körper und feinem Schmelz. Der mittelbadische Wein- und Sekterzeuger mit Traube im Gault Millau Führer und vielen Auszeichnungen ist für seine guten Qualitäten bekannt. Ebenso mundet ein fruchtiger Secco rosé. Sehr gefallen hat der Secco Rosé, Deutscher Perlwein, trocken, Weingut und Privatkellerei Julius Zotz im südbadischen Heitersheim, der in der Nase Noten zeigt von Erdbeeren, Orangen und Boskop-Äpfel, gepaart mit einem süffig-erfrischenden Körper und feinherbem Finish. Das Weingut, das den Stil einer Südstaaten Hazienda mit deutscher Moderne geschickt vereint, ist durchaus den Besuch wert.
http://www.best-of-baden.de
Dieter Simon