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Trauben vom Leithaberg sorgen im Weingut Prieler für außergewöhnliche Weine.
Fotos: Weingut Prieler

Weine von tiefgründiger Schönheit

Die Weine der Familie Prieler besitzen einen internationalen Ruf.

Schützen am Gebirge ist eine alte Grenzwächtersiedlung im nördlichen Burgenland mit dörflichem Charakter. Wald, Äcker und Weingärten prägen die Landschaft. Der Schützner Stein ist ein Teil des Hügellandes am Westufer des Neusiedler Sees. Auf dieser Erhebung mitten im Naturschutzgebiet liegen die 20 Hektar Weinberge des Weingutes Prieler. Die Prielers leben seit Generationen von der hier einzigartig günstigen Erde. In vergangenen Zeiten als Landwirte, heute als Winzer.
Das Weingut Prieler ist ein reiner Familienbetrieb in bestem Sinne. Jeder hat seine Aufgaben, seine Kenntnisse, doch letztlich sind alle Aufgaben geteilt und die Grenzen fließend. Das gemeinsam Erreichte zählt. Und das Ziel ist guter Wein, der in einer idyllischen Landschaft auf unterschiedlich geologischen Komponenten wächst und dem kleinräumig verschiedene Witterungsfaktoren ganz individuelle Züge verleihen.
Die höchste Erhebung des Leithabergs ist der Goldberg mit etwas mehr als 200 Metern Höhe. Sein oberer Teil trägt die tollen Weinlagen Ungerbergen, Sinner und Seeberg. Die Reben wachsen entweder direkt am Hang oder in geschützten Mulden größtenteils auf sehr kargem Muschelkalk, auf Kalksandstein und Lockersedimenten.

Rotweine dominieren das Prieler-Sortiment.

Dieser Boden speichert die Wärme bestens, ist jedoch erosionsgefährdet und lässt an einigen Stellen sogar das kristalline Herz des Höhenzugs als schroffe dicke Brocken in den Weinbergen zutage treten. Ein kleines Trockenrasengebiet mit vielfältiger Blumenpracht und seltener Begleitfauna steht unter Vollnaturschutz. Von hier aus kann man einen grandiosen Panoramablick ins Land und über den See genießen. Außerdem ist der Goldberg mit seinen vorgelagerten Flächen seit dem Jahr 2000 ein Teil des europäisch geschützten Gebietes Natura 2000. Infos unter: www.burgenland.at/natur-umwelt
Glücklich, wer hier Weinberge besitzt, denn hier herrscht verlässliches Klima ohne Hagel, Nebel oder Frost vor. Zwar müssen die Trauben ums Wachstum kämpfen und bleiben dadurch kleiner als in Flachlagen, sind dafür aber extraktreicher und gesünder.
Engelbert Prieler, der Senior des Weingutes Prieler in Schützen am Gebirge, der mit seiner Gattin Irmgard das Weingut leitet, präferiert seit jeher diese Berglagen und deren natürliche Ertragsbegrenzung die von den Prielers noch durch kurzen Rebschnitt zugunsten einer hohen Weinqualität unterstützt wird. Nur war es mühsam, brauchbare Flächen zusammenzubekommen, die vormals viele Eigner besaßen. Mitte der 80er Jahre aber war es dann soweit, dass er, der sich bevorzugt in seinen Rieden zwischen den Reben aufhält, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon an idealer Stelle pflanzen konnte. Die Mühen haben sich gelohnt, gehören die Prieler-Weine doch zu den besonders eigenständigen, charakterstarken Weinen, die nicht uniform gefällig, sondern extrem prägnant schmecken. Der dezimierte Sortenspiegel beschränkt sich auf Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir sowie Welschriesling, Pinot Blanc und Chardonnay.

 

Tochter Silvia Prieler setzt auf den biologischen Anbau. Sie ist Mikrobiologin und Kellermeisterin in einer Person.

Silvia Prieler, die Tochter des Hauses, Mikrobiologin und Kellermeisterin, schätzt Burgundersorten und deren Herkunftsregion. Und weil auf kalkreichem Schützener Boden der Pinot Noir gut gedeiht, wundert es nicht, dass der Wein von Silvias Lieblingssorte sehr individuell und reintönig ausfällt.

Silvia Prieler ist einer der 11 Weinfrauen, denen Gemeinsamkeit mehr zählt als Konkurrenz und engagiert sich vehement mit Winzerkollegen für die besondere Region Leithaberg und den gebietstypischen Wein. Jeder Mitgliedsbetrieb keltert jährlich je einen Roten und einen Weißen mit Leithaberg-Label. Besonders gut eignet sich die alte österreichische Sorte Blaufränkisch dazu, den Regionalcharakter kraftvoll in den Wein zu transportieren. Leithaberg muss nach Leithaberg schmecken. Hier gibt die Natur das Gleichmaß vor.

Der Leithaberg im Burgenland liefert den Grundstoff für eigenwillige Weine.

2009 Blaufränkisch Leithaberg DAC ist ein würziger und lebendig strukturierter Botschafter des namengebenden Berges von dem er stammt. Schon farblich reich an dunkelrubinigen Tönen entwickelt er nach dem Duft eine sehr entschiedene Geschmacksprogression auf der Basis roter und schwarzer Beeren, Kirschen, Zwetschgen, Schokolade, zarten Orangennoten und Lakritz. Sehr lang überzeugt dieser Wein durch Würze, Harmonie und Eleganz.
Blaufränkisch Johanneshöhe 2008 entwickelte auf kieselsteiniger Erde mit hohem Eisenanteil feine Frucht von vornehmlich Brombeeren, schwarzen Kirschen und Cassis sowie eine angenehm pflanzliche Art mit Gewürznoten und leichtem Rauch. Seiner mittelrubinroten Farbe stehen robustes Tannin und drahtige Struktur gegenüber. Er gibt sich etwas flüchtig, ist jedoch als unkomplizierter Wein der Spaß macht, eine gute Wahl in fairer Preislage und ein idealer Speisenbegleiter.

Auf kalkreichem Boden gedeiht der Pinot noir besonders gut.

Blaufränkisch Goldberg ist der beste Wein der Familie Prieler und wird nur in ausnehmend guten Jahren nach dreijähriger Reifezeit abgefüllt. Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht verzögern die Reifung der Trauben und fördern deren Extraktkonzentration und gewährleisten ein langes Sammeln von Farbpigmenten.
Blaufränkisch Goldberg 2007 von warmem Schiefer übernimmt tiefdunkel rubingranatfarbig von violetten Reflexen durchfunkelt und intensiv aromatisch die Paraderolle. In seinem Duftpaket trägt er reife Brombeeren, Kirschen, Schokolade, Nusspikanterie und stimmt den Geschmackssinn intensiv auf den kraftvollen Genuss ein. Reife Kirschen, von einem breiten Aromenspektrum unterlegt, geben den samtig trockenen, von eleganter Würze begleiteten, Ton an. Durch schokoladigen Abschied bleibt dieser imponierende Wein ausnehmend lang im Gedächtnis. In diesem Wein steckt das edle Herz der Familie Prieler.
Neben Silvia Prieler ist Bruder Georg Prieler im Keller für Gärtechnik, Ausbau und Abfüllung der Weine verantwortlich.
Im Stahltank wird der Pinot Blanc Seeberg 2010 ausgebaut. Auch dieser Wein ist, obwohl eher ein Basiswein, sehr eigenständig und gar nicht anbiedernd. Pikant unterscheidet er sich von vielen extrem belanglosen Weinen dieser Rebsorte durch ausdrucksbetonten Duft von weißen Pfirsichen, Birnen, Äpfeln und Nüssen, freundliche Mineralität und saftig vielschichtige Frucht. Im Abschied eher schüchtern, steht sein fruchtig-frischer Geschmack doch für absolute Trinkfreude. Genauso gut wie uns, schmeckte er auch anderen Menschen, denn der 2010er Jahrgang ist bereits ausgetrunken. Aber der nächste Jahrgang kommt bestimmt, die meisten Trauben sind bereits gelesen.

Wein ist bei den Prielers Familiensache und sie machen Weine, die Eindruck hinterlassen.

Viel von dem, was die Familie Prieler schätzt, steckt auch in ihren Weinen. Diese Region verbindet Leichtigkeit mit Kraft und der Wein hier ist Spiegel der Menschen: Offen, zugänglich und dennoch nicht leicht zu ergründen.
Auch auf die Weine vom Weingut Prieler muss man sich einlassen. Manchmal braucht es einen zweiten oder noch einen weiteren Schluck, um ihr Potential zu schmecken.

Prieler Pinot Noir 2008 verkörpert dunkelrot mit violetten Reflexen die Kraft sonnenverwöhnter Hänge und herzhaft aromatischer Fässer, in denen er 20 Monate reift. In seinem komplexen aber säurestarken Duft verbinden sich erfrischend rote Beeren mit kräuterwürzigen Akzenten und leichten Röst- und Holznoten. Etwas muss sich die feinsaftige Frucht offensichtlichem Tannin beugen. Dieser Pinot Noir ist ein kräftiger Kerl in samtigem Wams von mittlerer Fülle und kühlem Naturell. Mir persönlich fehlen die typische Pinot Noir-Eleganz und ein paar überraschende Twists. Dennoch ist er ein idealer, weil kräftiger und verlässlicher, Begleiter der herbstlichen Küche mit Wild- oder Pilzgerichten.
Dass Wein mehr als nur die Summe der Böden, Lagen, Trauben und Weinbereitung ist, zeigen die Weine der Familie Prieler. Die Prielers machen Weine, die Eindruck hinterlassen, die im Gedächtnis bleiben. Weinkunst in Vollendung eben. Darauf können sie stolz sein.
Infos zu Weingut, Familie, Landschaft und natürlich den Weinen unter: http://www.prieler.at



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