Es wird wohl noch eine Weile dauern bis sich der Winter verzogen hat und sich neuer Elan einstellt. Was Sie jetzt tun können? In die Röhre schauen. Die Backröhre sollte jetzt wieder häufiger zum Einsatz kommen: jetzt ist die Zeit dafür. Außerdem gelingen ohne viel Aufwand köstliche Gerichte. Denn gerade bei ungemütlichem Winterwetter kann gutes Essen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Was gibt es schöneres bei nasskaltem Wetter, als es sich bei einer warmen leckeren Mahlzeit gemütlich zu machen und sich zu stärken?
Der Backofen
Vor etwa 7500 Jahren erblickte im heutigen Anatolien eine kulturelle Errungenschaft das Licht der Welt: der Backofen (heute auch als Backrohr, Backröhre, Bratröhre oder Rohr bekannt). Wenngleich unklar ist, was genau dort gebacken wurde, ist es nicht verwunderlich, dass sich in Ägypten (etwa 2000 Jahre später) eine regelrechte Brotkultur entwickelte.
Dass Brot verbindet ist auch in unseren Gefilden nicht unbekannt. Bis in die 1960er Jahre war es – gerade in ländlicheren Gebieten – üblich, dass sich die Dorfbewohner zu Backtagen in so genannten Backhäusern oder Backes trafen um dort zu backen. Heutzutage findet sich in nahezu jedem Haushalt ein Backofen. Wohl in den wenigsten Fällen dürfte dieser noch zum Backen von Brot verwendet werden. Stattdessen bereitet man im Backrohr vielerlei süße aber auch pikante Köstlichkeiten zu, die den alten Ägyptern wahrscheinlich nicht einmal im Traum eingefallen wären.
Ohne viel Aufwand kann darin z.B. eine Gemüsewähe zubereitet werden, die sowohl als Festspeise wie auch als Fastenspeise Anklang findet. Der Begriff Wähe kommt aus der Schweiz und bezeichnet ursprünglich für einen Blechkuchen, der süß oder pikant gefüllt wird. Eine Wähe kann aber auch in einer Form gebacken werden. Doch auch andere leckere Spezialitäten wie Pizzen (z.B. mit Thunfisch), Blätterteigtörtchen, gefüllte Brötchen es ohne den Backofen nicht geben.
Höchste Zeit also der Röhre wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen und ihr das ein oder andere pikante Gericht zu überlassen.