In Deutschland dürfen sich die Konsumenten auf eine Apfelernte in Höhe von 890.000 Tonnen Äpfel freuen (Quelle: Ernteschätzung 2010 der Agrarmarkt Informationsgesellschaft AMI Bonn). Das macht pro Einwohner – vom Baby bis zum Senior – 10,88 Kilogramm während dieser Saison. Das entspricht etwa 50 Äpfeln made in Germany! Kleinkinder können mit Apfelbrei – vorzugsweise aus süß-aromatischen Sorten wie Gala oder Golden – gefüttert werden, ältere Menschen greifen am besten zu säurearmen Äpfeln mit weichem Fruchtfleisch wie dem Shampion. Zwar ist Deutschland innerhalb der EU Importweltmeister, was das Lieblingsobst der Deutschen betrifft. Doch die Vorzüge von regional angebautem Obst liegen auf der Hand: Äpfel aus Deutschland profitieren von kurzen Transportwegen zum Handel und kommen knackfrisch an. Sie stammen aus Kontrollierter Integrierter Produktion, ein umweltbewusstes Anbauverfahren, das die biologische Vielfalt, den Umwelt- und Gesundheitsschutz fördert. Kontrollen durch unabhängige Zertifizierungsgesellschaften stellen die Erzeugerbetriebe und ihre Vermarktungsunternehmen sowie ihre Produkte regelmäßig auf den Prüfstand. Darüber hinaus hat jede Erzeugerorganisation ihre eigenen strengen Auflagen, eine Art „Ehren-Kodex“. Dietmar Bahler, Leiter der Sparte Obst der BayWa AG, erklärt: „Wir wollen den Konsumenten nicht Äpfel nach den vorgeschriebenen Gesetzen und Richtlinien bieten, uns ist es darüber hinaus auch sehr wichtig, die bestmögliche Qualität zu liefern. Deshalb führen fast alle Erzeugerorganisationen eigene Untersuchungen auf freiwilliger Basis durch. Wir haben gewisse Standards für unsere Produkte geschaffen, die kontrolliert und bestätigt werden müssen. Damit gewährleisten wir unseren Kunden die bestmögliche Qualität und können diese auch belegen.“ Als zusätzliche Information für den Verbraucher haben einzelne Anbaugebiete regionale Auszeichnungen entwickelt. Beispiele hierfür sind das Qualitätszeichen Baden-Württemberg oder das Gütesiegel „Obst aus dem Alten Land“.
Dank moderner technischer Ausstattung kann eine umfassende Rückverfolgbarkeit gewährleistet werden. Vom Obstgarten über Lagerung, Sortierung und Verpackung bis in die Supermarktabteilung wird der Weg des Apfels dokumentiert. Ein weiterer Punkt, der für heimische Äpfel spricht: Überseeware wird manchmal gewachst, um den Flüssigkeitsverlust während des Transports zu reduzieren. Die deutschen Erzeuger hingegen verzichten komplett auf das Wachsen von Äpfeln für den heimischen Markt. Nicht zuletzt unterstützt man durch den Kauf von regional angebauten Äpfeln die Bauern aus der Nachbarschaft.
Mit der erwarteten Erntemenge von 890.000 Tonnen liegt Deutschland erneut auf Platz vier der europäischen Apfelproduzenten. Verstärkt angepflanzt werden den Schätzungen der AMI zufolge die Sorte Shampion sowie neue Varietäten wie Cameo®, Junami®, Kanzi® und Wellant®. Der Anbau des für seine guten Koch- und Backeigenschaften geschätzten Boskoops hingegen bleibt im Vergleich zu 2009 stabil. Von dieser alten Sorte werden auch in diesem Jahr fast unverändert 34.000 Tonnen erwartet. Die ertragreiche Saison 2009/2010 haben die Apfelerzeuger in Deutschland zur Zufriedenheit abgeschlossen. Sie konnten mit rund 1,07 Millionen Tonnen zehn Prozent mehr der knackigen Vitaminpakete ernten als im Jahr zuvor und die gesamte Menge erfolgreich vermarkten.