Veilchenknospen, Amarenakirschen und Tabakwürze
In nur ganz wenigen Städten Italiens wurde wie in Montefalco der Weinbau in der Vergangenheit auch innerhalb der Mauern betrieben. Somit lässt ein Besuch der Stadt Einblick in die Geschichte des Weinbaus und der alteingesessenen Rebsorte Sagrantino zu.
Sagrantino findet seinen höchsten Ausdruck im Montefalco Sagrantino DOCG, einem 100%igem reinsortigen Geschmackserlebnis, das rubin- bis granatrot im Glase ein warm-würziges Brombeeraroma verströmt. Der Montefalco Sagrantino DOCG gehört wohl mit zu den besten Rotweinen Italiens. Im Montefalco Rosso DOC überwiegt Sangiovese, Sagrantino, merlot, Cabernet Sauvignon und Trebbiano runden diese meist rubin-violette Cuvee harmonisch ab. Die Nase erschnuppert Veilchenknospen, Amarenakirschen und Tabakwürze.
Die seltene Sagrantino-Traube wird von keiner anderen Rebsorte Italiens in ihrem Tanningehalt übertroffen. Wahrscheinlich deshalb ist eine Mindestreife von 30 Monaten vorgeschrieben, wenigstens 12 davon, muss der Wein im Holzfass ruhen. Unter 13 Prozent Alkoholgehalt kommt keiner dieser Weine in den Handel, beim Sagrantno passito, der „dolce“ Variante, dürfen 14 Prozent nicht unterschritten werden. Ist das herbe Tannin erst gebändigt, besticht das delikate Beerenaroma durch angenehme Wärme und Kraft. Der Montefalco Rosso ist geschmeidiger weinig, Pflaumen schmeicheln dem Gaumen, die Farbe ist rubinrot.