Venedig war über Jahrhunderte Zentrum des Handels in Europa. Auch das Marzipangeschäft wickelten die Venezianer ab und so dachten sich die Sprachforscher, der Begriff ,,Marzipan“ komme von ,,Marci panis“, Gebäck zu Ehren des Hl. Markus, des Schutzpatrons von Venedig. Naheliegend, doch die Meinungen der Fachwelt sind hier gespalten. Ein Teil ist der Meinung, Marzipan stamme vom arabischen Wort ,,Martaban“ ab, was eine bestimmte Art von Krügen bezeichnet, in denen Süßigkeiten, auch Marzipan“ aufbewahrt wurde. Später ging die Bezeichnung der Krüge auf den Inhalt über. Das erscheint den Liebhabern feinster Weihnachtsleckereien nun aber gar nicht so wichtig; wichtig ist vielmehr die Eigenschaft des Marzipans auf der Zunge. Und hier kommt Lübeck ins Spiel und sein bedeutendster Ehrenbürger, Thomas Mann. Der schwärmte: ,,Sieht man diese Süßigkeiten genauer an, diese Mischung aus Mandeln, Rosenwasser und Zucker, so drängt sich die Vermutung auf, dass da der Orient im Spiel ist.“ Richtig, Thomas Mann, auf die Mischung kommt es an, auf das Mischungsverhältnis von Mandeln und Zucker und einiger weiterer Ingredienzen. Das dachte sich auch der aus Ulm stammende Konditor Johann Georg Niederegger, als er 1800 nach Lübeck kam und auf eigene Rechnung die Konditorei Maret übernahm.