Kneipen im Kiez: | 
|  Römische Imbissbuden glichen denen heutiger Großstädte.
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Die Römer und die Gastronomie
Wir haben den Supermarkt mit Imbissgeschäften und Gastronomie erfunden? Das ich nicht lache! Gegenüber dem Forum im antiken Rom liegen die sogenannten Kaiserforen. Als Rom Hauptstadt eines riesigen Reiches geworden war, reichte das alte Forum zur Repräsentation nicht mehr aus. Ob Cäsar, Augustus oder Traian, sie alle erweiterten den Platz, der den Römern heilig war. Traian baute als zentralen Teil seines Forums eine mehrstöckige Markthalle, den ersten Supermarkt, in dem alles verhandelt wurde, von wertvollen Parfüms bis hin zu Lebensmitteln. In den einzelnen Geschossen versorgten bis zu zehn Tavernen die Besucher mit Snacks und Wein, es gab eine großzügige Empfangshalle und Räume für die Verwaltung. Doch, die Traians-Märkte waren nicht der einzige Ort in der Metropole Rom, die zu Römerzeiten für Genuss der vielfältigsten Art sorgte. Die gastronomische Szene Roms, der Kiez, war vornehmlich die Welt der kleinen Leute, der Soldaten, Handwerker, Lohnarbeiter, Sklaven und Freigelassenen. Aber auch die reichen Römer, ja sogar Kaiser und Kaisergattinnen zogen verkleidet, um nicht erkannt zu werden, auf den Kiez, um sich zu vergnügen.  | 
|  In der Colonia Ulpia Traiana waren Gasthaus, Herberge und Therme unter einem Dach untergebracht. Bild: Archäologischer Park Xanten
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Kneipe und Freudenhaus
,,Die Kellerkneipe und die Gaststätte mit ihrem fetten Bratengeruch schüren bei dir die Sehnsucht nach der Stadt, ich sehe es wohl . . . Keine Schenke (taberna) ist hier in der Nähe, um dich mit Wein zu versorgen, auch kein gefälliges Flötenmädchen, um dir zu schwerfüßigem Bauerntanz aufzuspielen . . .“, sagte Horaz dem Verwalter seines Landgutes, der offensichtlich den Reizen des Stadtlebens nachtrauerte. Über das Kneipenleben Pompejis sind wir entsprechend informiert, doch aus der Hautpstadt Rom gibt es entsprechende Hinweise, dass es damals war wie heute: Es gab die Stammkneipe und Stammgäste, der Wirt sorgte für Getränke, Speisen und Unterhaltung. Manchmal befand sich das Freudenhaus nur eine Etage höher, ebenfalls wie heute. Das Angebot einer römischen Kneipe bestand vornehmlich aus Wein, in der Provinz Gallien auch schon mal aus Bier. In einem pompejanischen Gasthaus konnte man zwischen Billig-Wein und dem berühmten ,,Falerner“ wählen. Der Preisunterschied war entsprechend. Das Speisenangebot war übersichtlich. Es gab vegetarische Kost wie Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Gurken, Eier und Käse, auch je nach Jahreszeit Früchte wie Äpfel, Pflaumen, Trauben, Beeren und Kastanien. Für wohlhabendere Gäste gab es ein paar Fleischgerichte.  | 
|  Gegessen und Getrunken wurde im römischen Gasthaus aus Tongeschirr.
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Küche, Köche und die Sklaven
Dafür, dass das Speisenangebot nicht zu üppig wurde, sorgten einige Kaiser mit restriktiven Verordnungen, weil sie in Kneipen die Brutstätten für Verschwörung und Revolution befürchteten. Die römischen Kneipen hatten eher den Charme von Eckkneipen und dienten gleichzeitig als Imbissbuden, weil über die Theke auch nach draußen auf die Straße verkauft wurde. Der Ton in Kneipen war eher rüde, wie aus Kritzeleien an den Wänden und auf Trinkgefäßen zu erfahren ist Ersatz für das bessere Restaurant war das Gastmahl, zu dem geladen wurde. Manch reicher Römer rühmte sich seiner Küche und seine Köche, letztere zumeist im Stande eines Sklaven. Doch davon mehr in einer anderen Folge. Was in Kneipen angeboten wurde, waren Suppen und Eintöpfe, etwa eine pisam, eine Erbsensuppe, deren Rezept wir nicht vorenthalten wollen. Erbsensuppe: Zu gekochten Erbsen werden, nach dem der Schaum abgeschöpft wurde, Lauch, Koriander und Kreuzkümmel hinzugegeben. Zur weiteren Würzung dient eine Mischung aus gestoßenem Pfeffer, Liebstöckel, Wiesenkümmel, Dill, frischem Basilikum, Liquamen (Fischwürze) und Wein, die unter Umrühren hinzugefügt wird, bis die Suppe aufkocht; nach Geschmack kann mit der Mischung nachgewürzt werden. Versuchen Sie es, genießen Sie es und versetzen sich zurück in die Athmosphäre einer römischen Taverne, vielleicht auf der Via Biberatice in den Trajansmärkten, denn dort gab es einige im ersten Supermarkt der Welt.
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