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Länderküche: Karibik


Früchte und frische Gemüse aus der karibischen Küche.

Ananas, Bananen und Kokosnüsse

Länderspecial Karibik mit Rezepten

Allein schon der Frische wegen ist die originale karibische Küche wohl nur vor Ort so richtig zu genießen. Doch lassen sich viele Rezepte und typische Aromen auch „außerhalb“ erfolgreich umsetzen – und damit kann man die heitere Atmosphäre dieser sonnenbegünstigten Inselwelt auch zu Hause beschwören.
Durch einen kleinen Irrtum entdeckte Christoph Kolumbus nicht Indien sondern die Inseln im karibischen Meer und beschrieb in seinen Tagebüchern eine derartige  Schönheit und Üppigkeit, dass bis heute die faszinierende Anziehungskraft der Karibischen Inseln viele Europäer in ihren Bann ziehen. Köstliche exotische Früchte, Gemüse und Nüsse wurden bald begehrte Importware in Europa. Doch wurden die einheimischen Indianerstämme rücksichtslos ausgebeutet, ja fast sogar ausgerottet – und fremde Menschen vieler Nationen bevölkerten bald als „Herren“ diese bunte Welt. Zu den Spaniern gesellten sich die Franzosen, Briten und Holländer, die Sklaverei wurde erst im 19. Jahrhundert offiziell abgeschafft.
Mit dem Ende der Sklaverei nahm der Zustrom der Menschen aus den verschiedensten Winkeln der Welt noch zu, denn Arbeit gab es genug. Die Rassen vermischten sich, und heute leben hier Menschen, die neben europäischen Wurzeln noch afrikanische, ostasiatische oder ostindische haben.
Auch die Küche, man sollte wohl besser sagen, die Küchen, entwickelte sich entsprechend multikulturell und begünstigt vom reichhaltigen Nahrungsangebot der immergrünen Inselwelt und dem Reichtum des Meeres.
Ananas, Bananen, Kokosnüsse und zahlreiche exotische Früchte bestimmen den Speiseplan ebenso wie die unterschiedlichsten Wurzeln und Gemüsesorten. Pfefferschoten geben vielen Gerichten die typische Schärfe und Gewürze wie Zimt, Muskat, Piment und Nelken verleihen ihnen ihr exotisches Aroma. Aber man darf sich nicht wundern, hier Gerichte mit holländischem Käse serviert zu bekommen.
Auf allen Inseln sind knusprige Teigstangen, hergestellt aus Maismehl, sehr beliebt. Trotzdem hat jede Insel ihr eigenes, unverwechselbares Rezept.

 



Westinidsches Hackfleischgericht.

Knusprig gebratene Käsestangen

Zutaten für etwa 10 Käsestangen:
½ l Wasser
Salz
150 g Maismehl (Polenta)
60 – 80 g geriebener Käse (Emmentaler, Gouda, Edamer etc.)

ca. 100 ml Pflanzenöl
Zubereitung:
Das Wasser mit dem Salz aufkochen. Unter ständigem Rühren das Maismehl in das Wasser rieseln lassen und zu einem Brei verarbeiten. Den Topf vom Herd nehmen, unter Rühren den Brei leicht abkühlen lassen und den geriebenen Käse unterschlagen. Etwas ruhen und erkalten lassen. Mit kaltem Wasser die Hände befeuchten und aus dem Teig fingerdicke Stangen von etwa 8 cm Länge herstellen. Auf einen Teller legen, mit Klarsichtfolie bedecken und etwa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. In siedend heißem Fett von allen Seiten knusprig und goldbraun backen. Auf Küchenkrepp legen, wenn die Stangen fertig sind, damit sie das überflüssige Fett abgeben können. Die Käsestangen schmecken herrlich zum Aperitif oder auch Digestif.
Die Zubereitungs- mit Abkühlzeit beträgt etwa 1 Stunde.


Schnitzelchen aus St. Martin

für 4 Personen
St. Martin ist eine etwa 100 qkm große Insel und die Küche ist holländisch geprägt.
Zutaten:
500 g Schweinelendchen
4 Knoblauchzehen
1 EL Kümmel
2 EL Weißweinessig
5 EL Olivenöl
Etwas Piment
3 Paprikaschoten, je 1 grüne, 1 gelbe, eine rot
3 Zwiebeln
5 EL Pflanzenöl
Salz und Pfeffer
Edelsüßes rosenscharfes Paprikapulver
Zubereitung:
Die Schweinelendchen wegen evtl. Knochensplitter waschen, anschließend trockentupfen und in eine Form legen. Die Knoblauchzehen schälen und zerdrücken. Zu den Lendchen geben. Kümmel und Weißweinessig, Olivenöl sowie Piment verrühren und ebenfalls zu den Schweinelendchen geben. Nun die Schweinelendchen etwa einen Tag in der Marinade ziehen lassen. Die Paprikaschoten waschen, entkernen und in feine Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Nun das Gemüse in heißem Pflanzenöl etwa 15 Minuten dünsten und dabei mit den Gewürzen abschmecken. Nun die Schnitzelchen aus der Marinade nehmen und von beiden Seiten kurz und scharf anbraten. Mit der gedünsteten Gemüsemischung belegen uns sofort servieren. Vorzüglich munden dazu Süßkartoffeln, Polenta oder Reis.
Die Marinierzeit beträgt einen Tag, die Zubereitungszeit etwa 40 Minuten.


Pfefferwein aus Westindien

Scharf im Geschmack und mit Alkohol versetzt, dient der Pfefferwein als reines Würzmittel. Keinesfalls darf man den Begriff „Wein“ wörtlich nehmen und das Pfefferzeug trinken. Es ist eine Würzsauce.
Zutaten:
5 frische rote Chilischoten
¼ l weißer Rum
¼ l Sherry
Zubereitung:
Die Chilischoten gründlich waschen und trockentupfen. Der Länge nach aufschlitzen, in ein gut verschließbares Gefäß legen und mit dem Alkohol übergießen. Das Gefäß fest verschließen und den „Wein“ erst nach einer Woche in der Küche verwenden.
Die Zubereitungszeit beträgt etwa 10 Minuten.


Westindisches Hackfleischgericht

für 4 Personen
Auf allen Inseln der Karibik isst man gern Hackfleisch mit Tomatensoße, allerdings scharf mit Chilischoten gewürzt. Ein Chili con Carne, ist also nicht nur typisch für Mexiko. Doch der Clou an der Karibischen Variante sind die Rosinen und der Fruchtsaft.
Zutaten:
2 große Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Chilischoten
5 EL Pflanzenöl
500 g Hackfleisch, am besten gemischt
2 EL Tomatenmark
1/8 l Rotwein
½ l Brühe
300 g gekochte Bohnen nach Wahl, z.B. Kidneys oder schwarze Bohnen
Saft von ½ Orange und Limette
Salz, bunter Pfeffer, Cayennepfeffer
1 Schuss Pfefferwein
Rosenscharfes Paprikapulver
2 EL Kräutermischung aus Estragon, Thymian und Majoran
50 g Rosinen
Zubereitung:
Die Zwiebeln und die Knoblauchzehen schälen und hacken. Die Chilischoten säubern und entkernen und fein würfeln. Das Pflanzenöl erhitzen und darin die vorbereiteten Zutaten inklusive dem Hackfleisch unter ständigem Rühren anbraten. Mit Tomatenmark durchrösten und mit Rotwein sowie der Brühe angießen.Die Bohnen und die übrigen Zutaten (außer den Rosinen) darunter mengen und das Ganze etwa 15 Minuten köcheln lasse. Zuletzt die Rosinen unterheben. Mit Reis oder knusprigem Weißbrot servieren.
Die Zubereitungszeit beträgt etwa 30 Minuten.


Gefüllte Koksnüsse aus Jamaika

für 4 Personen
Die Zubereitung dieses Gerichts erfordert ein wenig „Heimwerker-Geschick“, da zuerst die Kokosnüsse so angebohrt werden müssen, dass die Milch herauslaufen kann. Anschließend sind die harten Nüsse noch quer durchzusägen.
Zutaten:
4 Kokosnüsse
500 g Tomaten
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
5 EL Pflanzenöl
500 g gekochte Hühnerfleischwürfel
200 g gekochter Reis
200 g Maiskörner, gekocht (können auch aus der Konserve sein)
200 ml Hühnerbrühe
Salz, Piment, Cayennepfeffer und gemahlene Muskatblüte
Zubereitung:
Die Kokosnüsse anbohren und von der herausfließenden Milch etwa 100 ml beiseite stellen. Mehr wird für dieses Rezept nicht benötigt. Anschließend die Kokosnüsse halbieren und das feste nussige Fleisch herauslösen. Etwa 1/3 des Fruchtfleisches fein reiben. Den Rest kann man für andere Gerichte verwenden oder als Snack servieren. Jeweils zwei Hälften der leeren Kokosnusschalen mit Hilfe von Alufolie, die jeweils zu Ringen geformt wird, auf Tellern anrichten. Die Tomaten blanchieren und häuten, entkernen und das Fruchtfleisch fein würfeln. Die Zwiebeln und die Knoblauchzehen schälen und hacken. In heißem Pflanzenöl das Zwiebeln-Knoblauch-Gemisch glasig anschwitzen und die Tomaten- und Hühnerfleischwürfel zugeben. Unter gelegentlichem Rühren den Reis und die Maiskörner einstreuen und mit Kokosmilch und Brühe aufgießen. Das Ganze etwa 10 Minuten köcheln lassen und pikant abschmecken. Zuletzt einen Teil der geriebenen Kokosnuss unterheben und das Ganze in die Kokosnusschalen füllen. Mit restlichen Kokosraspeln garnieren. Dazu passen Bananenchips und verschiedene Gemüse. Man kann auch Kokosnussmark und fertige Kokosraspel verwenden. Auch gibt es feuerfeste Gefäße, die wie Kokosnüss aussehen.
Die Zubereitungszeit beträgt etwa eine Stunde. Es kommt ganz ndarauf an, wie lange man mit den Kokosnüssen beschäftigt ist.


Frittierte Bananenchips

Speziell auf Puerto Rico rangiert die Gemüsebanane an erster Stelle als Beigabe zu Hauptgerichten oder in mannigfacher Vielfalt als Vorspeise. Die Bananenchips sind als Snack oder als Beilage nicht zu verachten, außerdem sehr einfach zuzubereiten. Lediglich das Schälen der Gemüsebanane fordert den Koch heraus. Am besten schneidet man die Enden ab und halbiert die Banane quer. Jede Bananenhälfte nun mit einem spitzen Messer mehrmals einritzen und die Schale lösen. Nun das Fruchtfleisch quer in dünne Scheiben schneiden.
Zutaten:
1 kg grüne Gemüsebananen
Reichlich Öl zum Frittieren
Zubereitung:
Bananen schälen und das Fruchtfleich quer in dünne Scheiben schneiden. Nun möglichst viele Bananenscheiben gleichzeitig ins siedend heiße Fett legen und knusprig goldgelb frittieren. Die fertigen Chips unbedingt auf Küchenkrepp legen, damit das überschüssige Fett aufgesaugt werden kann. Eine genussreiche Variante ist es, die fertigen Chips mit frisch gepresstem Limonensaft zu beträufeln.
Die Zubereitungszeit beträgt etwa 30 Minuten.

Zu einem Menü a la Karibik passt hervorragend eine Pina Colada als Getränk. Pina Colada ist die vollendete Harmonie zwischen Kokosnuss und Rum, wird aber an jeder Ecke der Welt anders zubereiten.
Zutaten:
6 cl weißer Rum
6 cl Ananassaft
4 cl Kokosnusssirup
1 cl Kokosnusscreme
4 Eiswürfel, können aber je nach persönlichem Geschmack auch mehr sein
½ Ananasscheibe
Zubereitung:
Alle Zutaten in den Shaker gießen und kräftig schütteln. Durch ein Sieb in ein Highballglas gießen und mit der Ananasscheibe garnieren.
Wussten Sie eigentlich, dass für die Herstellung von ca. 110 l Rum 1 000 kg Zucker benötigt werden?

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