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Die Kandisstory


Kandis mit Zwiebel, ein überliefertes Hustenrezept, das schmeckt.

Es dauerte viele Hundert Jahre, bis die Süße die Gestalt des
Kandis erhielt: Um 600 n. Chr. gewann man in Persien den ersten Zucker, der
ungefähr so aussah wie heute der unsrige. Kandis hingegen wurde erstmalig im
9. Jahrhundert von den Arabern hergestellt. Sie gewannen große Kristalle durch
langsames Abkühlen gesättigter Zuckerlösungen. Um das Jahr 1000 nutzten
arabische Ärzte Kandis als Heilmittel gegen Augenkrankheiten. Die ersten
Kreuzritter verbreiteten das Wissen über diesen heilsamen und schmackhaften
Zucker in ganz Europa. Schon wenig später entwickelte sich ein erster lebhafter
Zuckerhandel in Venedig. Produziert wurde das wertvolle Gut in Zypern und
Kreta. Die Brockhaus Enzyklopädie aus dem Jahr 1865 verrät, wie Kandis vor
150 Jahren hergestellt wurde: indem man den „geläuterten, aber nicht stark
eingekochten Zuckersaft in kupfernen, mit Zwirnsfäden durchzogenen Gefäßen
(Potten) erst an einem kühlen Orte, hiernach einige Tage in der Darrstube“
kristallisierte. Noch bis 1960, bis zur Entwicklung des heutigen Herstellungsverfahrens, war dieser so gewonnene „Fadenkandis“ der meistverkaufte.

Kandis mit Zwiebeln


Großmutters Hausmittel bei Erkältungen


Die alten Hausmittel sind fast in Vergessenheit geraten.
Dazu gehört auch Kandis mit Zwiebeln, das über Generationen bei Erkältung
angewendet wurde. Vertraut man auf Großmutters Tipp, so sollte man das
Rezept ruhig mal ausprobieren. Sowohl in der Anwendung wie auch in der
Herstellung ist Kandis mit Zwiebeln kinderleicht. Durch den Kölner Krusten
Kandis erhält das Hausmittel eine angenehme Süße.
Tipp:
Zwiebeln und Kandis sind meist vorrätig; so lässt sich das Hausmittel jederzeit
herstellen.
Großmutters vergessenes Hausmittel gegen Husten
Zutaten:
23 dicke Zwiebeln
250 g Kölner Krusten Kandis
Variante 1:
Die Zwiebeln schälen und in Stücke schneiden.
Mit 1/2 l Wasser und Kandis aufsetzen und 10 bis 15 Minuten schwach kochen
lassen, durchsieben.
Anwendung: Von dem Sirup 1 bis 2 Esslöffel stündlich einnehmen.
Variante 2:
Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden.
Zwiebelringe abwechselnd mit Krustenkandis in ein Glas schichten, verschließen
und an einem warmen Ort ziehen lassen.
Anwendung: Von diesem Zwiebelsaft stündlich einen Esslöffel nehmen.



Erfrischend, exotisches Erlebnis: Gründer Tee mit Limette und Kandis.

Die Kandislandkarte

Über 400.000 Tonnen Zucker werden jedes Jahr von den Deutschen vertrunken,
verbacken oder verkocht. Davon entfallen ca. 10.000 Tonnen auf Kandis. Wollte
man eine Landkarte einfärben, die die Verwendung von Kandis anzeigt, ergäbe
sich ein eindeutiger Farbverlauf, der nicht zufällig der gleiche wäre wie für die
Verteilung der Teetrinker in Deutschland: dunkel im Norden, heller werdend
Richtung Süden. So werden über 40 Prozent des Kandis im Nordwesten unseres
Landes verkauft, in Ostfriesland. Immerhin noch jedes fünfte Paket findet seinen
Abnehmer in Nordrhein-Westfalen. Auch die Vorlieben für weißen beziehungsweise
braunen Kandis sind eindeutig verteilt: Über die Hälfte des weißen Kandis
versüßt schwarzen Tee in norddeutschen Tassen. Je südlicher der Zuckerreisende
auf seiner Deutschlandreise käme, desto häufiger würde ihm brauner
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Kandis angeboten werden, denn Bayern und ihre Nachbarn kochen sich neben
ihrem Kaffee weniger schwarzen als vielmehr Kräuter- oder Früchtetee. Und für
den wird häufiger brauner Kandis verwendet.
Aber auch wenn über 90 Prozent der Kandisfreunde ihren kleinen „Edelstein“ für
den Tee verwenden, so finden sie doch noch weitere Einsatzmöglichkeiten: Zum
Beispiel lutschen sie die Stückchen als kleine Bonbons (45 Prozent) oder nutzen
altes Wissen der Großmutter und stellen aus Kandis und Zwiebeln einen
hustenlösenden Sirup her (33 Prozent). Zum Backen und Verfeinern von
Süßspeisen nutzt jeder Zehnte den Kandis. Für jeden Fünften gehört der Kandis
in einen selbstgemachten Likör, in den Rumtopf oder den Punsch.

Grüner Tee mit Limette und Zitronengras

Erfrischend-exotisch


Ein besonders erfrischendes Teegetränk ergibt die
Kombination aus grünem Tee mit Limette und Zitronengras. Die exotisch-frische
Note ist besonders in der wärmeren Jahreszeit ein Genuss. Mit dem nicht mehr
kochenden Wasser übergossen ist der grüne Tee nach drei Minuten Ziehzeit
fertig und kann nach Geschmack mit Kölner Weißer Kandis gesüßt werden.
Tipp:
Genießen Sie die Zeit, während sich der Kandis langsam auflöst, als kleine
Auszeit.
Zutaten
Für einen Liter Tee
1 Stange Zitronengras
3 TL grüner Tee
1 Limette
Kölner Weißer Kandis
Zubereitung:
Zitronengras waschen und in sehr dünne Scheiben schneiden.
Zusammen mit 1 l Wasser aufkochen, etwas abkühlen lassen, Tee zugeben und
3 Minuten ziehen lassen.
In jede Tasse eine Scheibe Limette und etwas weißen Kandis geben und
abgesiebten Tee darüber gießen.



Der Partykracher: Kiwi-Bowle mit Kanids.

Entschleunigen mit Kandis

Es ist nicht verwunderlich, dass der Kandis in Zeiten, in denen viel über
„Entschleunigung“ und „Wieder zu sich kommen“ gesprochen wird, immer mehr
Freunde findet. Da ist der Kandis geradezu ein natürlicher Begleiter. Teetrinken
mit Kandis ist nichts für das schnelle Zwischendurch. Er zwingt vielmehr, sich
ganz auf den Augenblick einzulassen und innezuhalten. Seine besondere Form
lädt ein, die Gedanken auf die Reise zu schicken. Die Reinheit des weißen
Kandis fasziniert den Genießer ebenso wie die Tönung des an Bernstein
erinnernden braunen Kandis. Teetrinker sehen dem kleiner werdenden
Zuckerstück zu. Dies ist für sie die Zeit, die Dinge in Ruhe zu durchdenken und
in einem anderen Licht zu betrachten. In Befragungen unter Kandisverwendern
kristallisieren sich mehrere Typen heraus. Den zwei Kandistypen „der
Ausgeglichene“ und „der Traditionelle“ gelingt es im besonderen Maße, im
hektischen Alltag kleine Fluchten einzubauen und sich mit einer Tasse Tee
zurückzuziehen.
Die ostfriesische Tee-Tied
Der Inbegriff des traditionellen Kandisverwenders ist in Ostfriesland zu finden.
Tee hat dort den Status eines Nationalgetränks und ohne ein Stück des Kluntje
Kandis wäre eine Tee-Tied, die klassische Teezeit, undenkbar. Ostfriesen trinken
jedes Jahr die größte Pro-Kopf-Menge an Tee (288 Liter) in Deutschland und
hätten, wollte man sie in eine internationale Rangliste einordnen, den
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viertgrößten Verbrauch weltweit (nach Irland, Libyen und Katar). Kein Wunder
also, dass sich im Laufe der Jahrhunderte eine Zeremonie entwickelt hat, die der
Bedeutung dieses besonderen Getränks Rechnung trägt. Und es ist sicherlich
nicht vermessen zu sagen, in Ostfriesland wurde das moderne Konzept der
Entschleunigung gewissermaßen erfunden und zur Vollendung gebracht. Wer
mag sich da noch fragen, warum der Kandis in dieser Region besonders groß
ist?

Kiwi-Bowle

Die Drivers-Bowle für die Party

Eine erfrischende Bowle bringt Abwechslung bei der
Getränkeauswahl für die Party. Die alkoholfreie Bowle leicht gesüßt mit Kölner
Weißem Kandis ist eine willkommene Alternative zu Saft und Co. Wer auf den
Alkohol nicht verzichten will, kann noch Orangenlikör hinzufügen. Der leicht
sauer-süße Geschmack ist an Sommerabenden besonders beliebt.
Tipp:
Selbst wenn sich spontan Gäste anmelden, ist die Bowle schnell zubereitet.
Zutaten:
Für 67 Gläser
6 Kiwis
2 EL Kölner Weißer Kandis
80 ml Zitronensaft
2 EL Orangenlikör (optional)
1 l Ginger-Ale
1/4 l Mineralwasser
einige Zweige Zitronenmelisse
Zubereitung:
Kiwis schälen und in Scheiben schneiden. Mit Kandis vermischen, mit
Zitronensaft und Orangenlikör übergießen und etwa 1 Stunde kalt stellen. Ginger-
Ale, Wasser und Zitronenmelisseblättchen zugeben und gut gekühlt servieren.



Wenn im Mai die Erdbeerzeit beginnt, dann heißt es, Erdbeerlikör mit Kandis selber machen.

Tee-Tied

Mehrmals täglich unterbricht ein Ostfriese sein Tagwerk für eine Tasse Tee. Für
einige Minuten klinkt er sich aus der Schnelligkeit des Alltags aus und begeht die Tee-Tied. Ablauf und Zubereitung sind klar geregelt: Drei Tassen à 0,1 Liter
gehören zu einer Einheit. Zuerst kommt ein weißer Kluntje in die leere Tasse; ein ganz großes Stück Kandis, das fast ausschließlich in Ostfriesland verwendet
wird. Der schwarze Tee aus der vorgewärmten Kanne wird in die möglichst
dünnwandige Tasse eingegossen und schon beginnt der erste Teil der
Meditation, das Lauschen auf das zarte Knistern des zerspringenden
Zuckerkristalls. Zu einem Ostfriesentee gehört Sahne. Sie wird mit einem
flachen, gebogenen Sahnelöffel an den Rand der Tasse abgesetzt. Die kalte
Sahne läuft in dem heißen Tee nach unten und steigt wie eine Wolke wieder auf.
Umgerührt wird der Tee nicht. Er wird vielmehr „dreistöckig“ getrunken: Der
Teetrinker oder die Teetrinkerin schmeckt also die Milde der Sahne, dann die
Herbheit des heißen Tees und schließlich die Süße des Kandis. Die Größe des
Kluntjes ist so bemessen, dass er sich nach drei Tassen und 15 bis 20 Minuten
aufgelöst hat. Und zurück geht’s in die Hektik des Tages.

Erdbeerlikör

Köstlicher Likör aus Erdbeeren und Kirschwasser

Ab Mai beginnt die Erdbeerzeit. Und wer gerne Likör mag,
kann sich das herrliche Erdbeeraroma für längere Zeit über den Sommer hinaus
bewahren. Das alkoholische Getränk lässt sich mit frischen Erdbeeren, Kölner
Weißer Kandis und wenigen anderen Zutaten einfach herstellen. Eine prima
Idee, wenn die Beeren gerade besonders günstig sind.
Tipp:
Anstelle der Erdbeeren können Sie zur Abwechslung auch mal Himbeeren
verwenden.
Zutaten:
500 g Erdbeeren
5 Gewürznelken
200 g Kölner Weißer Kandis
1 Flasche Kirschwasser (0,7 l)
Zubereitung:
Die Früchte waschen, entstielen, gut abtropfen lassen und in ein weithalsiges
Glasgefäß geben. Gewürz und Kandis zufügen, dann das Kirschwasser daraufgießen.
Das Gefäß gut verschließen und den Likör an einem sonnigen Platz oder
in Heizungsnähe ziehen lassen. Nach etwa 8 Wochen filtern und an einem
dunklen Ort nochmals einige Wochen ruhen lassen.

Testen Sie sich: Was sind Sie für ein Kandis-Typ? Klicken Sie auf

www.kandis-mein-ruhepol.de

 

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