In den Kaffeehäusern schwebt der Geist der Geistesgrößen Europas im Duft der dampfenden Tassen, mal sehr geistreich,, mal so leer wie der Inhalt eines Luftballons", aber immer duftend! Reisende in Sachen Kaffee suchen diese Atmosphäre im ,,Antico Grecco“, in dem schon Goethe während seines Rom-Aufenthaltes genoss, oder im ,,Taza d’Oro“ in der Tiberstadt, im ,,Central“ in Wien oder im ,,Café des Westens“ in Berlin, das von einem Italiener gegründet wurde. Kaffee ist immer auch Poesie und produziert scheinbar auch dieses wertvolle Gut.
Traditionen
Die Italiener bereiten den Kaffee anders zu, als die Österreicher. Die Niederländre entwickelten eigene Spezialitäten, in den jüdischen Gemeinden kennt man andere Zubereitungsarten als in türkischen oder griechischen Kaffeestuben. Was unterscheidet den Espresso vom Mocca, den Capuccino von der Melange, schmeckt Eierlikör zum Kaffee oder sollten einige Tropfen Zitrone oder Orange zugegeben werden? Die Welt des Kaffees ist gewebt aus verschiedenen Nuancen des Duftes und des Geschmacks. Von den sephardischen Juden erzählt der Schriftsteller Harold Nebenzal: ,,Mein Vater trinkt seinen türkischen Mokka. Das winzige Täßchen verströmt die süße Bitterkeit des mit Orangenblütenessenz aromatisierten Kaffeesatzes; der Duft mischt sich mit dem der berauschenden Blüten, die unseren Balkon schier erdrücken. Der Gedanke bleibt unausgesprochen. So möge es weitergehen bis in alle Ewigkeit. Inschallah.“