 - Vier Freunde und der Brunello: Hannes Gamon, Max und Silvia Hernández und Andrea Gamon.
 - Im Paradies: Blick von Pinino auf Montalcino.
Das Weingut Il Pinino in Montalcino
Begonnen hat für vier Freunde alles mit einer gemeinsamen Leidenschaft für Italien, gutes Essen, Wein und ganz besonders den Brunello. Enthusiasmus und Ferienstimmung mögen geholfen haben, jedenfalls fand das Quartett Il Pinino und bündelte gemeinsame Stärken um die Erfolgsgeschichte Il Pinino zu schreiben. Vielen Menschen ist die Toskana in Mittelitalien so etwas wie das gelobte Land und das Sinnbild mediterranen Lebens. Mildes Märchenlicht taucht die geschwungene Hügellandschaft mit historischen Straßen und steinigen Bauten, Aquädukten, schlanken Zypressen, Pinien, Olivenhainen und Weinbergen in reizvoll pastellige Farben des Südens. Die Toskana ist ein Land der Aromen und Farben, ein Land der Traditionen und ein Land mit Kunstgeschichte und einer landwirtschaftlichen Nutzung. Aus dem Erscheinungsbild dieser beruhigenden Landschaft speist sich der Mythos der Toskana als ein Schlaraffenland und Weinparadies. Schon die alten Griechen benannten Italien als Weinland und fast jeder Mensch kennt als Innbegriff italienischen Weins den Barolo, Chianti oder Brunello. Der charakterstarke Brunello ist heute zu einem der geschätztesten und prestigeträchtigsten Weine Italiens avanciert. Zudem wird dieser Wein ausschließlich aus einer einzigen Traubensorte, der Sangiovese Grosso, gekeltert. Wahrscheinlich pflanzten die Etrusker die Trauben hier an, die als eine der ältesten Sorten gilt, und deren Name als das „Blut des Jupiter“ umschrieben wird. Der Brunello erhält durch günstiges Klima sowie mannigfache Böden eine absolut freimütige aber mächtige Identität. Durch Sorgfalt und langsame Kellerarbeit sowie traditionelles Wissen, das meist von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird, entsteht im besten Fall ein Wein, der das ganze Potential des Territoriums Montalcino zeigt. Das Anbaugebiet des Brunello ist nahezu mit den Kommunalgrenzen von Montalcino identisch. Abgefüllt werden dürfen Brunello di Montalcino und Rosso di Montalcino nur in der Gemeinde Montalciono selbst.
 - Hier wird Brunello gekeltert: Das Weingut Il Pinino.
Il Pinino bewirtschaftet zwei Lagen mit unterschiedlichen Böden. Vier Hektar befinden sich auf der Lage Pinino mit südlicher Ausrichtung und kargen Schieferböden. Die Lage Canchi mit südöstlicher Ausrichtung beherbergt die anderen zwölf Hektar mit gemischten, tonhaltigen, kalkreichen Tuffsteinuntergründen. Diese Böden finden ihr zupackend würziges und gleichzeitig feingliedriges Echo auf puristisch herbe Weise im Il Pinino Wein. Das Anwesen Il Pinino wurde im Jahre 1874 errichten, aber erst 76 Jahre später, nämlich 1950, wurde es erstmals als Brunello-Produzent erwähnt. Dann dauerte es ein weiteres halbes Jahrhundert, bis dir vier Freunde das Gut Il Pinino im Jahr 2003 erwerben konnten. Sie waren entschlossen, an diesem Ort großartigen Wein zu bereiten und ihn nach alter Tradition in slawonischer Eiche auszubauen. Vier Freunde sind zwei Paare mit Wurzeln in drei Ländern. Vier Freunde sind wie ein vierblättriges Kleeblatt, dem Glück verbunden, aber ihrem Können, ihrer Leidenschaft und 16 Hektar Weinland kompromisslos verpflichtet. Il Pinino soll zu den besten Weingütern Italiens zählen.
 - Andrea Gamon mit dem Önologen des Weingutes Dr. Paolo Vaggagini.
Aufgabenteilung erst führt zum gemeinsamen Erfolg. Max Hernandez, Sohn einer spanischen Winzerfamilie, und seine Ehefrau Silvia kümmern sich um das Herz des Weinguts, die Weine. Besondere sensorische Talente von Silvia Hernandez bereichern den Rotwein und unterstützen den Önologen des Gutes, Dr. Paolo Vaggagini. Die gebürtige Italienerin Andrea Gamon verschafft mit Ehegatten Hannes Gamon als Marketingexpertenteam ihrer roten Liebe einen gelungenen Außenauftritt. Alle vier verbindet eine langjährige Kollegialität und Freundschaft und nach fast zehn Jahren gemeinsamer Bestimmung können sie drei Weine vorweisen, jeweils als Rosso und Brunello di Montalcino ausgebaut. Weine, die sich deutlich voneinander unterscheiden sollen. Die Pinino Linie wird in großen, klassischen Fässern aus slawonischer Eiche ausgebaut, zur Reife gebracht und steht in jedem Falle auf einem sehr soliden Qualitätsfundament. 2006 Pinino Brunello di Montalcino imponiert durch klassisch sattes Transparentrubin mit Granatreflexen. Die Nase spielt dem Gaumen frische und ausladende Aromen von Kirschen, Him- und Brombeeren sowie Karamell und Schokolade zu, angereichert durch feine Würznoten und dezente Süße. Viele warme Geschmacksschichten voller Fruchtnoten und die vorgeschriebene vierjährige Reifezeit (zwei Jahre im Fass und anschließend zwei Jahre in der Flasche) verbinden sich mit Veilchen und einem Hauch Vanille zu markanter Komplexität mit korrekter Säure, dichten, vielleicht noch etwas rauen, Tanninen und einem langen Finish. Il Pinino Brunello di Montalcino ist ein überzeugender Wein von reichfruchtigem Auftritt mit Eleganz und Kraft, ohne massiv zu wirken. Er ist, wie es sich für einen Brunello gehört. Sein volles Aroma entfaltet er erst nach einigen Stunden Sauerstoffzufuhr. Also unbedingt vor dem Genuss die Flasche öffnen. Als Faustregel gilt: 1 Stunde pro Lebensjahr. Dann harmoniert er perfekt zu Rinderfilet mit Salbeibohnen, Pilzgulasch mit Kartoffelklößen und Rosmarin, Wildbraten, einem gegrillten Steak oder aromatischem Käse. Auch kann er als Genießerwein vor dem Kamin bestehen. Das Feuer bringt ihn dann im Glas so richtig zum Funkeln.
 - Die berühmten Lagen des Weingutes Pinino und Canchi.
Der Wein, der uns heute so stark beeindruckt, trotz vieler Höhen und Tiefen, man denke nur an die nicht sortenreinen Plagiate, ist ein recht junger Wein. Erwähnung fand ein Wein gleichen Namens bereits im 14. Jahrhundert, doch ist davon auszugehen, dass es sich lediglich um ein nicht klar definiertes Getränk aus vergorenen Trauben gehandelt haben wird, das mit dem uns bekannten Brunello wohl eher wenig bis nichts gemeinsam hatte. Der erste verbürgte Wein aus der Brunello oder Sangiovese Grosso Traube wurde viel später genannt und hieß dann Vermiglio. Den Brunello in seiner heutigen Klasse gibt es erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und seit 30 Jahren trägt er das höchste (DOCG) Gütesiegel nach dem italienischen Weingesetz. Wurden in den 60er Jahren etwa 65 Hektar Weinbergsfläche mit der Brunellotraube bepflanzt, das Raritätenprinzip begründete den Brunello-Ruhm, waren es im Jahr 2007 mehr als 2000 Hektar. In Flaschen gerechnet hat sich die Menge siebenfach vermehrt. Die weltweite Nachfrage, besonders aus den USA, führte zu dieser Weinvermehrung. Die Zukunft scheint jedoch der reinen Sangiovese Grosso und der Ertragsbeschränkung zu gehören. Möge ein voller und puristischer Wein erhalten bleiben, der den Anspruch auf Qualität im und aus Weinberg und Weinkeller rechtfertigt. Durch sowohl traditionelle als auch moderne Ausbauweise, weil fruchtbetont und wohlstrukturiert, möchte das Weingut Il Pinino mit seinem delikaten Brunello das Spektrum der besten Weingüter Italiens erweitern. Der auf Gastro-Themen spezialisierte Verlag Gambero Rosso hat bereits die Il Pinino Weine entdeckt und lobt mit „zwei Gläsern“ sowie Vorschusslorbeeren für die folgenden Jahre.
 - Ernte auf Il Pinino im Jahr 2010.
Der Rosso di Montalcino wird oft als Zweitwein oder kleiner Bruder des Brunello angesehen. Er wird aus derselben Rebsorte gekeltert, mit derselben Sorgfalt, nur darf er bereits eher abgefüllt und verkauft werden. Manche Winzer nehmen auch weniger optimales Lesegut für ihn, da er etwas fruchtiger als der „Große“ daherkommt und dessen Vorrang unterstreicht. Manche nicht ganz so gut geratene Jahrgänge werden auch von einigen Winzern komplett zu „Rosso“ verarbeitet. Der Rosso di Montalcino von Il Pinino ist fruchtduftiger, dafür etwas rauer als sein nobler Verwandter, weist aber wie er eine genau so wunderschön rubin- bis granatrote Tönung auf, die etwas dunkler ausfällt. Die ordentliche Fruchtkonzentration von vorwiegend Sauerkirschen, gefolgt von Brombeeren, Blaubeeren und Holzwürze, überzeugt durch prägnanten Geschmack und ausgewogene Säure. Rosso könnte man als Brunello der Leichtversion bezeichnen, zumal auch sein Preis als Leichtvariante des exzellenten und älteren Geschwisters eher zu stemmen ist. Rosso die Montalcino zeigt klare und nachhaltig angenehme Statur, verfügt über ein korrektes Säuremaß, das mit Fruchtsüße und Tanninen harmoniert. Ein kleiner Bruder, der zwar nicht die Tiefe des Brunello aufweist, aber mit viel Frucht, jeder Menge Jugendlichkeit und Kraft überzeugt. Das Weingut Il Pinino versteht sich als Ort der Gastlichkeit, als Ort des Genießens mit allen Sinnen. Hier kann sich ein wenig der Traum vom Paradies erfüllen, doch ist dieser Ort ganz von dieser Welt. Bei Montalcino halt und hier wird richtig guter Wein bereitet. Gästezimmer laden zum Verweilen ein, das Gut kann besichtigt werden und ganzjährig sind Degustationen möglich. Italien zeigt sich von seiner schönen Seite, nämlich mit Blick auf die Weinhänge. Infos zu Menschen, Weingut, Weinen unter: http://www.pinino.com
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