Verführerische Feinheit vom heißen Berg | 
|  Auf dem Gipfel des steilsten Weinberg Europas: Ulrich Franzen baut hier Riesling an. Bild: Franzen
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Die Rieslinge des Ulrich Franzen vom Calmont
Um die Jahrhundertwende gehörte der Riesling von der Mosel zu den begehrtesten Weinen des In- und Auslandes. Aber schon viel früher, nämlich nach der Zeit des Rebanbauverbots durch den römischen Kaiser Marc Aurel begann der Weinbau an der Mosel sich auszubreiten. Trotz widriger Umstände, muss man sagen, denn eng ist der Bergeinschnitt, den die Mosel schuf, und extrem steil fallen viele Hänge ins Tal. Der Wein von solch südlichen Steillagen reift unter fast senkrecht stehender Sonne auf Schieferlagen trotz seines nördlichen Standortes zu verführerischer Qualität. Er kann also wieder zu dem traditionell begehrten Schatz werdn, der er mal war.
Dem Weingut Reinhold Franzen gehröt eine solche hoffnungstragende Lage und die kann das Adjektiv ,,steil" sogar noch toppen. Der steilste Weinberg Europas, ja vielleicht der Welt, liegt an der Untermoselschleife direkt gegenüber dem Örtchen Bremm und heißt Calmont, abgeleitet vom römischen Calidus mons, heißer Berg oder Calvus mons, kahler Berg.  | 
|  Der Calmont bei Bremm an der Mosel erinnert an eine Felsenküste. In diesen steilen Lagen gewinnt das Weingut Franzen einen mineralischen Riesling. Bild: Franzen
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Leidenschaft für Wein und Landschaft
Wanderer werden am Calmont zu Alpinisten und auch der Winzer mutiert zum ..Extremsportler" besonderer Art. Fast senkrecht steigt die devonische Grauwacke auf, schafft bei jedem Arbeitsgang neue Herausforderungen, denen sich nur passionierte und trittsichere Charaktere stellen mögen.
Ulrich Franzen, in 5. Generation als Weingärtner tätig, steht ein für leidenschaftliche Verbundenheit gegenüber Wein, Landschaft und Qualität. Radikale Ertragsbegrenzung und Verzicht auf synthetische Dünger sowie naturnaher Ausabau gewährleisten mineralische Weine von verführerischer Feinheit.
Ulrich Franzens Lieblingsrebe ist die Rieslingtraube, die er, ungewöhnlich für die Mosel, fast ausschließlich trocken ausbaut. Qualitätsstufen nach amtlicher Definition sucht man vergeblich auf den Flaschen. Ledilglich die Goldkapsel ziert besonders hochwertige Weine von mineralischer Eleganz. Er möchte halt das Beste aus jedem Jahrgang herausholen.  | 
|  Träumen in steilen Weinbergen: Winzer Ulrich Franzen schaut auf die Klosterruine in der engsten Moselschleife. Bild: Franzen
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Pionierarbeit im Calmont
Erst seit sieben Jahren arbeitet Ulrich Franzen im Calmont. Ursprünglich bestand die Fläche aus 112 ungerodeten Parzellen. Der Bau der Monorackbahn, einer Schweizer Einschienenzahnradbahn, erfordert zwar Schienenlegearbeiten, beendet aber das mühselige ein Schritt vor und zwei zurück auf allen Transportwegen.
Im Sommer 2003 wuchsen die ersten neu gepflanzten Reben an und es darf geträumt werden, von Mandel- und Feigenbäumchen, sowie von Weinbergpfirsichen, die den Weinberg einfrieden sollen.
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|  Klosterruine Stuben auf der Halbinsel in der Moselschleife. Bild: koestlichkeiten.de
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Apfelduft und Pfirsicharomen
Einen sicheren Stand, nicht nur am Berg, hat sich Ulrich Franzen mit seinem Sortiment geschaffen. Er setzt auf die steile Lage unterhalb eines römischen Höhenheiligtums mit Blick auf die engste Moselschleife sowie Halbinsel und Klosterruine Stuben, weil er einzigartige, ganz individuelle Rieslinge erzeugen will, die den Geschmack des Schieferbodens, Apfelduft und Pfirischaromen ins Glas füllen. Und Leichtigkeit, die den spritzigen Moselweinen ihre klare Vielfältigkeit verleiht. Dieser Wein hat Spitzeh, die gleichermaßen prickeln und schmeicheln.
Weingut Franzen ist Mitglied im Bernkasteler Ring, einer Winzervereinigung, die sich seit 110 Jahren ganz der Rieslingtraube und dem Weinbau einer einzigartigen Kulturlandschaft verschrieben hat.
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|  Franzen-Weine haben das Zeug zum Genießen. Bild: Franzen
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Geschichte im Glas
Der zweite Weinberg des Weingutes Franzen, der Frauenberg, liegt an einem der kulturgeschichtlich interessantesten Plätze des Moseltales. Kelten hinterließen hier Spuren, Römer errichteten eine Befestigungsanlage und vom einstigen Kloster zeugt die idyllisch ruinöse Kirche. Neben bedeutenden Reliquien besaß das Kloster selbstverständlich einen Weinberg, den Frauenberg.
Nun ist davon auszugehen, dass schon zu römischer Zeit hier Weinanbau betrieben wurde, auch das ,,Mosella-Gedicht" des Poeten Ausonius legt diese Vermutung nahe und ein Weinberg ,,Bremm-Stubben" findet 1137 urkundliche Erwähnung.
Ziemlich sicher ist der Frauenberg gemeint, eine der besten Mosellagen am Süd-Südwesthang, das heißt optimale Sonneneinstrahlung. Und wie die Örtlichkeiten, heißen auch die Weine vom Gut Franzen ,,Calidus Mons", ,,Neefer Frauenberg", ,,Bremmer Calmont" oder einfach ,,Vom Quarzit Schiefer". Franzen-Weine haben das Zeug zum Genießen, es sind Weine, denen man Respekt zollen muss. Wir freuen uns schon auf den nächsten Jahrgang.
Christa Polenz
Kontakt:
Weingut Reinhold Franzen
Ulrich und Iris Franzen
Gartenstraße 14
56814 Bremm/Mosel
www.weingut-franzen.de
info@weingut-franzen.de

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|  Weingut Franzen in Bremm: Der Calmont ziert auch das Etikett. Bild: Franzen
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