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Home  >  Genussmenschen  >  Wie klingen Sternanis und Ingwer?
Wie klingen Sternanis und Ingwer?


Eveyn Huber und Mulo Francel entführen musikalisch in die Welt der Gewürze.

Wie ,,Song of Spices"!

Klänge von den großen Gewürzrouten der Erde, Märchen von den Feuern der Karawanserein, Geschichten von den Haudegen auf hoher See, die mit einem Schiffsbauch voller Gewürze von der Neuen in die Alte Welt segelten. Das klingt nach Abenteuerroman, nach Jack London, dennoch wohnt dem Thema auch der mal zarte, mal wilde Ton der Lyrik inne. Also, fragen wir mal: Wie klingen Paprika und Safran, Zimt und Cacao, Sternanis und Ingwer? Diese Fragen beantworten Evelyn Huber und Mulo Francel mit ihrem  Album ,,Songs of Spices“ mehr als überzeugend. In diesem Zyklus klingen die Gewürze jazzig, folkloristisch oder balladesk.



Die Farben der Gewürze aus allen Teilen der Welt kann man in diesem Fall hören.

Ein merkwürdiges, ein kreatives Duo aus Saxophon und Harfe, aus Hölle und Himmel, aus Paprika und Lavendel, um im Bild zu bleiben. Dem uralten Gartengewürz Liebstöckel widmeten sie einen Walzer, dem Cacao einen rhythmischen Ohrwurm. Aus den Herkunfts- und Kulturräumen der Gewürze schöpften die  Musiker Inspiration und Assoziation. Dabei bedienten sie sich typischer Instrumente der Herkunftsländer: Die chinesische Harfe Cheng für Sternanis, die lateinamerikanische Volksharfe für Cacao, Sitar und Tablas für den Ingwer, die Lyra für das verschollene Gewürz Silphion der Antike.



Aus himmlischem Instrument kommen, dank Evelyn Huber, sehr weltiche Töne.

Gewürze haben eigentlich auf einem Platten,,teller“ nichts zu suchen. Sie verfeinern Speisen, verstärken den Geschmack, machten Könige reich und in der Folge ganze Völker arm. Pfeffer kam einer Währung gleich und die reichen Hamburger Kaufleute wurden zur Hansezeit spöttisch vom Volk Pfeffersäcke geschimpft. Also in der Küche sind sie gut aufgehoben, wenn der Koch etwas von Gewürzen versteht. Um die Gewürze ranken sich jedoch Sagen und Geschichten und nun auch die Musik von Evelyn Huber und Mulo Francel. Wie Evelyn Huber dem Engelsinstrument weltliche Töne entlockt, hat man – bevor sie sich entschloss, in München Musik zu studieren – nicht gehört. Im Zusammenspiel mit dem Saxophon von Mulo Francel und den Musikern von Quadro Nuevo meint man die kugeligen gelblich und rötlich-weißen Blüten des Sternanisbaums zu sehen.
Speisen und ihr Zubehör, die Gewürze, sind Teil unserer Kultur und seid ,,Songs of Spices“ auch hörbar, Huber und Francel sei Dank.

Harald Polenz

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