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Von Smart-Kochern und Genuss-Kochern

Mehr als zwei Drittel der Befragten bereiten in ihrer Küche ein Essen zu.<b

Deutschlands Mittelschicht kocht häufig, ambitioniert, gesund und abwechslungsreich. Dies belegt eine repräsentative Umfrage, die das Forsa-Institut Mitte Dezember im Auftrag von Miele durchgeführt hat (Lebensraum Küche 2011: Wie kocht Deutschland?). „Unsere Resultate bestätigen den allgemeinen Trend einer Rückbesinnung auf klassische Tugenden und Werte, zu denen sich auch das anspruchsvolle Kochen zählen lässt“, resümiert Forsa-Geschäftsführer Professor Manfred Güllner, der die Studie heute in Köln auf der Messe „LivingKitchen“ vorstellte. In der bislang umfangreichsten Studie ihrer Art in Deutschland befragte Forsa mehr als 3.000 Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 70 Jahren. Sämtliche Probanden lebten in Mehrpersonen-Haushalten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen über 2.500 Euro. „Damit werden insbesondere die Familien mit mittlerem oder höherem Einkommen abgebildet, die für etwa 17 Millionen Menschen in etwa sieben Millionen Haushalten stehen“, erläutert Forsa-Chef Güllner.

Mehr als zwei Drittel aller Befragten (68 Prozent) bereiten in ihrer Küche jeden Tag eine warme Mahlzeit zu. Rechnet man diejenigen hinzu, die dies zumindest mehrmals pro Woche tun, so summiert sich die Zahl sogar auf 97 Prozent. Deutlich mehr als die Hälfte (65 Prozent) geben zu Protokoll, sich an den Wochenenden mehr Zeit zum Kochen zu nehmen als während der Woche.

 

Ein Goßteil der Befragtem holt sich seine Rezepte aus den guten, alten Kochbüchern.

Die wichtigste Rolle spielt hierzulande die mediterrane, italienische Küche. Ihr bescheinigen 53 Prozent, auf die eigenen Kochgewohnheiten einen großen Einfluss auszuüben. Die gutbürgerliche, heimische Küche nennen hierbei 50 Prozent. Asiatischen Einfluss schätzen 23 Prozent. Demgegenüber bleibt die unter Gourmets besonders hochgehandelte französische Küche eher eine Randerscheinung („größter Einfluss“ für 9 Prozent). Für 27 Prozent hat der „klassische Sonntagsbraten am Sonntagmittag“ nach wie vor eine „besondere Bedeutung“. 

Gut ein Drittel (34 Prozent) kocht mindestens einmal im Monat in seiner eigenen Küche gemeinsam mit Freunden oder Verwandten. Als wichtigste Quelle für Kochrezepte nannten die Befragten ihre Kochbücher (81 Prozent), gefolgt von Zeitschriften (60 Prozent) und dem Internet (59 Prozent). Kochsendungen im Fernsehen, die sich aktuell beachtlicher Beliebtheit erfreuen, liefern demgegenüber nur einem Drittel Inspirationen für die eigene Küche.

Miele präsentiert für alle ,,Kochtypen" auf de LivingKitchen in Köln die richtige Küchenausstattung.
Bild: Miele

„Die überraschend stark ausgeprägte Lust am Kochen beeinflusst augenscheinlich auch die Einstellungen der Menschen zu ihrer Küche“, kommentiert Forsa-Chef Güllner. So bringen 78 bzw. 72 Prozent der Befragten die Begriffe Genuss und Lebensqualität „ganz besonders eng mit ihrer Küche in Verbindung“. Für mehr als die Hälfte der Befragten (53 bzw. 52 Prozent) ist ihre Küche ein Ort der Gemütlichkeit und Kreativität. Allerdings sehen 51 Prozent der Menschen ihre Küche (auch) als „Mittel zum Zweck“ oder assoziieren sie mit „Arbeit“ (50 Prozent). Die Kücheneinrichtung soll auf jeden Fall zweckmäßig sein (75 Prozent), gleichzeitig sind für 59 Prozent gute Ausstattung und Qualität wichtiger als der Preis. Fast jeder Zweite (47 Prozent) gibt an, dass ihm ein offen gestalteter Koch-Ess-Wohnbereich mehr zusagt als die klassisch abgetrennte Küche. 36 Prozent legen Wert auf gutes Design.

Höherverdienende setzen Miele auf Platz 1.
Bild: Miele

Unter Berücksichtigung aller Daten filterte Forsa aus der untersuchten Zielgruppe vier grundsätzliche Kochprofile heraus:

• Am weitesten verbreitet ist mit einem Anteil von 32 Prozent der Smart-Kocher. Profil: eher weiblich, jünger, in größeren Haushalten lebend, kocht leicht, nährstoffreich und fettarm. Das Kochen soll schnell gehen und nicht zuviel kosten.

• 28 Prozent entfallen auf den Bio-Kocher. Er ist eher älter, verdient gut und legt Wert auf hochwertige und gesunde Zutaten. Beim Kochen nimmt er sich Zeit und experimentiert gerne.

• Der Genuss-Kocher bringt es auf 22 Prozent. Eher männlich und verteilt auf alle Einkommens- und Haushaltstypen, kocht er vor allem am Wochenende. Er ist experimentierfreudig, hält Bio- und Gesundheitsaspekte aber für nachrangig.  

• Die 18 Prozent Satt-Kocher sind auch in allen Einkommens- und Haushaltstypen anzutreffen. Kochen ist Mittel zum Zweck, muss schnell gehen und darf nicht viel kosten. Keine Experimente, dafür häufig Fertiggerichte und Tiefkühlkost.

Bei der Frage, welches Gerät in ihrer Küche noch fehle, belegt der Dampfgarer (10 Prozent) Platz eins, gefolgt mit deutlichem Abstand von Mikrowellengerät (5 Prozent), Kaffee-/Espressomaschine (4 Prozent) sowie Geschirrspüler (3 Prozent). Wichtigste Kriterien beim Kauf von Herden und Backöfen sind Qualität/Langlebigkeit, leichte Reinigung, einfache Bedienung und geringer Stromverbrauch. Beim Geschirrspüler sind es ebenfalls Qualitäts-, Bedienungs- und Verbrauchsaspekte, dicht gefolgt von niedrigem Geräuschpegel und Flexibilität bei der Beladung. Eine komplett neue Einbauküche wollen sich in den kommenden fünf Jahren 19 Prozent der Befragten „wahrscheinlich“ anschaffen oder haben dies sogar „konkret geplant“.

Nach den drei bekanntesten Marken bei den Kücheneinbaugeräten gefragt, setzten die Befragungsteilnehmer mit einem monatlichem Haushaltsnettoeinkommen über 4.500 Euro Miele auf Platz eins (von 63 Prozent genannt), gefolgt von Siemens (62 Prozent), Bosch (37 Prozent), AEG/Electrolux (30 Prozent), Bauknecht und Neff (17 bzw. 16 Prozent).



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