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Sie befinden sich hier: Home  >  Getränke  >  Wein  >  Weinlese für Federweißen

Weinlese für Federweißen startet in der Pfalz

Die Pfälze Weinprinzessinnen Andrea Schick und Mona Bäder bei der frühen Traubenlese.
Bild: Deutsches Weininstitut


In der Pfalz wurden heute die ersten Trauben des Jahres von der sehr frühreifen Sorte Solaris für die Herstellung des Federweißen gelesen. Mit dem Beginn der Hauptweinlese für die eigentliche Weinbereitung ist nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) nicht vor Mitte September zu rechnen.
„Die Voraussetzungen für einen guten Weinjahrgang 2010 sind nach dem aktuellen Stand der Rebenentwicklung gegeben. Sie liegt derzeit nahezu im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre“, erläutert DWI-Sprecher Ernst Büscher. Die kühle Witterung während der Blüte habe in vielen Weinregionen zu einem geringeren Fruchtansatz geführt. Von daher sei bundesweit eine mittlere Erntemenge von etwa neun Millionen Hektolitern zu erwarten, die sich ebenfalls im Durchschnitt der letzten Jahre bewegt, so Büscher.
Durch die Niederschläge im August sind die Reben momentan sehr gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die Winzer hoffen nun auf sonniges Spätsommerwetter, damit sich die Trauben der später reifenden Rebsorten in den nächsten Wochen gesund zur Vollreife entwickeln können.

Da muss Weinprinzessin Mona Bäder aufpassen, dass bei der Lese die Krone oben bleibt.
Bild: Deutsches Weininstitut

Das Geschäft mit dem neuen Wein stellt für viele Weingüter einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Allein in Rheinland-Pfalz werden Jahr für Jahr etwa zwei Millionen Liter Federweißer verkauft.
Idealerweise trinkt man den neuen Wein auf dem halben Weg vom Traubensaft zum Wein, wenn sich Süße, Alkohol und Fruchtsäure in guter Balance befinden. Zu diesem Zeitpunkt weist er einen Alkoholgehalt von etwa fünf Volumenprozent auf. Im weiteren Verlauf der Gärung weicht die anfänglich verführerische Süße nach und nach dem Alkohol und verleiht dem Federweißen eine zunehmend herbe Note. Der neue Wein zeigt übrigens schon die ersten Merkmale und Fruchtaromen des neuen Weinjahrgangs.


Der richtige Umgang mit dem Federweißen


Dank der guten Nachfrage ist Federweißer heute auch bundesweit in vielen Supermärkten oder im Weinfachhandel erhältlich. Beim Einkauf ist allerdings Vorsicht geboten: Da die Gärung auch in der Flasche weitergeht, ist diese stets mit einer luftdurchlässigen Kapsel verschlossen, damit die Kohlensäure entweichen kann. Die Flasche muss daher stets aufrecht stehend transportiert werden.

 

Die Hauptlese beginnt frühestens im September. Die Pfälzer dürfen sich jetzt schon am Federweißen erfreuen.
Bild: Deutsches Weininstitut

Das Deutsche Weininstitut empfiehlt, zuhause zunächst ein wenig vom Federweißen zu probieren. Ist er geschmacklich genau richtig, dann nichts wie ab in den Kühlschrank damit, denn Kälte stoppt den Gärungsprozess und verlängert so den Genuss. Schmeckt er noch zu süß, sollte man ihn bei Zimmertemperatur aufbewahren. Nach sechs bis acht Stunden sollte man ihn erneut probieren und wenn der optimale Süßegrad erreicht ist, den Federweißen kalt stellen. Dann ist er ein köstlich-herbstliches Rendezvous für Zwiebelkuchen, Esskastanien oder Quiches Lorraines.


Vorgeschmack auf den Herbst


Auch als Bitzler, Rauscher oder Sauser bekannt ist der Federweiße ein beliebtes Getränk, das alljährlich die erste Herbstbotschaft an die Weinfreunde überbringt. Sein Name ist übrigens auf die Hefen zurückzuführen, die im Glas wie winzige Federchen im Glas tanzen. Sie sind auch für das leichte Prickeln des jungen Weins verantwortlich. Wenn die biologisch aktiven Hefen während der Gärung den natürlichen Zucker im frisch gepressten Traubensaft in Alkohol verwandeln, entsteht auch Kohlensäure, die langsam entweicht, erklärt Ernst Büscher. Recht häufig ist er aus roten Trauben gewonnen - auch als roter Rauscher anzutreffen.

 



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