Der Gault Millau WeinGuide 2011 ist da. Der Winzer des Jahres kommt aus dem Rheingau, der Aufsteiger des Jahres aus der Pfalz, die Entdeckung des Jahres aus Franken und die „Kollektion des Jahres“ aus Württemberg. Erst die Zeit wird zeigen, ob 2009 wirklich einen Jahrhundertwein hervorgebracht hat. Für die Experten vom Gault Millau stand am Ende der Verkostungsreihe jedoch fest, dass man aus 2009 fast jeden Wein blind kaufen kann. Fast alle Winzer haben ansprechende Weine erzeugt und in der Spitze ist die Qualitätsdichte sehr hoch. Fazit und Empfehlung: Kaufen, kaufen, kaufen! Und das nicht nur, weil der Wein allgemein durchaus gute Qualität aufweist, sondern weil die Gault Millau Autoren erfahren haben, dass der nächste Jahrgang wohl deutlich schwächer ausfallen wird. In der Qualität, aber vor allem in der Menge. Spitzenwinzer haben etwa ein Drittel weniger geerntet, manche gar nur die Hälfte der Vorjahresmenge. Und auch die war schon eher mager ausgefallen. Deshalb ist ein Preisanstieg nicht auszuschließen.
Im neuen WeinGuide 2011 werden neue Betriebe in Menge vorgestellt. Die Talentdichte ist enorm hoch, deshalb wurde Platz für „Neulinge“ geschaffen. Die aktuelle 18. Ausgabe des Weinführers ist fast doppelt so dick wie die Ausgabe vor zehn Jahren. Damals begann der Führer mit 263 Weingütern. Auf exakt 912 Seiten sind momentan 668 Weinerzeuger mit mindestens einer Traube verzeichnet, weitere 316 stufte man als empfehlenswert ein. Unter den 7.500 erwähnten Weinen ist sicher manche Entdeckung zu machen, einige günstige, regionaltypische Weine hat „Slow Food Deutschland ausgewählt und die Redaktion hat Spitzenweine herausgefiltert, die für wenig Geld viel Trinkvergnügen bereiten.
Der Gault Millau hilft dem Konsumenten, Weine für jeden Geschmack und Anlass zu finden, denn die Vielfalt der deutschen Weinlandschaft ist enorm. Neue Trends der Weinszene, Modeweine und ausgefallenen Weine finden ihren Platz genauso wie Klassiker wie Riesling und Spätburgunder. Auf vielfachen Genießerwunsch werden in einer eigenen Liste leichter trockener Rieslinge auch Exemplare mit 11 und 11,5 Prozent Alkohol aufgeführt.
Pro Verkostungstag werden sechs bis acht Wein-Kollektionen meist offen probiert. Es geht im ersten Schritt um den Stil eines Weingutes im Vergleich zu den Vorjahren und um Stärken und Schwächen. Bei der regionalen und später der bundesweiten Finalprobe erfolgen auch Blindverkostungen, um die Ergebnisse zu überprüfen. Der Gault Millau Wein Guide kombiniert offene und verdeckte Verkostung, um die Vorteile beider Systeme zu nutzen, denn an diesem Thema scheiden sich viele Geister. Die Weine werden nach einer in der Weinwelt gängigen 100-Punkte-Skala möglichst differenziert eingeschätzt. Eine rote Benotung ab 91 Punkten weist auf absoluten Spitzenwein hin.
Der Gault Millau WeinGuide 2011 (ISBN 978-3-86244-003-0) ist durchgängig farbig gestaltet. Und kostet 29,95 €. Infos unter: http://www.gaultmillau.de oder http://www.christian-verlag.de