koestlichkeiten.de ergänzt Culinaria Deutschland
um eine regionale Köstlichkeit aus dem Norden
Nun kann nicht jede regionale Besonderheit auch besondere Beachtung finden, doch mir persönlich fehlte aus dem Norden der Große Hans oder der Mehlbüdel. Die örtlichen Rezepte unterscheiden sich in Marginalien, die Größe variiert allerdings erheblich. Beide werden mit Schweinebacke oder Speck serviert, mal als Süßspeise oder Begleiter zu Backobst oder Kompott. Ohne Überheblichkeit hier nun von uns eine kleine Ergänzung zum sonst wirklich facettenreichen Landesführer durch deutsche Küchen.
Der Große Hans ist ein wirklicher Pudding und wird echt norddeutsch zu gepökelter, geräucherter und gekochter Schweinebacke mit Kirsch- oder Fliederbeersoße gereicht.
Großer Hans
Zutaten:
100 g Margarine, 100 g Zucker, 1 Prise Salz, 6 Eier, 1 Paket Zwieback, 1 Päckchen Backpulver, ¼ l Milch, 125 Rosinen oder Speckwürfel
Der Große Hans wird wie ein Rührteig zubereitet. Man rührt also zuerst Butter, Salz und Zucker gut schaumig, gibt dann die Eier dazu und zuletzt die mit Milch etwas eingeweichten gut zerbröselten Zwiebäcke.
Nun kommt der Teig in eine gebutterte und mit Semmelbröseln ausgestreute Gugelhupfform, besser noch eine wirkliche verschließbare Puddingform, und wird mit Folie abgedeckt und dann 1 ½ Stunden im Wasserbad gegart.
Der Mehlbüdel, oder einfach Büdel genannt, ist eine Art Serviettenkloß, der eher der Nordsee und der Region Dithmarschen zuzurechnen ist. Auch hierzu wird gekochte, gepökelte und geräucherte Schweinebacke serviert, die im Topf mit gegart werden kann.
Mehlbüdel oder einfach Büdel
Zutaten:
¼ l Milch, 5 Eier, 1 Prise Salz, 250 g Mehl und die abgeriebene Schale einer Zitrone
Mehl, Milch, Eier, Salz und Zitronenschale gut verrühren und eine Stunde ruhen lassen
Ein Leinentuch heiß ausspülen und auswringen. Eine große Schüssel damit auskleiden, den Teig hineingeben und das Leinentuch nicht zu eng zubinden. Der Teig benötigt Platz zum Aufgehen. Viel Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und den Mehlbüdel an einem Kochlöffel darin aufhängen. Er darf den Topfboden nicht berühren. Etwa 2 Stunden kochen, evtl. zwischendurch Wasser nachfüllen. Die Schweinebacke kann im selben Wasser mit gegart werden. Sobald der Büdel fertig ist, ihn auswickeln, mit Butter bestreichen, mit Zucker bestreuen und in Scheiben schneiden.
Diese beiden Rezepte stammen von einem Ostholsteiner Bauernhof und sind uns von der Profiköchin Heike Freitag aus Warnsdorf, die von diesem Hof stammt, überliefert.
Bleibt nur noch guten Appetit zu wünschen. Und wenn diese Art des Kochens nicht die Ihre ist, dann empfehlen wir Einsicht in die informative Culinaria Deutschland zum sensationellen Preis von € 25,-. Nur man selbst weiß, was für einen das Beste ist. Suchen Sie sich ein Lieblingsrezept aus, oder auch zwei oder drei. Info: http://www.ullmann-publishing.com ISBN 978-3-8331-5127-9.