Impressum | Kontakt | Über uns | Sitemap | Suche | Werbung 
Home
Editorial
Aktuelles
Rezept-Ideen
Gaumenschmeichler
Rezepte
Länder-Rezepte
Getränke
Genussmenschen
Links
Ernährung
(Koch-)Bücher
Was für ein Käse
Küchenausstattung
Tipps & Infos
Über 800.000 Tonnen Äpfel erwartet
Service
Special
   grillkunst
   Christstollen
   Nudeln
   Käse
   Süße Osterrezepte
   Wohlfühlkochen
   Herbstzeit - Kartoffelzeit
   Leichte Sommergemüse
   Karenvalshäppchen
   Pikantes aus der Röhre
   Rezepte Silvester
   Rezepte für den Herbst
   Rezepte aus Ost und West
   Das Zwiebackkind wird 100
   Tipps zur Weihnacht
   Verpoorten trifft seine Meisterin
   Marmeladen
   grillen
   Westfälische Küche
     Kulinarischer Kalender
     Rezept Potthucke
     Rezept Blindhuhn
     Rezept Panhas
     Pfefferpotthast
     Davidis westfälische Küche
     Entdeckungsreise
   Weinstraßen Begegnungen
   Spezialitäten von der Weinstraße
   Weinstraßen-Begegnungen, III. Teil
   Weigut Scholler. Fruchtig-pikante Weine
   Rezepte vom Doktorenhof
   Essig vom Doktorenhof
   Weinstraßen Begegnungen
   Bücher von der Weinstraße
   weinstraße
   Kartoffelkönig
   Spießbraten
   Polentaschnitten
   Fladenbrottorte
   Lammkebab
   Öl zum Grillen
   Küchengeräte
   Grill- Tipps
   Griechischer Reis
   Fladen mit Fleisch
   Griechische Hühner
   Mittelalter-Rezepte
   Zitronenhuhn
   Buchtipp: Cicero
   Kneipen in Rom
   Buchtipp: Titan
   Römerküche
JOBS
Sie befinden sich hier: Home  >  Special  >  Westfälische Küche  >  Davidis westfälische Küche

Hneriette Davidis und die Westfälische Küche

Henriette Davidis.
Bild: LWL

Henriette Davidis wurde am 1. März 1801 im Dorf Wengern a.d. Ruhr, heute Wetter-Wengern geboren. Ihr Vater war lutherischer Pfarrer; die Mutter Katharina kam aus dem niederländischen Breda. Davidis besuchte die Höhere Töchterschule in Schwelm und absolvierte in Elberfeld eine Ausbildung zur Erzieherin und arbeitete viele Jahre in diesem Beruf. Henriette Davidis heiratete nicht. In Bommern war sie mehrere Jahre für die Erziehung der vier Kinder ihrer Schwester Albertine, verheiratete Oberste-Frielinghaus, zuständig. Berufliche Stationen brachten sie in den folgenden Jahren nach Sprockhövel, Bremen, Witten, Minden, Wengern, Werne und schließlich nach Dortmund, wo sie am 3. April 1876 starb.

Selbstbewusst und vom Wert ihrer Werke überzeugt verstand Henriette Davidis es, ihre Bücher geschickt zu vermarkten. Sie gehörte zu den wenigen Schriftstellerinnen ihrer Zeit, die gut von den Erträgen ihrer Bücher leben konnten. Neben dem berühmten Kochbuch verfasste sie mehrere Erziehungsschriften für Mädchen und junge Frauen, darunter "Der Beruf der Jungfrau", einen Ratgeber zum Gartenbau sowie Gedichte und Erzählungen.

Als Protagonistin ihrer Zeit trug Henriette Davidis entscheidend dazu bei, ein konservativ-bürgerliches Frauenideal in allen sozialen Schichten zu verankern. Sie prägte mit ihren vielgelesenen Werken das Selbstbild vieler Frauen weit über das 19. Jahrhunderts hinaus.

Die Autorin vermittelte Denk- und Verhaltensweisen, die geprägt waren von starker Religiosität, der Unterordnung unter den Mann, der Aufopferung für andere und der Zurückstellung eigener Interessen und Bedürfnisse - nach ihrer Definition die natürliche und gottgefällige Bestimmung der Frau. Sie verhalf im Deutschland des Industriezeitalters dem festgefügten Idealbild der bürgerlichen Familie zum Durchbruch

Das berühmte Davidis-Kochbuch in einer Auflage von 1890.
Bild: köstlichkeiten.de

Westfälische Rezepte


Blindhuhn
Panhas
Pfeffer-Potthast

bei H. Davidis
(30. verbesserte Auflage, Bielefeld u. Leipzig, 1890

Pfeffer-Potthast
Hierzu werden hauptsächlich die sogenannten kurzen Rippen genommen, solche in ½ Hand große Stückchen gehauen, in nicht zu reichlichem Wasser und nicht zu vielem Salz ausgeschäumt. Dann fügt man soviel kleingeschnittene Zwiebeln hinzu, dass die Sauce dadurch sämig wird, gibt reichlich Pfeffer und Nelkenpfeffer (ungestoßen), einige Lorbeerblätter und späterhin Zitronenscheiben hinzu. Sollte der Sauce, welche zwar ganz gebunden, aber nicht zu dicklich sein darf, auch nach Pfeffer und Zitrone schmecken muss, noch Sämigkeit fehlen, so kann man zuletzt etwas feingestoßenen Zwieback oder in Butter geschwitztes Mehl gut durchkochen lassen. Fleischklößchen, in klarer Fleischbrühe oder gesalzenem Wasser gekocht, beim Anrichten ins Ragout gelegt, machen dies Gericht noch angenehmer. Es werden gekochte Kartoffeln dazu gegeben.

 

Originalseite mit Pfeffer-Potthastrezept aus dem Davidis-Kochbuch von 1890.

Panhas
Der Panhas wird am besten, wenn man dazu halb Rindfleisch, halb etwas fettes Schweinefleisch nimmt; jedoch kann man ihn sowohl von ersterem, als auch von letzterem schmackhaft zubereiten. Man koche das Fleisch recht weich, suche alle Knöchelchen vorsichtig heraus, schneide dasselbe in Würfel, hacke es fein und lasse es mit Brühe, welche durch ein Sieb gegossen wird, zum Kochen kommen. Dann würze man es mit Salz, Pfeffer, Nelken und Nelkenpfeffer, streue unter fortwährendem Rühren so viel gutes Buchweizenmehl (Weizenmehl kann nicht hierzu gebraucht werden) hinein, dass die Masse, nachdem das Mehl ausgequollen und der Panhas ½ - ¾ Stunde gekocht hat, recht steif wird und sich vom Topfe lösen lässt.
Danach fülle man ihn in wohlgereinigte und im Ofen ausgetrocknete irdene Schalen und bewahre ihn an einem kühlen luftigen Orte.
Das Verhältnis des Buchweizenmehles zum Fleische hängt davon ab, ob der Panhas mehr oder weniger kräftig gekocht werden soll; ein gutes Verhältnis aber zu einem wohlgeschmeckenden Panhas ist folgendes: 2 Pfund fettes Rindfleisch ohne Knochen, 3 ½ Liter Brühe, worin das Fleisch gekocht ist, und 1 Pfund Buchweizenmehl. Es darf nicht zu wenig Grütze genommen werden.

Blindhuhn, ein westfälisches Nationalgericht
Es wird ein Stück Schinken oder geräucherter Speck (Bauchspeck) vorab gekocht. Unterdes werden die grünen Bohnen, welche schon etwas härtlich sein können, tüchtig gewaschen und auf einem Küchenbrett, indem man eine Handvoll zusammenfasst, in kleine runde Stücke geschnitten, die vorher ausgeschoteten weißen Bohnen hinzugethan, reichlich halbsoviel gelbe Wurzeln als grüne Bohnen in kleine Würfel geschnitten und teilweise  bei jedesmaligem Durchkochen zu den Schinken gegeben. Hat man Birnen, so gibt man einige geschälte, in Viertel geschnittene, und wenn das Gemüse beinahe gar ist, in vier  Teile geschnittene Kartoffeln it dem nötigen Salz nebst geschälten, in Stücke geschnittenen Äpfeln hinzu und lässt dies alles weich kochen. Darauf wird das Stück Schinken herausgenommen, etwas Mehl mit wenig Wasser angerührt, hinzugefügt und das Gemüse damit durchgeschwenkt. Blindhuhn muss  recht sämig und saftig gekocht sein und von den Äpfeln nur einen etwas säuerlichen Geschmack erhalten. Wenn man zu wenig Äpfel oder gar keine hat, so wird etwas Mehl mit Essig angerührt. Zeit des Kochens 2 – 2 ½ Stunden

 

Originalseite mit Pfeffer-Potthastrezept aus dem Davidis-Kochbuch von 1890.

Panhas
Der Panhas wird am besten, wenn man dazu halb Rindfleisch, halb etwas fettes Schweinefleisch nimmt; jedoch kann man ihn sowohl von ersterem, als auch von letzterem schmackhaft zubereiten. Man koche das Fleisch recht weich, suche alle Knöchelchen vorsichtig heraus, schneide dasselbe in Würfel, hacke es fein und lasse es mit Brühe, welche durch ein Sieb gegossen wird, zum Kochen kommen. Dann würze man es mit Salz, Pfeffer, Nelken und Nelkenpfeffer, streue unter fortwährendem Rühren so viel gutes Buchweizenmehl (Weizenmehl kann nicht hierzu gebraucht werden) hinein, dass die Masse, nachdem das Mehl ausgequollen und der Panhas ½ - ¾ Stunde gekocht hat, recht steif wird und sich vom Topfe lösen lässt.
Danach fülle man ihn in wohlgereinigte und im Ofen ausgetrocknete irdene Schalen und bewahre ihn an einem kühlen luftigen Orte.
Das Verhältnis des Buchweizenmehles zum Fleische hängt davon ab, ob der Panhas mehr oder weniger kräftig gekocht werden soll; ein gutes Verhältnis aber zu einem wohlgeschmeckenden Panhas ist folgendes: 2 Pfund fettes Rindfleisch ohne Knochen, 3 ½ Liter Brühe, worin das Fleisch gekocht ist, und 1 Pfund Buchweizenmehl. Es darf nicht zu wenig Grütze genommen werden.

Blindhuhn, ein westfälisches Nationalgericht
Es wird ein Stück Schinken oder geräucherter Speck (Bauchspeck) vorab gekocht. Unterdes werden die grünen Bohnen, welche schon etwas härtlich sein können, tüchtig gewaschen und auf einem Küchenbrett, indem man eine Handvoll zusammenfasst, in kleine runde Stücke geschnitten, die vorher ausgeschoteten weißen Bohnen hinzugethan, reichlich halbsoviel gelbe Wurzeln als grüne Bohnen in kleine Würfel geschnitten und teilweise  bei jedesmaligem Durchkochen zu den Schinken gegeben. Hat man Birnen, so gibt man einige geschälte, in Viertel geschnittene, und wenn das Gemüse beinahe gar ist, in vier  Teile geschnittene Kartoffeln it dem nötigen Salz nebst geschälten, in Stücke geschnittenen Äpfeln hinzu und lässt dies alles weich kochen. Darauf wird das Stück Schinken herausgenommen, etwas Mehl mit wenig Wasser angerührt, hinzugefügt und das Gemüse damit durchgeschwenkt. Blindhuhn muss  recht sämig und saftig gekocht sein und von den Äpfeln nur einen etwas säuerlichen Geschmack erhalten. Wenn man zu wenig Äpfel oder gar keine hat, so wird etwas Mehl mit Essig angerührt. Zeit des Kochens 2 – 2 ½ Stunden

 



--------------------------------------------------------------------------------
Bookmark setzen - - - Druckversion - - - Seite weiterempfehlen
--------------------------------------------------------------------------------


Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Newsider Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: Google Bookmark bei: Blinklist Bookmark bei: Technorati


koestlichkeiten.de ist ein Portal von Hayit Medien, einer Unit von Mundo Marketing GmbH

 


Anzeige