Mix-Getränke liegen voll im Trend
Hier finden Sie leckere Cocktail-Rezepte. ...mehr
Geschüttelt oder gerührt – das ist nicht die Frage. Denn beim Drink an der Bar, als Aperitif oder zum Essen kommt es meist auf das eine an: auf die richtige Mischung. Und dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Bunt und schillernd leuchtet das Getränk im Glas und ist so exotisch wie der Name bereits verrät. Inländische Spezialitäten sind hierbei genauso gefragt wie Importspirituosen, die oft als Cocktail oder Mixgetränk genossen werden
Keine Frage: die Spirituosen-Industrie hat wieder Grund zu einem optimistischen Lächeln. War in den letzten Jahren der Pro-Kopf-Verbrauch an Hochprozentigem bei den Bundesbürgern drastisch zurück gegangen, so verspricht man sich für die Zukunft eine Stabilisierung der Absatzzahlen. Im Trend liegen vor allem Halbbitter, Wodka, Weißer Rum, Sahne- und Moccaliköre. Zu den Verlierern zählen derzeit noch deutscher Weinbrand, Softspirituosen und Korn.
Großer Genuss und eine breite Angebotspalette – das ist es, was die Deutschen am hiesigen Spirituosenangebot so schätzen. Und vor allem die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten. Es darf pur genossen und in allen erdenklichen Arten gemixt werden, je nach Geschmack und Gelegenheit .
Doch was ist es denn nun, was in Bars, Restaurants, Szene-Kneipen zwischen Hamburg und München angeboten wird – als schneller Drink am Tresen, anregender Aperitif oder als After-Dinner-Getränk? Im Hamburger „Bereuther“ serviert Barmann Philipp dem trendbewussten jungen Publikum Traditionelles: Champagner und Martini zum Aperitif und den Brandy für danach. Genauso wie pfiffige Longdrinks und fantasievolle Cocktails – geschüttelt, gerührt oder im Glas gemixt.
Apropos Cocktails: Kaum ein Etablissement das auf sich hält, das diese bunten Kreationen nicht im Barprogramm hätte. Denn die „gehen wie geschnitten Brot“, verrät Simone Stenger vom Bar-Restaurant „Livingroom“ in Bochum. Besonders die karibischen Rum-Mischungen Daiquiri, Mojito und Caipirinha sind die absoluten Favoriten, des Weiteren verkaufen sich auch Margarita, Cuba Libre und Apérol sauer überaus gut. Mixes mit Früchten sind besonders in den Sommermonaten der Renner. Erdbeer-Daiquiri ist zum Beispiel im Kölner Szeneladen „Local Hero“ die angesagte Mischung beim überwiegend jungen Publikum, sowie vitaminvolle Powerdrinks aus frisch pürierten Früchten. Das bestätigt auch Jürgen Koch vom Münchner „Odeon“, der an seiner Bistro-Bar schwerpunktmäßig Cocktails in zahlreichen Variationen serviert, darüber hinaus auch mit saisonalen Getränke-Aktionen das Publikum überrascht.
Rum gilt als absolute Trendspirituose, sowohl zum Mixen als auch pur getrunken, und gehört damit neben einigen anderen Produkten zu den wichtigsten Basics einer gut sortierten Bar. Der in Deutschland erhältliche Rum kommt meist aus Jamaica oder Kuba. Original-Rum darf sich hier nur nennen, der ohne jede Veränderung und ohne Zusätze verkauft wird. Echter Rum dagegen ist ein auf Trinkstärke herabgesetzter Rum. Beim Mixen mit Rum kommt es sehr auf die Sorte an. Barmixer bevorzugen besonders Weißen Rum. Rum-Cocktails à la Ernest Hemingway – wie sie der berühmte Schriftsteller einst auf Kuba genüsslich schlürfte – sind heute die meist georderten Cocktails in deutschen Bars. Absolutes Szene-Getränk ist der Mojito, der aus Weißem Rum, Soda, Limettensaft und Minze gemixt wird. Fast so berühmt unter den kubanischen Cocktails ist der Daiquiri, der ebenfalls als eines der Lieblingsgetränke Hemingways gilt. Hierbei werden Rum, Limonensaft (Hemingway trank „seinen“ Daiquiri allerdings nur mit Grapefruitsaft), Zucker und ein paar Spritzer Bitter mit gestampften Eissplittern in den Elektromixer gegeben. Der alkoholische Eisschnee, der dabei herauskommt, ist besonders bei jungem Publikum äußerst beliebt.
Zu den Top Ten der gefragten Cocktails gehört zweifelsohne der Caipirinha, der aus Cachaça, Limetten und Rohrzuckersirup gemixt wird. Cachaça ist im Gegensatz zu Rum, der aus Melasse (Rückstände bei der Zuckergewinnung) hergestellt wird, ein Destillat aus frischem grünen Zuckerrohr. Caipirinha kommt von Caipira, der Bezeichnung für einfache Bauern und die Landbevölkerung überhaupt. Außer dem Caipirinha lassen sich mit Cachaça auch Brasiliens Nationalgetränke, die Batidas, herstellen. Batidas bestehen aus Cachaça, Zucker, Eis kombiniert mit Früchten und Fruchtsäften.
Voll im Trend und in keiner Bar fehlen darf natürlich der Whisky, der überwiegend pur getrunken, aber auch als Cocktail sehr gefragt ist. Um das einstige Status-Getränk für harte Männer streiten sich noch heute Schotten und Iren in der Frage, wer das „Lebenswasser“ erfunden hat. Man unterscheidet zwischen Irish, Scotch, Canadian, Bourbon und dem ursprünglichen Malt-Whisky, die alle das gleiche Produktionsverfahren verbindet, die sich jedoch in den Zutaten unterscheiden. Der beliebteste Whisky-Cocktail ist der Manhattan, der besonders als Aperitif ohne Eis gerne gereicht wird. Die Mischung aus Canadian, Vermouth und ein paar Spritzern Angostura sind die Ingredienzen, die je nach Belieben auch mit Früchten und Eis abgerundet werden können. Gerne getrunken wird auch Whisky Sour, eine Mischung aus Bourbon Whisky, Zitronen- und Orangensaft und einer geringen Menge Sodawasser.
Auch beim Wodka sieht es gut aus, was die Zahlen betrifft. Das russische „Wässerchen“, das in seiner Urform nichts anderes ist als möglichst reiner Sprit, der auf Trinkstärke herabgesetzt wurde, gilt sowohl pur als auch in gemixter Form als das Szenegetränk. Ein beliebtes Mixgetränk ist Wodka Lemon und als Cocktail die Bloody Mary, die nicht nur als Muntermacher nach einer durchzechten Nacht gefragt ist. Der würzige Mix aus Wodka, Tomaten- und Zitronensaft sowie einer Prise Salz kann mit Worcestersoße, einer Prise Cayennepfeffer oder auch einem Spritzer Tabascosoße ideenreich pikant verfeinert werden.
Beim Tequila ist immer noch ein Aufwärtstrend in der Beliebtheitsskala der Spirituosen zu vermerken. Dieser einzigartige klare Schnaps, der exklusiv in Mexico aus der Agave hergestellt wird, ist die Basis für Drinks wie den Margarita und natürlich den Tequila Sunrise. Tequila hat einen erkennbar trockenen Geschmack, der dafür gesorgt hat, dass es heute eine ganze Reihe spezieller Tequila-Cocktails gibt. Die Grundrezeptur für eine Margarita ist Tequila, Limonensaft und der obligatorische Salzrand am Glas. Besonders gern getrunken werden auch die fruchtigen Varianten wie z.B. die Erdbeer-Margarita.
Zu guter Letzt darf auch der Gin bei der Aufzählung der Trendspirituosen nicht vergessen werden. Immerhin zählt er mit jährlich weltweit ca. 700 Millionen verkauften Flaschen zu den erfolgreichsten Spirituosen überhaupt. Gin ist sehr vielseitig verwendbar und die Hauptzutat für so bekannte Cocktails wie den Martini oder den Singapore Sling. Der beliebteste Gintyp ist der Dry Gin (trockener Gin) der in allen Standard-Gin-Drinks verwendet wird. Der bekannteste Gin-Mix ist zweifelsohne der Martini, der nicht zuletzt durch die spezielle Rezeptur des Gentleman-Agenten James Bond – „Geschüttelt, nicht gerührt!“ – in aller Munde ist. Er soll der reinste aller Cocktails sein und gilt als äußerst erfrischend. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Vermouth, werden beim Martini Gin, französischer Vermouth, Orange bitter gemischt und mit Eiswürfeln serviert. Trocken nennt man einen Martini übrigens, wenn er mehr Gin als Vermouth enthält.