Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Das Ziel der Ernährung muss sein, ein klein wenig hungrig zu bleiben, wenn man gut gefüllt ist, und immer noch ein klein wenig gut gefüllt zu sein, wenn man Hunger hat. Völlerei schadet der Lunge, und Hunger hemmt den Fluss der Lebensenergie.“
Die chinesische Ernährung basiert schon von alters her auf einer naturverbundenen Harmonie, auf dem Zusammenspiel der inneren und äußeren Ordnung, auf Einklang durch Gegensätzlichkeit: kaltes Yin und heißes Yan. Die innere Ordnung der fünf Elemente, den wichtigen Organen des Körpers, dem Herz, der Leber, der Lunge, dem Magen und den Nieren, wird bestimmt durch die fünf Elemente der äußeren Ordnung: Feuer, Wasser, Metall, Holz und Erde. Ihre Entsprechung finden diese Elemente in den fünf Geschmacksrichtungen: bitter, salzig, scharf, sauer und süß. Bereits im ersten Medizinbuch aus der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.), ist von der inneren und äußeren Verknüpfung der fünf Elemente und einer daraus abgeleiteten Speisenfolge die Rede. Es zeigt das Zusammenspiel von Nahrung und Heilung auf, denn eine ausgewogene und leichte Ernährung sorgt für die innere Ordnung und die Ausgeglichenheit des Menschen.
Die Chinesen unterscheiden zwischen Yin- und Yan-Lebensmitteln. Zu den Yin-Lebensmitteln zählen z.B. Entenfleisch, Kürbis, Gurke, Lotossamen und allerlei Fruchtsäfte. Sie spenden dem Körper Kühle bei Fieber, Infektionen und Hautausschlag. Gegen Erkältungen wirken dagegen Yan-Speisen, wie z.B. Ginseng, Erdnüsse und Fleisch jeder Art. Alten Menschen wird empfohlen, nur kleine Happen zu essen. Im Sommer sollten sie sich überwiegend von Yin-, im Winter von Yan-Produkten ernähren.
Die Ernährung nach chinesischem Speiseplan ist eine sehr bewusste, aber keineswegs einfältige Ernährung. Die chinesische Küche präsentiert sich außerordentlich vielfältig und zudem sehr schmackhaft. Der kantonesischen Küche sagt man nach, dass sie eine sehr gesunde Küche sei. Wichtige Bestandteile der kantonesischen Küche sind Meeresfrüchte und Gemüse aller Art. Absolut frische Lebensmittel, die vor der Zubereitung sehr klein geschnitten werden, und extrem kurze Garzeiten für Gemüse, Fleisch und Fisch prägen die Küche der Region Kanton. Kurze Garzeiten erhalten den natürlichen Eigengeschmack der Lebensmittel. Wichtige Nährstoffe und Vitamine gehen dadurch beim Garen nicht verloren. Starkes Würzen zur Geschmacksverdichtung ist der Kanton-Küche eher fremd.