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Die chinesische Tempelküche oder wie schmeckt Buddhismus

In allen Kulturen hat Religion Einfluss auf die Ernährung des Menschen. Nach dem Zen-Buddhismus ist jede Mahlzeit gelebte buddhistische Praxis. Aus Erfahrung wird Erleuchtung, Erkenntnis verheißt Reinheit sowie Vollkommenheit.
Beim Essen im Tempel soll das die Gesundheit erhaltende psychophysiologische Gleichgewicht und das Qi, die Lebenskraft, unterstützt und gestärkt werden. Dabei geht nichts über vegetarische Gerichte. So heißt es im „Inneren Kanon“: Fünf Getreide sind nährend. Fünf Früchte sind unterstützend. Fünf Sorten Vieh sind überflüssig. Fünf Gemüse vervollständigen und ergänzen. Alle Zutaten stehen für Langlebigkeit und Gesundheit, werden zum Entschlacken und Entgiften genutzt. Eine uralte Anti-Aging-Methode eben.
Seit dem 6. Jahrhundert ist es in China üblich, dass Mönche sich aus zwei Gründen fleischlos ernähren: es gelten die Gebote, nicht zu töten und nur saubere, wohlriechende Speisen zu sich zu nehmen, um stets rein vor Buddha treten zu können. Die vegetarische Ernährung entspricht der Grundeinstellung des Nichtschädigens und der Güte. Zudem ist die Zubereitung des Essens eine Etappe auf dem Weg zur Erleuchtung.
 „Die chinesische Tempelküche“ entführt den Leser in traditionsreiche Klöster, zu den Wurzeln der buddhistischen Küche, die extrem kreativ in der Imitation von Fleischgerichten ist. Tofu oder Seitan, zwei vielseitige Zutaten, werden durch die richtige Würzung zu einer aromatischen Zufügung, die fleischigen Geschmack ersetzt. Zudem haben Pilze für Vegetarier dieselbe Bedeutung wie der Braten für Fleischesser. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen bedeuten in der buddhistischen Küche auch immer energetische Kräfte und Wirkung auf unterschiedliche Körperteile. Deshalb achteten die Menschen des alten China sehr darauf, viele verschiedene Lebensmittel gleichzeitig zu essen. Meist wird mit natürlicher Raffinesse im Wok gekocht. Die Klosterküchen bieten eine Fülle stimmungsvoller Impressionen, erzählen Überliefertes, Authentisches und Einzigartiges aus einer grandiosen Landschaft.
Die mehr als 100 oftmals exotischen Originalrezepte wurden in Tempelrestaurants, die schon in alter Zeit zahlende Gäste bewirteten, gekocht und fotografiert. Vielmals erlangten die Mönchsköche große Berühmtheit und durften für den jeweiligen Herrscher Speisen zubereiten. Die Hauptzutaten dieser einfachen und meditativen Küche sind Gemüse, Bambus, Pilze, Nüsse sowie Heilpflanzen und Gewürze. Da Buddhas Lehre keine Grenzen kennt, sind die meisten Zutaten in Asia-Läden problemlos erhältlich, in Ausnahmefällen bedarf es einer Apotheke. Und die Küche, die diese Philosophie in sich trägt, lockt mit Unsterblichkeitssuppe von Glänzendem Lackporling und Himmelshanf. Himmelshanf ist eine heilende Orchidee und der Reishi-Pilz stärkt durch die Mondgöttin Chang’e. Buddhismus schmeckt ganz sicher anders, als wir Menschen der westlichen Welt es uns vorstellen. Aber ganz sicher schmeckt Tempelküche einzigartig und positive Einflüsse sind doch immer willkommen. Info: http://www.at-verlag.ch
„Die chinesische Tempelküche“ von Martina Hasse, einer Sinologin, die mehrere Jahre in Fernost lebte und Buddhistin sowie Vegetarierin ist, intensiviert auf 232 Seiten Hardcover und ca. 200 ästhetischen Farbfotos von J.-P. Westermann in jedem Fall ein Gefühl für das Wesentliche.
Christa Polenz

1 Kommentar

Seite 1 von 1 1

#1 Rothe Michaela schrieb am 03.05.2011 19:22

Hallo,

 

ich finde das das Buch schön geschrieben ist und tolle Bilder enthält! Aber für diesen Preis als Kochbuch zum nach kochen ungeeignet ist. Die gesunden Zutaten sind nur sehr schwer oder gar nicht zu bekommen und zudem auch noch sehr teuer. Es wird geschrieben das man den besten Himmelshanf im Mai findet, das hört sich an als ob man ihn draußen überall sammeln kann. Mann bekommt in gar nicht. Raupenpilze kosten ein Vermögen usw. usw. am liebsten würde ich das Buch zurückgeben und gegen ein anderes Vegetarisches Kochbuch eintauschen..

 

Schöne Grüße Michaela Rothe

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