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Buchtipp: Essen und Schreiben

Nach Gisèle Harrus-Révidi, die ein Buch über die Kunst des Genießens geschrieben hat, gibt es eine enge Beziehung zwischen Feinschmeckerei und Sprachliebhaberei. Sie verweist auf den König der Feinschmecker, auf Brillat-Savarin, der stolz zu berichten wusste, fünf oder sechs Fremdsprachen zu beherrschen. Er begehrte ,,das Wort, wie er Trüffel, ein Thunfischomelett oder ein Fischragout begehrte". Ein anderer Franzose, Feinschmecker wíe Brillat-Savarin, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, einen kulinarischen Stil zu schaffen, der die Kochkunst mit der Schrift verbindet. Für Grimod de la Reynière sind Gabel und Schreibfeder Attribute, die von einem Feinschmecker nicht wegzudenken sind. In der Schrift werde ein ständiger metaphorischer Bezug zwischen Essen und Schreiben hergestellt. Brillat-Savarin begründete eine neue Art des Schreibens über die Feinschmeckerei. Grund genug also, sich auf diesen Seiten für Feinschmecker auch über das Schreiben auszulassen und mit einem Buchtipp aufzuwarten.
,,Schreiben im Kontext von Schule, Universität, Beruf und Lebensalltag“, ein Titel, der mich als Typograph und Kulinark-Journalisten gleichermaßen interessierte. Das Buch fasst Vorträge einer Ringvorlesung an der Westfälischen Wilhelms Universität in Münster zusammen und beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte und Bedürfnisse des Menschen, warum er schreibt. Der Titel nennt sie, Schule, Uni, Beruf und Lebensalltag wecken Bedürfnisse nach Schriftlichkeit. Als Typograph habe ich zuerst den Beitrag von Uta Schneider und Ulrike Stolz gelesen und mit Freude vernommen, wie versucht wurde, zwei Dinge zusammen zu bringen, die zusammen gehören: Das Schreiben und die Typographie! Eines der Ergebnisse, das die Autorinnen mit Satz –Wechsel bezeichnen, zeigt die Herangehensweise für den Texter und Gestalter mit eindrucksvollen Ergebnissen.
Vielleicht ist in einem der nächsten Bände zum Thema die Kunst des Genießens und des Schreibens ein Thema.
Übrigens: Der berühmte Brillat Savarin aus dem Burgund ist ein Käse, der den Namen des großen Gastrosophen trägt! Dieser rindenlose Weichkäse aus Kuhmilch wird noch heute individuell von Hand geschöpft. Bei dieser Sorte wird er in Cranberries gewälzt. Er schmeckt sehr sahnig und besitzt eine typisch säuerliche Note.
Die bei uns Moosbeere genannte, der Preiselbeere ähnliche Frucht aus der Gattung der Heidelbeeren stammt ursprünglich aus nordamerikanischen Moorlandschaften. Schon die Indianer schätzen ihren leicht säuerlichen Geschmack und ihre gesundheitsfördernde Wirkung. Sie enthält mehr Antioxidantien als Früchte wie Traube, Apfel, Pflaume und Heidelbeere. Diese Substanzen wirken vor allem gegen Zellalterung und damit auch gegen Faltenbildung. Was für ein wunderbarer Käse, mit dem Sie jung und fit bleiben!


Berning / Keßler / Koch
Schreiben im Kontext von Schule, Universität, Beruf und Lebensalltag
Lit-Verlag
ISBN 3-8258-9260-3
24.90 EUR


Zum 200. Geburtstag des großen Evolutionsforschers Charles Darwin erschien eine Zusammenfassung der Beiträge der35. Matreier Gespräche, die sich mit der Endlichkeit von Prozessen und biologischen Arten und der menschlichen Kultur beschäftgen, diskutierten auch die Endlichkeit bestimmter Arten von Lebensmittelproduktion. Beleuchtet wird das Verschwinden traditioneller Landwirtschaftstypen in den Alpen, also in der Konsequenz die damit verbundenen Art der Produktion von Lebensmitteln.
Die Fragestellungen der 35. Matreier-Gespräche geht aber viel weiter und betrifft den Lebensraum, die Arten und auch die Kultur. Zwei interessante Bände für geistreiche Auseinandersetzung in der bevorstehenden freien Zeit um die Feiertage.

Hartmut Heller (Hg.)
Über das Entstehen und die Endlichkeit physischer
Prozesse, Biologischer Arten und menschlicher Kulturen
29.90 EUR
ISBN 978-3-8258-1714-5
Lit-Verlag



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