Enden der Welt
Wenn sich jemand aufmacht, seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden, vermutet man gleich Nabelschau, puren Narzismuss. Wenn man dann liest und feststellt, dass das gar nicht so ist, sondern dass der Autor keinen Reisebericht, sondern einen bemerkenswerten Roman geschrieben hat, ist man mehr als positiv überrascht. Roger Willemsen suchte seine individuellen Endpunkte: Ein Bett in Minsk, ein Fresko in Orvieto, eine Behörde im Kongo, eine Bahnstation in Birma, ein Bordellflur in Bombay. Bei seinen Besuchen traf er Scheintote, es kam an all den Orten und bei all den Begegnungen zu außergewöhnlichen Ereignissen und existentiellen Qendungen, etwa zu rätselhaften Todesfällen. Die Geschichten drehen sich um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn.
Wenn Roger Willemsen gefragt an irgend einem Ende der Welt gefragt wurde, was ihn hierher verschlagen habe, antwortete er: ,,Die Lust zu verschwinden.“ Jede Folge ist ein Drama, dessen Spannung der Leser sich unbedingt aussetzen sollte.
Info:
Roger Willemsen:
Die Enden der Welt
ISBN 978-3-10-092104-8
Preis: 22,95 €
S. Fischer Verlag