 - Die bücher des Plöger-Verlages erzählen von Feigen und Saumägen, von Walnüssen, Wein und Esskastanien.
Bild: Plöger Medien
Wer eine Reise an die Weinstraße plant, sollte sich auf seinen guten Geschmack verlassen. Denn, in der Pfalz geht es um ,,Gaumensex“, wie Fernsehkoch Nelson Müller mal in einem anderen Zusammenhang sagte. Bleiben wir bürgerlich, sprechen wir von Gaumenfreuden und der Gaumen freut sich an vielfältigen Dingen, am Wein, am Saumagen, an Feigen, Mandeln, Walnüssen und Esskastanien. Dies alles sagt schon viel über den Pfälzer an sich aus. Wer ihn aber richtig verstehen will, ihm in die Seele schauen und sein innersten Beweggründe für ,,Weck, Worscht un Woi“ auch nur erahnen möchte, dem seien die Produkt des Weinstraßen-Verlegers Thomas Plöger aus Annweiler-Gräfenhausen ans Herz legt. Er wird das Attribut ,,Weinstraßen-Verleger“ als einegend verstehen und darüber nicht unbedingt glücklich sein. Plöger verlegt auch theologische und philosophische Literatur, ist darüber hinaus gefragter Werbepartner, also Agentur, für Industrie- und Privatkunden. Ich habe ihn mit seinen Büchern als ,,Weinstraßen-Verleger“ kennen gelernt und als solchen will ich ihn vorstellen. Wie stellt man einen Verleger vor? Durch seine Bücher natürlich.
Jüngst brachte der Plöger-Verlag ein tiefgründiges Werk über die Weinstraße heraus, tiefgründiger geht es nicht: Der Titel ,,terra palatina“ erzählt sachkundig von den Grund-Lagen des Weins. Es geht hinab in die Erde, tief in die Erde und ihre Geschichte. Da werden Fragen beantwortet, wie alt der Buntsandstein, Schiefer und Muschelkalk sind und wie zur Zeit der Entstehung dieser Gesteinsschichten die Weltkarte aussah und wo darauf die Pfalz zu finden war. Eine spannende Wissenschaftsexkursion, die man an der Weinstraße zudem im Glas genießen kann. Denn, auf den Böden stocken die Reben. Werden sie gekeltert bringen sie immer ein Stück Boden auf die Zungen der Genießer. Konsequent querformatig entführt terra palatina in die Geheimnisse des Weinbaus an der Weinsraße. Sollte man als Weinfreund (oder auch nicht) unbedingt gelesen haben.
 - Die Leibspeise der PfälzerÖ: Der Saumagen! Eine regionale Köstlichkeit, mit der auch Nichtpfälzer einen Flirt eingehen können.
Bild: Plöger Medien
Saumagen, Feigenträume und Walnüsse
Brandneu in Neuauflage erschien Judith Kaufmanns ,,Der Saumagen“, ein Wohlgesang auf jene ,,sauleckere“ pfälzische Spezialität, die wahrhaftig aus dem Magen einer Sau hergestellt wird. Helmut Kohl besorgte während seiner Jahre als Kanzler der Kohl-Republik dem Saumagen internationale Popularität. Im Deidesheimer Hof hielt er mit Staatsgästen und dem pfälzischen Nationalgericht Hof. Es kümmerte ihn nicht, dass Maggie Thatcher etwas hilflos im Saumagen herumstocherte. Da kannte der Oggersheimer keine Gnade. Was Metzger, Weinstubenbesitzer und die Köche sternenverdächtiger Restaurants aus den Mägen zaubern, ist schon was besonders für den Gaumen. Beim Durchblättern des Saumagenbuches läuft dem Leser das Wasser im Munde zusammen. Das Buch bereichert die Pfalz-Kenntnisse und führt zu den geheimen Gelüsten der Weinstraßenbewohner. Ebenso die Titel ,,Feigenträume“ und ,,Die Walnuss“ enthalten ureigenste pfälzische Küchenträume.
 - Spezialitäten aus der Pfalz enthält alles, was den Pfälzern und ihren Gästen lieb ist.
Bild: Plöger Medien
Kräuter, Wein und Weinstuben
Als ,,Kochbuch des Monats August“ kürte die Jury das Wildkräuterkochbuch eines renommierten Verlages. Sie kannten den Plöger-Titel ,,Wilde Kräuter – Feine Weine“ nicht. Auf dem Boden, wo Wein wächst, gedeihen auch eine ganze Reiher wilder Kräuter, die in der Küche eine Rolle spielen. Von Bärlauch bis Holunder, von Pastinake bis Wiesenkerbel bringen die Wildkräuter eine gewisse Vitalität in die Küche. Das Buch wartet mit wunderbaren Rezepten auf und fundierten Weinempfehlungen auf. Um es als Bestimmungsbuch mit in die Natur zu nehmen, ist es etwas groß. Aber in die Küche oder die Pfalzbibliothek gehört es auf jeden Fall.
Das ,,Weinstubenbuch“ hat mir schon aus dem Grund gefallen, weil ich meine gastronomischen Freunde aus Annweiler, die Michel-Böhlys von ,,Der alten Gerberei“ und ihre Sommernachtsträume unter der Esche dort wiederfand. Eine amüsante Reise entlang der Weinstraße mit Abstechern nach links und rechts, eine Kneipentour von solcher einer Lieblichkeit, dass man sie gleich antreten möchte. Wer die 70 Adressen abgearbeitet hat, der kennt die Pfalz, ihre Weine und ihre Spezialitäten. Er ist also ein intimer Kenner.
 - Zwischen dem Wein wachsen wilde Kräuter und damit kann man kochen. Es geht vieles zusammen an der Weinstraße, auch Kräuter und Wein.
Bild: Südliche Weinstraße
|